“Dass die Wasserstoff-Herstellung auch auf anderem Weg als über die Elektrolyse möglich ist, haben wir mit unserer BioWasserstoff-Produktion bereits nachweisen können.”

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 02./03.11.2020 in Erfurt: Vortrag über den Aufbau eines Clusters BioWasserstoff + Biokonversion zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft

“Dass die Wasserstoff-Herstellung auch auf anderem Weg als über die Elektrolyse möglich ist, haben wir mit unserer BioWasserstoff-Produktion bereits nachweisen können.”

Interview mit Dr.-Ing. Christian Huck, 1. Vorsitzender des BioEnergie Verbund e.V.

Lieber Herr Dr. Huck, zur EAST 2020 werden Sie am 2. November in Forum 2 – Wasserstoff und neue Technologien einen Vortrag über den Aufbau eines Clusters „BioWasserstoff + Biokonversion zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft mittels Bio-Wasserstoff-Produktion unter energetischer Nutzung von bisher ungenutzter Biomasse“ halten.
Welcher Ausgangspunkt bzw. welche wissenschaftlichen Erkenntnisse haben dieses Vorhaben ins Leben gerufen?

 Seit 2006 forscht der BioEnergie Verbund e.V. gemeinsam mit seiner wirtschaftsnahen Forschungseinrichtung Robert Boyle Institut e.V. (RBI) mit mittelständischen Unternehmen und weiteren Forschungsinstituten an der energetischen Verwertung biogener Reststoffe zur Biogas- und BioWasserstoff-Erzeugung.
In das erste nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) war das Konsortium von 2006 bis 2016 bereits involviert. In diesem Rahmen wurden auch Kontakte mit Unternehmen in Afrika und Südostasien geknüpft, die zu einem ersten Technologieexport führten.
So ist die effiziente klimaneutrale Verwertung von Biomasse eines unserer großen Anliegen. Jährlich werden in Deutschland z.B. ca. 19,6 Mio. t biogene Abfallstoffe kostenpflichtig kompostiert und damit teilweise wieder als CO2 freigesetzt. Dieses Material gilt es, sowohl energetisch als auch stofflich zu verwerten.

Im Rahmen dieses vom BMBF geförderten Innovationsclusters – von der Antragstellung bis zur Bewilligung sind über 1,5 Jahre vergangen – sollen 2 Wissenschaftlich-Technische Arbeitsziele verfolgt werden:

Zum einen sind es die BioWasserstoff- und Biogastechnologie mit den Teilprojekten

  • Fermentative Wasserstoffproduktion aus biogenen Abfallstoffen in BioWasserstoff-Fabriken
  • Bioenergiespeicherung von Vorprodukten („Grünes Öl“) aus BioWasserstoffproduktion

Und zum zweiten ist es die Biokonversion als stoffliche Nutzung von biogenen Abfallströmen in einem der BioWasserstoff-Fabrik angeschlossenem Produktionszyklus für biogene Kunststoffe als Beispiel einer Kreislaufwirtschaft

Welche Akteure sind bzw. sollen Teil dieses Clusters sein?

Aus den formulierten Arbeitszielen resultieren die zukünftigen Clusterakteure, wie

  • die Biomasselieferanten (Gebietskörperschaften und deren Entsorger),
  • die Hersteller von Aufbereitungstechnik zur Fest-/Flüssig-Trennung der Biomasse,
  • die Planer und Produzenten von Fermentationsanlagen,
  • wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen zur Prozessoptimierung in der BioWasserstoffproduktion, der Latentspeicherung von „Grünem Öl“ und in der Verwertung von Biokunststoffen,
  • Produzenten und Anwender von Biokunststoffen, z.B. im Bauwesen und
  • Vertreter aus Politik und Wirtschaftsverbänden.

Aus welchen Materialien wird ihr BioWasserstoff` hergestellt?

Per Definition wird BioWasserstoff aus toter Biomasse mit Hilfe von lebenden biologischen Organismen gewonnen.

Allerdings verwenden wir bisher energetisch nicht weiter verwertete Biomasse, wie z.B. Landschaftspflegematerial, Strauch- und Grünschnitt aus Gebietskörperschaften, deren Entsorgung bisher zur Kompostierung führt, was übrigens nicht kostendeckend ist.

Worin liegt aus Ihrer Sicht der Vorteil ihres BioWasserstoffs gegenüber grünem Wasserstoff, der mittels Elektrolyseurs mit Hilfe von elektrischem Strom Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff spaltet?

Die aktuellen Verfahren zur Wasserstoffherstellung über Steam-Reforming aus Erdgas sind energieintensiv und als Abprodukt entsteht weiterhin CO2. Power-to-Gas-Verfahren mittels Elektrolyse über den Einsatz von Erneuerbaren Energiequellen sind noch zu teuer, zu energieintensiv und die notwendige Infrastruktur ist nicht ausgebaut. Bei der Verwendung von Biomasse vermeidet man wesentliche Energieverluste der Elektrolyse ebenso die Aufstellung großer technischer Anlagen, die das Landschaftsbild nachhaltig verändern.

Unsere BioWasserstoff-Fabrik zur BioWasserstoff- und Biokunststoffproduktion

  • ist lokal, dezentral und modular einsetzbar,
  • sichert eine inländische Wasserstoff-Produktion und Unabhängigkeit gegenüber Importen
  • sichert eine lokale Verwendung des BioWasserstoffs für regionale Energieerzeugung und Anwendung
  • sichert einen kontinuierlichen Grundlastbetrieb durch Zwischenspeicherungsmöglichkeiten über „Grünes Öl“
  • sichert eine Kreislaufwirtschaft durch vollständige Biomasseverwertung (stofflich und energetisch) und ist CO2-Emissions-einsparend
  • sichert eine regionale Wertschöpfungskette durch Biokunststoff-Produktion

Jules Verne schrieb bereits 1875 in seinem Werk “Die geheimnisvolle Insel“: Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.
Bewerten Sie bitte abschließend diese Aussage.

Dass Wasserstoff zur Energieversorgung allumfänglich einsetzbar ist, haben die Versuche zur technischen Anwendbarkeit beweisen – aber sie haben den Nachweis der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit noch nicht erbracht. So hat Jules Verne hier auf die Anwendung zur Energieversorgung reflektiert, aber über die Herstellung des elektrischen Stroms zur Elektrolyse selbst keine Aussage treffen können. Insofern hat er eine grundsätzliche Zukunftsvision – Wasserstoff als Energieträger – beschrieben, aber die Problematik einer nachhaltigen Energieversorgung in seiner Zeit nicht erkennen können.
Und dass die Wasserstoff-Herstellung auch auf anderem Weg als über die Elektrolyse möglich ist, haben wir mit unserer BioWasserstoff-Produktion bereits nachweisen können.

NOVUM DER EAST 2020:
DIE SPEAKERS CORNER

EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition am 02./03.11.2020 in Erfurt:

NOVUM DER EAST 2020: DIE SPEAKERS CORNER

Zur zweiten Auflage der EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition am 2. und 3. November 2020 im CongressCenter der Erfurter Messe wird es neben digitalen Angeboten ein weiteres Novum geben: die Speakers Corner. Diese wird ergänzend zu den 4 hochklassigen Vortragsforen stattfinden.

Die Speakers Corner hat von Beginn an eine hohe Resonanz erzeugt. Sehr viele Experten aus dem Bereich der Energiewirtschaft haben verschiedene Beiträge eingereicht oder wurden aufgrund ihrer fachlichen Expertise angefragt, um die Speakers Corner gemeinsam mit der Vi-Strategie GmbH und der Messe Erfurt GmbH zu gestalten. Das Echo war enorm groß und sehr vielfältig.  

Auf der Speakers Corner werden hochkarätige Beiträge in Form von Vorträgen, Interviews, kleinen Foren oder Produktpräsentationen stattfinden. Somit wird sie durch ihre verschiedenen Angebote einerseits ergänzend zu den 4 Vortragsforen weitere spannende Themen behandeln und andererseits zahlreiche kurze, den aktuellsten Stand widerspiegelnde Beiträge präsentieren.
Auch während der Pausenzeiten und den Besuchen der begleitenden Fachausstellung wird die Speakers Corner Beiträge liefern.  

Die Moderation werden Dr. Katja Reisswig, Content Redakteurin und Communication Managerin beim B2B-Innovationsnetzwerk Innoloft, und Frank Urbansky, freier Journalist und Fachautor, übernehmen und an beiden Veranstaltungstagen die Fachbesucher durch die Speakers Corner führen.  

Bei der Speakers Corner ist man als Zuhörer nah dran. Dies ermöglicht einen noch einfacheren Informationsaustausch und unmittelbare Diskussionen mit den Referenten.
Angesiedelt ist die Speakers Corner zwischen den Ausstellern und direkt daneben findet man den Barista-Kaffee-Stand der VNG AG, womit für eine angenehme  Atmosphäre und das leibliche Wohl passionierter Kaffeetrinker ebenfalls gesorgt ist.

Die Beiträge der Speakers Corner entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Programm:

*Änderungen vorbehalten

Werden auch Sie Teil der EAST 2020! Tauschen Sie sich mit Experten aus, diskutieren Sie über interessante Vorträge mit den Referenten und treffen Sie neue Geschäftspartner. Sichern Sie sich noch heute Ihr Ticket als Fachbesucher unter https://ticketing14.cld.ondemand.com/shop?shopid=189

DIE EAST 2020 WIRD HYBRID

EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition am 02./03.11.2020 in Erfurt:

DIE EAST 2020 WIRD HYBRID

Die zweite Auflage der EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition findet als hybride Veranstaltung am 2. und 3. November 2020 im CongressCenter der Erfurter Messe statt. In diesem Jahr wird es zusätzlich zum üblichen Präsenzangebot auch die digitale Alternative geben. Neben der Möglichkeit als Aussteller vor Ort zu sein, kann man somit auch Ausstellungsstände digital buchen. Zudem sichert ein Live-Stream die Übermittlung aller Vortragsforen. Die Initiatoren und Veranstalter halten somit trotz Corona-Pandemie und vielen Veranstaltungsausfällen im Messebereich an der EAST 2020 fest.
Ein für die Veranstaltung ausgearbeitetes Infektionsschutzkonzept wird allen Fachbesuchern, Referenten und Unterstützern vor Ort den bestmöglichen Schutz während ihres Aufenthaltes bieten.  

Die Schirmherrschaft und den Eröffnungsvortrag am ersten Veranstaltungstag übernimmt der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen Bodo Ramelow. Danach werden die Keynote –Speaker Carsten Brzeski, ING-Chefvolkswirt der Eurozone sowie Global Head of Macro und im Anschluss daran Kurt-Christoph von Knobelsdorff, Geschäftsführer (Sprecher) der NOW GmbH, den Auftakt der Veranstaltung bilden. Nach einem Besuch der begleitenden Fachausstellung wird es in diesem Jahr- gegenüber der EAST 2019 – auch ein neues Forum (Forum 1) geben. Dieses beschäftigt sich mit den Technologien der Batterieherstellung und Produktion sowie dem nachhaltigen Thema Recycling. Die Themen Wasserstoff und neue Technologien werden in Forum 2 durch verschiedene Experten präsentiert.

Den zweiten Veranstaltungstag wird Dieter Althaus, Vice Präsident Governmental Affairs Magna Europe, Ministerpräsident a.D., mit einem Vortrag zum Thema zukünftiger Mobilität eröffnen. Im Anschluss daran werden Prof. Dr. Eicke Weber, Senator des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) und Michael Wübbels, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) e.V. jeweils eine Keynote halten. Nach einem Besuch der Fachausstellung werden in Forum 3 die Themen IKT, Digitale Vernetzung, KI und Sektorkopplung im Vordergrund stehen. Das Forum 4 wird den Mittelstand, Start-Ups-Chancen, Innovatoren und Rahmenbedingungen für Batterie- und Speichertechnologien durch verschiedene Experten näher beleuchten.  

Alle Vorträge der 4 Foren entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Kongressprogramm:

*Änderungen vorbehalten

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EAST-Präsentationsplattform lädt für 02./03.11.2020 zum zweiten Mal zur Energiespeicher-Tagung und -Messe nach Erfurt ein

EAST-Präsentationsplattform lädt für 02./03.11.2020 zum zweiten Mal zur
Energiespeicher-Tagung und -Messe nach Erfurt ein

Als eine der wenigen großen mitteldeutschen Energietagungen soll der wichtigste Fachkongress zu Energiespeichern der Region,
die EAST´20, im zweiten Halbjahr stattfinden

Die EAST Energy And Storage Technologies conference &exhibition wird im zweiten Halbjahr 2020 als eine der wenigen großen mitteldeutschen Energietagungen stattfinden.

Zum zweiten Mal lädt in diesem Jahr die Messe Erfurt zum wichtigsten Fachkongress der Region über Energiespeicher ein.

Ziel ist es, den gemeinsamen Diskurs leistungsstarker regionaler und überregionaler Partner kontinuierlich fortzusetzen und nicht zu unterbrechen, um damit weiterhin vorhandene Kompetenzen aufzuzeigen und neue Wege in die Zukunft zu erkunden.

Die EAST´20 fungiert bekanntlich als medienübergreifende Dialog-Plattform, als Resonanzboden, Leistungsschau, Netzwerk, Motivator und Wegweiser für die Politik sowie für die Gesellschaft.

Derzeit wird an verschiedenen Konzepten zur Umsetzung der Veranstaltung gearbeitet, um die Ziele der EAST für alle Ansprechpartner erfolgreich umzusetzen.

Die Vorbereitungen laufen somit auf Hochtouren und schließen auch die Erarbeitung digitaler Angebote ein, um letztlich auch eine hybride Tagung und Ausstellung gewährleisten zu können.

Weitere Informationen finden Sie bitte in den nachfolgenden Unterlagen:

Das Leitbild der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Den Ausstellerflyer der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Den Sponsorenflyer der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Die Anmeldeunterlagen der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Das zukunftsweisende Erfurter Energiemodell der SWE Energie GmbH macht deutlich, dass „durch den Einsatz flexibler, sektorenübergreifender Technologien Über-oder Unterangebote durch Strom aus erneuerbaren Energiequellen ausgeglichen und eine saubere Energieversorgung der Stadt Erfurt gesichert werden kann.“* Das Erfurter Energiemodell war eines der Highlights der EAST 2019.
Bild: Christian Seeling, unter:
https://christianseeling.smugmug.com,
*Quelle: https://www.stadtwerke-erfurt.de

“Mich treiben meine Neugierde und mein Interesse an erfolgreichen Unternehmen an”

Im Gespräch mit Lars Lange, Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

“Mich treiben meine Neugierde und mein Interesse an erfolgreichen Unternehmen an”

Nicht “groß” oder “klein”, sondern die unternehmerischen Antworten auf die Herausforderungen Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie entscheiden über die Zukunft des jeweiligen Stadtwerks.

In loser Folge interviewt Vi-Strategie GmbH Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen, die maßgeblich die Energiewende mitgestalten. Neben dem Website-Interview geschieht das jeweils in einem gesonderten Film-Interview, der auf dem YouTube-Energy-Channel Vi-Strategie GmbH präsentiert wird.

Die CEO-Filmreihe beschäftigt sich mit Fragen zu ausgewählten Themen der Energiewende und bietet zudem die Möglichkeit, das jeweilige Unternehmen sowie den Unternehmensverantwortlichen näher kennenzulernen.
Die filmische Wiedergabe von Statements vermittelte eine neue, intensiv-erweiternde Dimension innerhalb der Debatte zur Energiewende und entwickelt mittlerweile ein filmisches Kompendium zur Energiewende. Anhand der Filme – übrigens auch über die Mitteldeutschen Energiegespräche – und somit anhand zahlreicher Protagonisten lässt sich die Energiewende auf sehr persönlich Weise filmisch erzählen.

Die CEO-Filmreihe startete mit Hans-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg GmbH, und seinen Erfahrungen im Stadtwerk, seinen Überlegungen zur Zukunft der Kommunalwirtschaft und seiner Position zur Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert. Es folgte das Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der VNG AG Ulf Heitmüller zur Strategie 2030+ seines Unternehmens als Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende sowie zu den Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland.
Ihre Fortsetzung findet die CEO-Filmreihe im Gespräch mit Lars Lange, Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH zur Zukunft der Stadtwerke.

Lars Lange Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH. Foto: Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

Herr Lange, nach einer 5-jährigen Tätigkeit beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young wechselten Sie ab Oktober 2008 zunächst als Assistent der kaufmännischen Leitung in die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH und wurden ab Juli 2016 Geschäftsführer dieses Unternehmens.
Welche Erfahrungen aus dem Wirtschaftsprüferbereich prägen noch heute Ihr Handeln im Management-Bereich?

Da gibt es mehrere Parallelen. Zum einen wäre da das Prozessdenken zu nennen, d.h. wie kann man Prozesse effektiv und effizient gestalten? Und: Wie kann man diesen Prozess in Ablauf und Ergebnis kontrollieren (z. B. durch Vier-Augen-Prinzip)?

Dazu gehört auch, jegliche Arbeitsschritte schriftlich festzuhalten. Denn was nicht dokumentiert ist, wurde nicht erledigt und lässt sich im Nachgang auch nicht auswerten.

Weiterhin habe ich gelernt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus der Erfahrung heraus sind 80 % meist ausreichend, da die restlichen 20 % in keinem Verhältnis zu Aufwand und Nutzen stehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich außerdem, die Entwicklung der sozialen Kompetenz. Durch ständig wechselnde Prüfungsteams habe ich den Umgang mit verschiedenen Menschentypen kennengelernt. Das hat sich bei den Stadtwerken fortgesetzt. Da konnte ich in den letzten Jahren viele Erfahrungen sammeln.

Letztlich treiben mich meine Neugierde und mein Interesse an erfolgreichen Unternehmen an. Warum hat man sich dafür entschieden? Wieso macht gerade dies Sinn? Das kritische Hinterfragen von Unternehmensentscheidungen ist wichtig, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Ein Blick auf die Website der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH vermittelt einen Überblick über die zahlreichen Projekte, die Sie in Ihrer bisherigen Stadtwerkezeit gemeinsam mit Ihrem Team entwickeln konnten.
Gibt es dabei ein Projekt, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Alle Projekte waren und sind wichtig. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt mir eher übergeordnet das „Projekt Zukunft“ am Herzen. Wie sehen die künftigen Stadtwerke aus? Wo liegen die Schwerpunkte? Antworten auf diese Fragen sind u. a. die Digitalisierung, Dekarbonisierung, aber auch die Herausforderungen der Demografie. Daran arbeiten wir.

Ihr Produktportfolio umfasst Stromangebote, die zu 100% aus Erneuerbaren Energien stammen. Kann man das aus Ihrer Erfahrung heraus als gewisses Alleinstellungsmerkmal für ein Unternehmen dieser Größenordnung ansehen?

Mittlerweile ist das grüne Stromportfolio keine Besonderheit mehr. Auch andere Mitwettbewerber haben diesen Trend erkannt und bieten entsprechende Produkte an. Das bedeutet für uns jedoch nicht, ökologische Grundsätze aufzugeben.

Nachhaltigkeit ist und bleibt eine Herzensangelegenheit, auch wenn es einen kleinen Preisaufschlag bedeutet. In der Praxis erwerben wir grüne Zertifikate aus Europa und stellen damit die physikalische Lieferung für jeden Kunden grün.

Im Netzgebiet selbst liegt unsere derzeitige Erneuerbare-Energien-Einspeisequote bei 38 %.

Ihr Produkt TWINSOLAR – solare Lüftung gegen Feuchtigkeit, beispielsweise in Kellern, muss doch auf reges Interesse, insbesondere bei so manchem Eigentümer eines in die Jahre gekommenen Mehrfamilienaltbaues, stoßen. Wie funktioniert es und wie gut kommt dieses Produkt bei ihren Kunden an?

Bei diesem Produkt kooperieren wir mit Grammer Solar aus Amberg. Das Angebot funktioniert so: Ein solarbetriebener Lüfter saugt Frischluft an, erwärmt diese und führt sie nach drinnen.  Parallel dazu wird verbrauchte und feuchte Luft nach außen befördert. Dieses autarke Solar-Luft-System dient immer als Ergänzung zum primär verwendeten Energieträger und ist vor allem für sanierte Bestandsgebäude interessant.

Eine gewisse „Anfangsneugier“ bei unseren Kunden ist durchaus vorhanden. Derzeit erläutern wir in monatlichen Beratungsterminen dieses praktische Abluftsystem und geben auch Hinweise auf staatliche Förderungen.

Man sagt Versorgungsunternehmen gelegentlich größeres Beharrungsvermögen nach. Welche Veränderungen konnten Sie gemeinsam mit den Stadtwerkemitarbeitern umsetzen?

Da entsprechen wir wahrscheinlich nicht ganz dem gängigen Rollenbild ;-). Auch wenn es uns viel Kraft kostet, so haben wir die Notwendigkeit der Digitalisierung früh erkannt und Prozesse aus allen Bereichen auf den Prüfstand gestellt. Bereits umgesetzt wurden z. B. das Kundenportal, der elektronische Rechnungseingang, der Online-Schachtschein oder die regelmäßige Weiterbildung unserer Mitarbeiter durch einen digitalen Campus. Zurzeit arbeiten wir an einem Workforce-Management zur Digitalisierung von Ablese- und Zählerwechselprozessen, der in diesem Jahr abgeschlossen sein wird. Ein weiterer Baustein ist die offene Kommunikation und die Einbindung der Mitarbeiter in Unternehmensprozesse. Wir fördern durch regelmäßige Vier-Augen-Gespräche den Austausch zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Außerdem regen wir durch ein implementiertes Ideenmanagement dazu an, aktiv mitzugestalten. In Zeiten der permanenten Veränderungen sind Austausch und Dialog mit den Mitarbeitern unverzichtbar, um auch alle auf unserem Weg mitzunehmen.
Diese Art der offenen Unternehmenskommunikation praktizieren wir auch extern. Mit den Social Media-Kanälen wie Facebook und YouTube sind wir für die Öffentlichkeit nahbarer und transparenter geworden. Wir transportieren unsere Inhalte, ob Bautätigkeit, Veranstaltungen oder Produktinformationen und beleben damit bewusst unseren Claim „Immer für mich nah.“

Nun hat die Coronavirus-Krise über längere Zeit zum Lockdown im gesamten Land geführt. Das war ein Stress-Test für so manches Unternehmen. Ihr Unternehmen zählt zur kritischen Infrastruktur. Wie schätzen Sie die bisherigen Ergebnisse des Stress-Tests für die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH ein?

Zunächst bin ich sehr froh, dass wir bis dato keinen direkten Covid-19 Fall zu verzeichnen hatten. Das ist auch der Umsicht unserer Mitarbeiter, dienstlich wie privat, zu verdanken.

Das moderne Gebäude der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH. Foto: Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

Grundsätzlich sind Stress-Tests in der Infrastruktur nichts Ungewöhnliches, dafür sind wir auch TSM (Technisches Sicherheitsmanagement) zertifiziert und bilden uns regelmäßig fort. So sind wir stets in der Lage, z.B. bei Umgang mit Gasgeruch oder Stromausfall, angemessen und konzentriert zu agieren.
Covid-19 war natürlich auch für uns etwas ganz Besonderes. Die anfängliche Ungewissheit ist schnell der Besonnenheit und dem Pragmatismus gewichen. Ein umgehend eingerichteter Krisenstab aus Führungskräften, der Unternehmenskommunikation und der Geschäftsführung wurde zu regelmäßigen Abstimmungsrunden einberufen. Dort haben wir gemeinsam abgewogen, welche notwendige Regeln im Unternehmen umgesetzt werden und in welchem Zeitraum. Die hohe Taktung der Informationen und die guten Kommunikationswege haben dann unsere ca. 50 Mitarbeiter immer wieder auf´s Neue „abgeholt“ und auf den aktuellen Stand gebracht. Eine große Herausforderung bestand für die Mitarbeiter mit Kindern, aber auch für Kollegen, die zur Risikogruppe gehören. Hier mussten flexible Lösungen, z. B. durch mobiles Arbeiten, geschaffen werden.
Nicht zuletzt haben wir auch für unsere Kunden Kompromisse finden können, die hinsichtlich der Pandemie keine oder weniger Einkünfte hatten. Die digitale und telefonische Erreichbarkeit hat uns geholfen, auch ohne persönlichen Kontakt für die Kunden „nah“ zu sein. Grundsätzlich gab es einen sehr guten Dialog zwischen allen und gegenseitiges Verständnis.

Ihre Außendarstellung vermittelt neben ökologischer Kompetenz diese zugleich im digitalen und im Social Media-Bereich. Beispielsweise steht auf der Website Ihres Unternehmens „Nähe bedeutet für uns, nah am Geschehen unserer Kunden zu sein. Und das auf allen Ebenen. Sei es Sponsoring, E-Mobilität, Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien oder Digitalisierung – wir sind nah dran!“
Haben es kleinere Unternehmen aufgrund der Kundennähe nach Ihren Erfahrungen einfacher, eine solche Selbstverpflichtung umzusetzen?

Ja und nein. Vorteilhaft sind sicherlich unsere Nähe, unser Bekanntheitsgrad, die Präsenz der Mitarbeiter vor Ort und die Aktivität bei regionalen Veranstaltungen. Das nehmen unsere Kunden wahr und das hilft uns im Wettbewerb. Hingegen ist es für kleine Unternehmen im teilweise disruptiven Umfeld der Energiewirtschaft eine riesige Anstrengung, zu bestehen. Daher setzen wir umso mehr auf die kreativen Köpfe im eigenen Haus, die ideenreiche Lösungen und Angebote rund um das Thema Strom und Gas entwickeln. Wir kooperieren dafür mit Dienstleistern oder integrieren uns auf Plattformen, um das dort vorhandene Know-how für uns zu sinnvoll zu nutzen. Die Kunden fragen immer häufiger nach Komplettpaketen und Energiedienstleistungen im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien oder E-Mobilität. Diese komplexen und erklärungsbedürftigen Angebote müssen wir im Portfolio haben, Strom und Gas allein reichen schon lange nicht mehr aus. Das bedeutet für uns, nicht stehen zu bleiben und sich vertrieblich immer wieder neu zu erfinden.

Beim Stichwort kleinere Unternehmen fällt das Augenmerk bei Ihrem Unternehmen sogleich auf den bundesweiten Thüga-Stadtwerke- und Energieversorgerverbund, in dem die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH vertreten ist und Sie zugleich ein Aufsichtsratsmandat innehaben.
Ist die Mitgliedschaft Ihres Unternehmens in der KOM9 GmbH & Co. KG Garant für stabile unternehmerische Entwicklung?

Der Verbund der Thüga-Beteiligungen ist eine Plattform vieler „Gleichgesinnter“, in der man sich jederzeit austauschen kann. Auch sind die Ansätze der Thüga hilfreich, wie z. B. die Bewertung von aktuellen Gesetzesänderungen und deren Handlungsempfehlungen. Zudem kann man von den bei der Thüga entwickelten Innovationen partizipieren.

Das alles ist aber kein Garant für eine stabile unternehmerische Entwicklung. Letztlich ist die aktive Mitgestaltung eines jeden einzelnen Unternehmens gefragt.

Im Bereich Social Media sind die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH sehr aktiv, haben eine eigene Facebook-Seite und einen YouTube-Account mit zahlreichen Videos und sogar 30 Abonnenten. Erreichen Sie auf diesem Weg viele Kunden und Partner?

Unsere Fanzahlen der Facebook-Seite haben sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Derzeit haben wir 732 Abonnenten und 686 Fans. Wir haben eine sehr aktive und treue Community und arbeiten nicht mit „gekauften“ Fans. Das ist nachhaltiger und vermeidet Kurzzeiteffekte.

Wir versuchen, unsere Kunden auf den Kanälen zu erreichen, wo diese auch aktiv sind. Da gehört Facebook und YouTube einfach dazu. Auf diese Art und Weise bieten wir an, sich mit uns auszutauschen und ggf. ein Feedback zu bekommen. Ich finde schon, dass wir viele Kunden und Partner erreichen, das wird mir auch regelmäßig bei persönlichen Treffen widergespiegelt.

Abschließend noch eine ein wenig ausgefallenere Frage, Sie verfügen vermutlich als einziges oder eines von sehr wenigen Stadtwerke über einen eigenen Song. „Krach für´s Vogtland“ heißt er. Wie kam es dazu?

Ja und da sind wir mega stolz drauf. Es war die Idee von Kerstin Müller (Unternehmenskommunikation) in Vorbereitung auf 25 Jahre Stadtwerke. Es sollte etwas Besonderes werden! Und dies ist es auch. Gut ein Jahr davor hat die gesamte Belegschaft unseren ehemaligen Geschäftsführer, Werner Siegert, mit einem gemeinsamen Lied und Musikvideo überrascht. Dies kam so gut an, da war Wiederholung angesagt.

Herr Lange, herzlichen Dank für das sehr interessante und angenehme Gespräch. RO

Kurzvita

Lars Lange ist am 02.01.1979 in Karl-Marx-Stadt geboren.

1997
Abitur und anschließend Ableistung des Wehrdienstes

1998-2000
Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei der Firma KiK Textilien und Non-Food GmbH

2000-2004
BWL-Studium zum Diplom Kaufmann an der Westsächsischen Hochschule Zwickau mit den Studienschwerpunkten Rechnungswesen sowie Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Diplomthema: Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act und andere europäische/deutsche Vorschriften auf die Versicherungswirtschaft und die Revision

2004-2008
Wirtschaftsprüfer bei Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, im letzten Jahr als Prüfungsleiter in der Wirtschaftsprüfung tätig

Oktober 2008 – Juli 2009
Assistent der Kaufmännischen Leitung der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

August 2009 – Juni 2016
Kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

2010
Prokura der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

01.07.2016 – heute
Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

Urbane Mobilität als neues Geschäftsfeld für Energieversorger in Zeiten der Corona-Pandemie?

Urbane Mobilität als neues Geschäftsfeld für Energieversorger
in Zeiten der Corona-Pandemie?

Jüngst veröffentlichte das Kompetenzzentrum für Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. der Universität Leipzig (KOWID) in Kooperation mit der InnoEnergy, den Leipziger Stadtwerken und dem Verband kommunaler Unternehmen e. V. eine Studie unter dem Titel und mit der Fragestellung “Urbane Mobilität als neues Geschäftsfeld für Energieversorger?”. Diese Studie ging aus den Ergebnissen einer Delphi-Befragung hervor, an der sich 33 Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Automobilindustrie, Verwaltung, Banken und Beratungsgesellschaften sowie Verbraucher- und Umweltverbänden beteiligten. Ferner wurden Energieversorgungsunternehmen schriftlich mittels eines geschlossenen Fragebogens befragt. Es beteiligten sich 31 Unternehmen an der Studie.

Die Erfurter Vi-Strategie GmbH, Veranstalter der Gesprächsreihe “Mitteldeutsches Energiegespräch” und Mitinitiator der Energiespeichermesse EAST Energy And Storage Technologies auf der Erfurter Messe, war durch Geschäftsführer Rainer Otto als Experte vertreten. Zusammengetragen, analysiert und ausgewertet wurden die Ergebnisse der Befragung durch ein Autorenteam der Universität Leipzig unter Federführung von Prorektor Prof. Dr. Thomas Lenk sowie KOWID-Vorstand Dr. Oliver Rottmann sowie Dipl.-Geogr./Dipl.-Ing. André Grüttner.

In einer 3-seitigen Zusammenfassung bilanziert die Delphi-Studie die zentralen Erkenntnisse und Trends urbaner Mobilität in einer smarten City. Ausgangsposition ist hierbei, dass die Energieversorgungsunternehmen zunehmend im Rahmen der Umsetzung der Energiewende unter wirtschaftlichen Druck geraten, da ihr bisheriges Kerngeschäft mit starken Erlös- und Gewinneinbußen einhergeht. Daher sind Energieversorger gezwungen, neue, innovative und vor allem gewinnbringende Geschäftsmodelle zu generieren. Diese neu zu erschließenden Geschäftsmodelle könnten laut Studie unter anderem im Rahmen der Elektromobilität gefunden und platziert werden.

Im Laufe der letzten Jahre ist das Mobilitäts- und Verkehrsaufkommen gestiegen. In diesem Zusammenhang haben sich aber auch die individuellen Mobilitätsbedürfnisse verändert. Als Beispiel nennen die Autoren hierbei den Ansatz, dass bei jungen Erwachsenen in den Ballungsräumen häufig “Nutzen vor Besitzen” steht. Dieses reine Nutzungsdenken befördert vor allem Mobilitätsangebote wie Sharing-Modelle oder neue Formen der Elektromobilität.

Im Fokus stehen für die Energieversorgungsunternehmen Geschäftsbereiche wie die Ladeinfrastruktur, Carsharing-Modelle, Contracting, Verkehrskonzepte, Sektorenkopplung und Kooperationspotenziale mit anderen Akteuren. Um diese Geschäftsbereiche wirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können, sind laut der Studie Partnerschaften mit anderen Wirtschaftsunternehmen zwingend notwendig.

Grundsätzlich erscheinen diese potenziellen neuen Geschäftsmodelle als Chance der Erschließung neuer Märkte für Energieversorger. Jedoch sind sich die Experten der Delphi-Befragung einig, dass dieser Chance diverse Hemmnisse gegenüber stehen. Im Wesentlichen sind dies unternehmensinterne Hemmnisse (Unternehmenskultur, Prozesse, Ressourcen, Personal, Know-how), Kosten-Nutzen-Relationen respektive die Wirtschaftlichkeit neuer Geschäftsfelder und die ordnungspolitischen/rechtlichen Rahmenbedingungen.

Bild: moreimages – shutterstock

Um diesen nicht unbedeutenden Hemmnissen entgegenzuwirken, sollten vor allem Kooperationslösungen in den Vordergrund gerückt und als Ziel angestrebt werden. Als Kooperationspartner kommen für Energieversorger beispielsweise Hersteller von Ladestationen und Energiespeichersystemen, Wohnungsunternehmen, Mietfahrzeug- beziehungsweise Sharing-Anbieter, andere Energieversorgungsunternehmen, aber in größerem Umfang auch branchenspezifische Start-Ups, Verkehrs- und IT-Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen besonders in Frage.

In der Zusammenfassung wird resümiert, dass die urbane Mobilität – insbesondere die Elektromobilität – trotz aller Hemmnisse als Chance angesehen werden kann, neue Mobilitätsansätze voranzutreiben und zu befördern, die für Energieversorgungsunternehmen als neue Geschäftsmodelle etabliert werden können. Ob dies allerdings ausreichend ist, um die Mobilitätswende mit der Elektromobilität als einen wesentlichen Baustein und die zunehmenden, individuellen Mobilitätsbedürfnisse zu erreichen, bleibt laut Einschätzung der Autoren abzuwarten.

Die gesamte Delphi-Befragung und Veröffentlichung der Studienergebnisse erfolgten in der Zeit vor der Corona-Pandemie. Somit konnten die Auswirkungen der Corona-Krise nicht berücksichtigt werden. Allerdings sind auch die zuvor genannten Geschäftsbereiche von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Die Verkehrsstraßen waren während des Lockdown nahezu autofrei, bedingt durch Ausgangsverbote und Arbeit im Homeoffice. Dadurch sind auch Carsharing-Modelle derzeit nicht besonders attraktiv für Nutzer. Hinzu tritt die Frage, inwieweit die Carsharing-Anbieter die neuen Hygienestandards umsetzen können. Private als auch geliehene Personenkraftwagen werden tendenziell eher stehen gelassen. Aber auch der Öffentliche Personennahverkehr erlebt derzeit Millionenverluste, bedingt durch Ausgangssperren, Abstandregelungen und der Angst vor Ansteckungen. Viele Menschen sind daher auf das Fahrrad als risikoärmeres Verkehrsmittel umgestiegen. Auch spielen hierbei das fast sommerliche Wetter und der stetige Ausbau von Radfahrstreifen in Großstädten eine Rolle. Es zeigt sich somit, dass sich die urbane Mobilität innerhalb der Krise noch einmal verändert hat. Dadurch ist es aktuell für Energieversorgungsunternehmen noch schwerer, die angestrebten neuen Geschäftsmodelle im Bereich der Mobilität zu etablieren.

Es gilt somit zu konstatieren, dass die Energieversorgungsunternehmen in ihrem möglichen Geschäftsbereich Mobilität bereits vor der Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen im Hinblick auf die notwendige Erschließung neuer Geschäftsmodelle standen. Die Corona-Pandemie ist nunmehr als zusätzliches Problemfeld hinzugekommen, da sich die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung erneut verändert haben.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur gezeigt, wie sehr eine solche Krise das gesamte Wirtschaftsgefüge eines Landes zu gefährden vermag, sie zeigt auch, wie wichtig das Vorantreiben der Digitalisierung (in diesem Zusammenhang vor allem des Breitbandausbaus) und das smarter Lösungen, unter anderem eben auch im Mobilitätsbereich, ist. Energieversorgungsunternehmen sind daher gut beraten, künftig besonderen Wert auf nachhaltige Geschäftsmodelle mit einem gesellschaftsrelevanten Ansatz zu legen.
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Die Studie “Urbane Mobilität als neues Geschäftsfeld für Energieversorger?” finden Sie HIER.

„Aber die Kunst in all ihren Facetten wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein.“

Interview mit dem Weimarer Künstler Wolf Bertram Becker:

„Aber die Kunst in all ihren Facetten wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein.“

Wolf Bertram Becker in seinem Atelier. Fotos: Lux Becker

„Ohne Weimar ist die Geschichte der deutschen Kultur nicht denkbar“, sagte einst Altbundespräsident Roman Herzog, über die facettenreiche Stadt mit großer Vergangenheit. Hier lebt und arbeitet der Maler Wolf Bertram Becker.

Wolf Bertram Beckers Werk, in zahlreichen in- und ausländischen Ausstellungen sowie Museen vertreten, ist, wie es in einem seiner Kataloge heißt, „vielschichtig und konzentriert zugleich, es spiegelt eine sehr enge Wahrnehmung der Wirklichkeit und eine besondere Art, die ganz persönlichen Empfindungen damit zu verbinden.“

AKTUELLES hat die Zeit der Veränderungen genutzt, um mit Wolf Bertram Becker darüber zu sprechen, wie es ihm und seiner Stadt derzeit ergeht.

Lieber Wolf, die aktuelle Situation hat unser gesellschaftliches Leben vollständig verändert. Wie nimmst Du dies derzeit wahr, wie geht es dir dabei?

Wir leben im Ausnahmezustand. Keiner von uns hat etwas Vergleichbares erlebt und sich wahrscheinlich auch nicht vorstellen können. Die weltweiten Auswirkungen sind beunruhigend. Wir sind auf der einen Seite Zuschauer der Corona-Tragödie, auf der anderen Seite Akteure, die sich an unglaublich rigide Regieanweisungen zu halten haben. Wenn Grundrechte ausgesetzt werden, ist die Lage bedrohlich. Ich fühle mich nicht wohl dabei.

Stichwort Kulturstadt Weimar. Wieviel Kultur kann man in Weimar in diesen Zeiten erleben?

Ganz langsam regt sich wieder Leben. Seit Mitte März waren alle Museen und Ausstellungen geschlossen, ebenso Kinos, Theater, Galerien. Weimar machte da gegenüber anderen Städten keine Ausnahme. Das ganze kulturelle Leben mit seinen feinen Verästelungen kam zunächst beinahe vollständig zum Erliegen. Es war eine Art Schockstarre.

Später erschienen Online-Angebote im Kunstbereich, virtuelle Führungen durch Ausstellungen und Galerien, die mit viel Aufwand erstellt werden, aber doch eben nur einen ungefähren Eindruck geben können.

Unsere reale Welt lässt sich nicht 1:1 digitalisieren. Gott sei Dank! Also ist ihr Verlust schmerzhaft.

Ab Anfang Mai öffnen nun wieder die ersten Museen und Ausstellungen.

Seit der Eröffnung vor gut einem Jahr haben fast 300.000 Menschen das Bauhaus-Museum Weimar besucht und nun der Lockdown. Wie schätzt Du die Auswirkungen auf die Weimarer Museen, Theater, ja auf die gesamte Kultur- und Kunstszene ein?

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch gar nicht absehbar. Weimar ohne seine kulturelle Vielfalt ist ein Schatten seiner selbst. Welche entstandenen finanziellen Verluste durch Landes- bzw. Bundesmittel möglicherweise kompensiert werden können, ist im Augenblick unklar. Aber Weimar hat eine aktive Kunstszene und es wird viele kleine und große Angebote und Aktivitäten geben.

Gibt es in Weimar Überlegungen, wie man aus der Stadt heraus den Kulturbetrieb wieder hochfahren kann, wie man insbesondere die Weimarer Kleinkunstszene vor einem massiven “Austrocknen” bewahren kann?

Leider bietet der städtische Haushalt kaum finanziellen Spielraum. Möglicherweise kann die Stadt als Vermieterin manche Akteure durch Mietnachlässe unterstützen. Ich hoffe sehr, dass es pragmatische Lösungen geben wird. Auch bürgerliches Engagement wird helfen können, ich bin mir da sicher.

Du bist ein sehr bekannter Maler, welchen Einfluss hat die aktuelle Situation auf deine Arbeit und die zahlreichen Künstler-Kollegen?

Zunächst einmal geht die künstlerische Arbeit weiter. Ein bildender Künstler, der freiberuflich arbeitet, weiß nie, was er im nächsten Monat verdient. Das ist eine gewisse Last, und der Außenstehende wird sagen, es sei selbstgewähltes Leid. Und das ist nicht einmal falsch. Es kann immer magere Monate geben. Dass allerdings so viele Berufsgruppen zeitgleich betroffen sind, ist ungewöhnlich. Die freiberuflichen Musiker und Schauspieler sind besonders hart betroffen.

Die Frage ist natürlich, wie es weitergeht, wie lange der Ausnahmezustand anhält, wie stark die wirtschaftliche Abwärtsspirale sein wird. Aber die Kunst in all ihren Facetten wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein.

Wie lenkst du dich zurzeit ab?

Ich habe nicht das Gefühl, mich ablenken zu müssen. Ich mache das, was ich immer mache. Morgens einen Lauf, ca. 5 bis 10 Kilometer um meinen Kopf frei zu bekommen, meine  Gedanken zu ordnen und meinen Körper zu spüren. Ich habe aufgehört, Corona-Statistiken zu lesen, fühle mich aber dennoch gut informiert.

Du bist Vater von drei Kindern. Wie sieht euer Alltag aktuell aus?

Wir schlafen etwas länger. 9 Uhr Schulbeginn soll ja für Kinder viele Vorteile haben. Diese Chance haben wir mit dem Homeschooling! Was für ein Wort! Im Ganzen aber recht erfolgreich. Als Familie verbringen wir mehr Zeit gemeinsam als sonst, das ist natürlich eine sehr schöne Facette dieser ungewöhnlichen Zeit. Und nach wie vor gehe ich ins Atelier und habe mir damit einen Teil der Normalität bewahren können.

Viele Menschen stehen durch den Lockdown vor zahlreichen neuen Herausforderungen, wie ist es bei Dir?

Die größte Herausforderung ist mit Sicherheit, die Kinder einigermaßen gut durch diese Zeit zu navigieren. Für sie ist die ganze Situation eine ungeheure Belastung.

Deine Bilder entstehen oft aus Eindrücken von Auslandsreisen. Malst du nun aus deiner Erinnerung oder wird deine Kunst jetzt von anderen Eindrücken geprägt?

Ich habe Mappen voller Skizzen, Reisetagebücher, Studien, Zeichnungen, Fotos. Und viele, viele Ideen. Es ist ein ungeheurer Fundus, aus dem ich jahrelang schöpfen könnte. Die aktuelle Durststrecke lässt sich also gut überstehen…

Woran arbeitest du aktuell?

Ich arbeite im Augenblick an Walddarstellungen und an Darstellungen von Reflexionen. Daneben habe ich begonnen, einige Bilder zu überarbeiten. Das orangene Venedigbild ist eines dieser Bilder, entsprechend auch die Signatur 2017/20.

Es gibt Bilder, die in meinen Augen nicht vollendet waren. Ich kann nicht beschreiben, woran ich festmache, dass ein Bild vollendet ist. Es existiert keine Gleichung, die sich mathematisch lösen lässt. Es ist eher Intuition, etwas Magisches.

Gibt es derzeit Projekte, die du trotz allem realisieren kannst?

Natürlich. Ich arbeite zum Beispiel an einer Grafik, in diesem Fall einem Holzschnitt, den der Förderverein eines Erfurter Gymnasiums seinen Abiturienten mit auf den Lebensweg gibt. Sie machen das seit vielen Jahren und ich bin sehr froh, dass es solche wunderbaren Traditionen gibt. 

Wie gestaltet sich der Kontakt zu deinen Käufern und Kunstliebhabern, welche Unterstützung wäre denkbar?

Es ist ruhiger als sonst. Es herrscht eine Art Dornröschenschlaf und eine gewisse Ratlosigkeit. Atelierbesuche sind im Augenblick selten. Wenn meine Kinder nicht in die Schule gehen dürfen, wenn Läden geschlossen bleiben, wenn die Galerie geschlossen bleibt, fragt man sich natürlich, ob der Besuch beim Künstler möglich ist? Er ist natürlich möglich. Außerdem gibt es das Telefon und das Internet.

Welche Botschaft würdest du gern potentiellen Käufern übermitteln?

Großartig ist, wenn sich Käufer gerade jetzt zum Kauf eines Kunstwerkes, ihres Favoriten, entscheiden. Oft gibt es ja ein Bild, eine Plastik, die man irgendwann kaufen möchte … Es klingt paradox, dass der Zeitpunkt gerade jetzt sein soll, wo doch die ganze Wirtschaft von einem Abwärtsstrudel erfasst zu sein scheint. Aber es ist eben auch eine ungewöhnliche Zeit, und auch die Künstler möchten vom Verkauf ihrer Kunst leben. Vor diesem Hintergrund ist es möglicherweise auch die Zeit ungewöhnlicher Preisnachlässe …

Lieber Wolf, vielen lieben Dank für dieses Interview und dir und deiner Familie auch weiterhin alles Gute.

AS

Mehr über Wolf Bertram Becker und die Klassikerstadt Weimar vermittelt der Film der Galerie Vi-Strategie www.youtube.com.
Dieser Film entstand im Atelier des Künstlers und an verschiedenen wunderbaren Orten in Weimar.

Weiterhin finden Sie unter www.verlag-vi-strategie/wolf-bertram-becker eine Auswahl von Wolf Bertram Beckers Werken, die über den Verlag Vi-Strategie zu erwerben sind.

Erfurter EAST Energy And Storage Technologies startet im September 2020 mit zusätzlichen neuen Themen in zweite Runde: Technologien der Batterie-Herstellung und -Produktion sowie Recycling /
Interview mit Initiatoren

EAST Energy And Storage Technologies am 08./09. September 2020 im CongressCenter und der Messe Erfurt – Interview mit zwei der Initiatoren

Neu zur Tagung und Ausstellung: Technologien der Batterie-Herstellung und -Produktion sowie Recycling – Wir setzen Akzente in Mitteldeutschland

Interview mit Michael Kynast und Rainer Otto, zwei der Initiatoren der EAST

Rainer Otto, Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH, des Verlages Vi-Strategie und Veranstalter des Mitteldeutschen Energiegesprächs. Foto: Jürgen Sendel, unter www.pictureblind.de

Im Jahr 2019 haben Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, Rainer Otto, Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH, und Prof. Dr. habil. Ulrich S. Schubert, Lehrstuhl Organische Chemie an der Universität Jena, die Initiative ergriffen und die erste mitteldeutsche Energiespeichertagung und -messe EAST Energy And Storage Technologies conference” & exhibition ins Leben gerufen.
In diesem Jahr, am 8. und 9. September, startet die zweite Auflage. AKTUELLES hat mit Michael Kynast und Rainer Otto, zwei der Initiatoren, zum Interview gebeten.

Einige Monate nach der Erstauflage der EAST haben Ihre Mitstreiter und Sie sicher schon eine Bilanz gezogen. Wie fällt die aus?

Kynast: Mit 180 Teilnehmern und 15 Ausstellern fällt die Bilanz positiv aus. Gegenwärtig bereiten wir bereits intensiv die zweite Veranstaltung vor.
Unser Ziel ist es, den gemeinsamen Diskurs über Speichermedien in der integrierten Energiewende mit Beteiligung leistungsstarker regionaler und überregionaler Partner fortzusetzen, gerade in Mitteldeutschland vorhandene Kompetenzen aufzuzeigen und neue Möglichkeiten für den effizienten Einsatz der verschiedenen Energiespeicher zu erkunden.

Otto: Wir alle wissen: Mitteldeutschland ist vom Strukturwandel im Energiesystem und in der Demografie stark betroffen, so dass eine potenzielle und sehr glaubwürdige Anwender- und Demonstrations-Region für die neuen Speichertechniken in den Energienetzen, den Produktionsabläufen und der Sektorenkopplung gegeben ist.
Mitteldeutschland muss sich dafür als Region begreifen. Die Synergien aus starker Forschung und lokaler, vernetzter Wertschöpfung können nur gehoben werden, wenn Bundesländer übergreifend agiert werden kann.

Ich glaube, dass sich alle einig sind, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn man das Thema Speichertechnologien als Treiberthema der Zukunft sieht. Welche Rückkopplungen von den Kongressteilnehmern haben Sie außerhalb der engeren Fachwelt erhalten?

Kynast: Die Signale sind sehr positiv. Es gibt im mitteldeutschen Raum eine Fülle von Knowhow und damit Unternehmen entlang der A4 und der A9, die unsere Region zu einer europäischen Energie-/Batterie-Speicherregion werden lassen können. Hierzu braucht es den Austausch.
Die EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition ist Leistungsschau, Dialog-Plattform, Wegweiser und Treiber für die Energiespeicher-Region Mitteldeutschland.

Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen a.D., war Keynote Speaker am Eröffnungstag der EAST 2019. Auch zur EAST 2020 werden wieder hochkarätige Redner aus Politik, Wirtschaft und Forschung rundum das Thema Energiespeicher referieren. Foto: Christian Seeling, unter www.christianseeling.smugmug.com

Otto: Um da anzuschließen: Zugleich befördert die EAST den Trend, sich in der Region intelligent zu spezialisieren. Wichtig ist uns neben umfassender Information über mobile und stationäre Stromspeicher, dass auf der EAST‘20 die Chancen der digitalen Produktionstechnik dargelegt werden. Die künftige Batterieherstellung, nur wenige Minuten von der Erfurter Messe entfernt am Standort Erfurter Kreuz, in Bitterfeld-Wolfen oder Grünheide, mit ihren vielen hundert Millionen Zellen pro Jahr braucht eine völlig neue Art von datengetriebener Fertigungstechnik und Qualitätssicherung. Gerade hier ist Mitteldeutschland mit einem äußerst leistungsfähigen Sondermaschinenbau, mit der Sensorik und Photonik sowie mit Kompetenzen in der IT, bei Algorithmen sowie der Verarbeitung großer Datenmengen führend.

Reden wir hier eigentlich nur von Elektro oder auch von anderen alternativen Energiequellen?

Otto: Die EAST´20 vermittelt als Tagung mit Sessions und Workshops sowie mit einer Fachausstellung einen umfassenden Überblick zu folgenden Schwerpunkten

  • Technologien der Batterie-Herstellung/-Produktion
  • Recycling
  • Wasserstoff und neue Technologien
  • IKT, Digitale Vernetzung, KI, Sektormanagement
  • Start-ups, junge Wissenschaftler, rechtliche Rahmenbedingungen, internationale Zusammenarbeit.

Damit gibt die EAST‘20 einen Überblick über die Breite der technologischen Ansätze in der Speichertechnik und es wird auf besondere Art und Weise über Thüringen hinaus der Bogen zwischen Forschung und Anwendung geschlagen.

Kynast: Deshalb wird die EAST in diesem Jahr auch Partner und Berater für politische Entscheidungsträger sein, die durch das Setzen geeigneter Rahmenbedingungen die Gestaltung der mitteldeutschen Energiespeicher-Region erfolgreich fördern können.

Der Batterie-Container von JenaBatteries war ein Highlight der EAST 2019 und stand als Ausstellungsstück vor dem Eingang des CongressCenters der Erfurter Messe. Foto: Christian Seeling, unter: www.christianseeling.smugmug.com

Auf der EAST.19 war viel davon die Rede, dass die Voraussetzungen in Thüringen vielversprechend sind. Dabei reden wir nicht nur von denen, die auf diesem Gebiet bereits forschen. Spannend wird es dann, wenn auch bisher branchenfremde Unternehmen in das Thema einsteigen. Wo sehen Sie die Potenziale der Speichertechnologien beispielsweise für Thüringer Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus?

Kynast: Die Nachbarschaft und angestrebte Einbindung beispielsweise des chinesischen Batteriespeicher-Produzenten CATL hebt für Aussteller und Fachbesucher die Attraktivität der EAST als Referenz-Plattform.

Ausstellungsstände wie dieser von JenaBatteries luden Fachbesucher zum Gespräch ein. Foto: Christian Seeling, unter www.christianseeling.smugmug.com

Die Initiatoren der EAST 2019 Prof. Ulrich Schubert Friedrich-Schiller-Universität Jena, Rainer Otto und Michael Kynast Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, gemeinsam mit Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen a.D. Foto: Christian Seeling, unter www.christianseeling.smugmug.com

Sie bietet nämlich die Möglichkeit, Technologie-Entwicklungsthemen, Innovationen, Lösungen des Maschinen- und Anlagenbaus, Leistungen von Zulieferern und Ausrüstern im unmittelbaren Entwicklungs- und Produktions-Umfeld von CATL und weiteren Batteriespeicher-Herstellern in Europa vorzustellen. Wir finden, dass dadurch eine besondere Attraktivität und ein hoher Nutzen für Teilnehmer und Fachbesucher generiert wird. Zur EAST werden anwenderorientierte Anlagenbau- und Ausrüster-Lösungen für Batteriespeicher-Produktion präsentiert, die bei der Hochskalierung der Produktion für den prognostizierten stark wachsenden Bedarf an Batteriespeichern in Europa passfähig sind und sich in der Zusammenarbeit von Batteriespeicher-Herstellern und OEM im Automobilbau kundenspezifisch anpassen lassen. Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batteriespeicher bieten zahlreiche weitere Chancen für Anlagenbauer und Ausrüster in der Produktion vorgelagerten Prozessen sowie bei Recycling und Wiederverwertung von Batteriekomponenten und -Materialien.

Otto: Um diese Themen geeignet auf der Kommunikationsplattform EAST zu präsentieren, entwickeln wir geeignete, zum Teil verknüpfte Kommunikations- und Ausstellungsformate, die dem Fachbesucher höchstmöglichen Wissenszuwachs sichern. Ich denke da beispielsweise an eine eigene “Speakers Corner”, um unmittelbar aus dem Stehgreif Interviews, Statements, Gesprächsrunden und andere Kommunikationsformate zu nutzen.

Es ist also offenbar so, dass es ohne die Vernetzung unterschiedlicher Branchen nicht gehen wird. Wie ist Ihr Ansatz? Mit wem wollen Sie in Zukunft enger zusammenarbeiten?

Kynast: Mit fachlicher Expertise aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Verbänden und Gesellschaft werden wir anhand aktueller Anwendungsbeispiele der Stand in Forschung, Entwicklung und Nutzung von Energiespeicher-Konzepten vorstellen und erörtern.

Kongresse und Messen sind die eine, die praktische Zusammenarbeit die andere Seite der Medaille. Was erhoffen Sie und Ihre Mitstreiter sich als grundsätzlichen Impuls für die Region?

Otto: Wir sind überzeugt: Die EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition ist DIE Leitmesse für innovative Energiespeicherideen, -konzepte und -produkte aller Bereiche der Integrierten Energiewende in Mitteldeutschland und darüber hinaus.
Die Leistungsschau der Wissenschaftler und Unternehmen, die künftig jährlich stattfinden soll, wird hierfür wichtige Impulse setzen und als Treiber wichtiger innovativer Akzente für die Industrie und auch für das Handwerk der Region wirken.

Das CongressCenter der Messe Erfurt GmbH. Hier fand die Premiere der EAST 2019 statt. Auch 2020 wird die EAST im CongressCenter der Messe Erfurt GmbH alle Referenten, Aussteller und Fachbesucher willkommen heißen. Foto: Barbara Neumann, unter www.foto-thueringen.de

Ein erfolgreiches Jahr geht zu Ende –
Zeit auf Vergangenes zurückzublicken
und Danke zu sagen

Ein erfolgreiches Jahr geht zu Ende – Zeit auf Vergangenes zurückzublicken
und Danke zu sagen

Die Krämerbrücke in Erfurt in weihnachtlichem Ambiente.
Foto: Till Voigt, PIXABAY.

Der Zauber dieser stillen Zeit fängt sich im Kerzenschein.
Auf Tannenzweig und grünem Kranz,
umwirbt er uns im Flammentanz
und zieht mit weihnachtlichem Glanz
in unsre Herzen ein.
(Anika Menger)

2019 ist nun bald vorbei. Für uns, das Team der Vi-Strategie, war es ein sehr erfolgreiches Jahr mit einigen Neuheiten.
Kurz vor Jahresende sollte der Augenblick genutzt werden, um einige diesjährige Höhepunkte Revue passieren zu lassen.
Getreu dem Motto aller guten Dinge sind 3, möchten wir auf 3 besondere Höhepunkte zurückblicken.

Im April fand das 17. Mitteldeutsche Energiegespräch erstmalig als MDEG-Spezial statt. Zum Thema „Ein Fossiler im Wandel? – Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert!“ war die Zahl der geladenen Gäste in der Leipziger Baumwollspinnerei sehr groß.
Die Thematik wurde intensiv diskutiert und mit einem gemeinsamen Abendessen sowie Networking fand die Veranstaltung einen entsprechenden Ausklang.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal recht herzlich bei der VNG AG für die gesamte Unterstützung des ersten MDEG-Spezial bedanken. Ein weiterer Dank in diesem Zusammenhang geht an das KOWID Kompetenzzentrum für Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V., das mit der Erstellung eines Kompetenzatlas die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert mit Fokus Mitteldeutschland, begleitend zum 17. MDEG, beleuchtet hat.
Ein herzlicher Dank gilt ebenfalls allen Teilnehmern sowie allen fleißigen Helfern.

Im September startete dann die erste mitteldeutsche Energiespeichertagung EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition im CongressCenter der Messe Erfurt. Als einer der Initiatoren freuen wir uns sehr über den positiven Erfolg dieser Erstveranstaltung. 180 Teilnehmer und 15 Aussteller trugen zu diesem Erfolg bei. Daher gilt unser Dank all jenen die zur ersten EAST beigetragen haben. Auch 2020 wird die EAST dank ihres Erfolges wieder stattfinden. Hierzu laden wir alle Partner und Freunde herzlich ein.

Ebenfalls im September fand das 18. Mitteldeutsche Energiegespräch als zweites MDEG-Spezial statt. Hierbei wurde zum Thema „Leipzig – Stadt der Zukunft – Die Wärmewende“ ausführlich durch die Leipziger Stadtwerke über den Status Quo berichtet und gemeinsam  mit dem Auditorium diskutiert. Unser Dank gilt daher zunächst den Leipziger Stadtwerken, die durch ihre Podiumsteilnehmer und als Sponsoren das 18. Mitteldeutsche Energiegespräch getragen und gestaltet haben. Allen Teilnehmern und Partnern gilt ebenfalls ein herzliches Dankeschön.

Nach diesem Rückblick möchten wir gern abschließend allen Geschäftspartnern und Freunden eine besinnliche Zeit gemeinsam mit der Familie, frohe Festtage und einen gelungenen Start in das neue Jahr wünschen. Möge 2020 für alle ein weiteres erfolgreiches Jahr werden!

Herzlich
Ihr Team der Vi-Strategie

Jährliches Benefizkonzert des Gewandhauses zugunsten von „Leipzig hilft Kindern“
spielte 50.000 € ein

Jährliches Benefizkonzert des Gewandhauses zugunsten von „Leipzig hilft Kindern“
spielte 50.000 € ein

Im Eingangsbereich des Empfangs der VNG AG
wurden alle Gäste vorab willkommen geheißen.

Bodo Rodestock, kaufmännischer Vorstand der VNG AG,
eröffnete den Empfang mit einer kurzen, herzlichen Rede.

Für die Vi-Strategie GmbH ist die Teilnahme am Benefizkonzert „Leipzig hilft Kindern“ im Leipziger Gewandhaus längst eine herzerwärmende Tradition.

Das Benefizkonzert findet jedes Jahr am Abend vor dem ersten Advent statt und läutet somit die Adventszeit ein.

In diesem Jahr konnte neben der Spendensumme von 50.000€ auch das 10-jährige Jubiläum der musikalischen Veranstaltung gefeiert werden.

Seit 2009 gehen die Erlöse an die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“. Diese wurde vom Gewandhaus zu Leipzig, der Leipziger Volkszeitung, der Porsche Leipzig GmbH, der Sparkasse Leipzig und der VNG AG gegründet.

Dank der Einladung der VNG AG durfte die Vi-Strategie GmbH auch in diesem Jahr wieder an dem fantastischen „Großen Concert“ teilnehmen. Hierfür bedankt sich die Vi-Strategie GmbH recht herzlich!

Gespielt wurden am Abend des 30. November 2019 Ludwig van Beethovens fünftes Klavierkonzert und Richard Strauss die „Symphonia domestica“. Franz Welser-Möst dirigierte das Benefizkonzert. Für Ludwig van Beethovens fünftes Klavierkonzert nahm zu Beginn Igor Levit als Solist am Klavier Platz. Er „steht technisch sternenweit über den Dingen, kann sich folglich ganz aufs Gestalten konzentrieren – und gehört diesbezüglich derzeit zu den interessantesten Tastenlöwen in der Manege im Klassik-Zirkus.“ Diese Beschreibung der Leipziger Volkszeitung vom 13. November 2019 trifft es exakt auf den Punkt. Gemeinsam mit einem Teil des Leipziger Gewandhaus Orchesters zog Igor Levit den Zuhörer von Anfang an in seinen Bann und gab am Ende der ersten 40 Minuten – nach tosendem Beifall – auch eine kleine Zugabe.

Danach überreichte Prof. Andreas Schulz, Direktor des Gewandhauses zu Leipzig, den Scheck über 50.000€ an Dr. Claudia Nerius, Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“. Sie bedankte sich herzlich bei allen die zur Spendensumme beigetragen haben und bei all denen die durch ihre tägliche Arbeit Kinder in Not unterstützen. Dieses Jahr wird der Erlös unter anderem an ein Tanzprojekt im Grünauer Jugendkulturzentrum Heizhaus, ein Weihnachtsmusical des Vereins „Pavillon der Hoffnung“, Begleitangebote der „Elternhilfe für krebskranke Kinder“ und ein Gewaltpräventionsprogramm des Vereins Kinderhafen gehen.

Nach der Pause folgte dann Richard Strauss die „Symphonia domestica“, welche durch den gesamten Klangkörper des Gewandhausorchesters auf eine atemberaubende Weise dargeboten wurde. Wenn man als Zuhörer die Augen geschlossen hat, konnte man in eine fabelhafte Welt der mitreißenden Musik eintauchen. Auch hier folgte am Ende der 45 Minuten ein Applaus durch das Publikum der gar nicht mehr verstummen wollte.

Für die geladenen Gäste, Freunde und Partner der VNG AG gab es danach noch einen Empfang im Obergeschoss des Gewandhauses. Dieser wurde durch kaufmännischen Vorstand der VNG AG Bodo Rodestock mit einer kurzen und herzlichen Rede eröffnet. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgte „Michaelis Catering & Event“.

Ein Teil des Gewandhaus Orchesters zu Beginn des
Benefizkonzertes 2019.

Prof. Andreas Schulz, Direktor des Gewandhauses
zu Leipzig, überreichte Dr. Claudia Nerius, Vorstands-
vorsitzende der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“,
feierlich den Scheck über 50.000€. Fotos: AS.

Mit all seinen Facetten war es ein sehr gelungener Abend, der für Kinder in Not – vor der eigenen Haustür – eine hilfreiche Spendensumme organisierte.

AS