18. Mitteldeutsches Energiegespräch
am 24. September 2019 in Leipzig

18. Mitteldeutsches Energiegespräch am 24. September 2019 in Leipzig

Leipzig – Stadt der Zukunft – Die Wärmewende

Leipzig steigt auf der Grundlage eines Zukunftskonzeptes, das Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Akzeptanz in der Stadt zugrunde legt, aus der braunkohlebasierten Fernwärmeversorgung aus.

Damit macht Leipzig Tempo auf dem Weg in die Stadt der Zukunft. Das ist beispielhaft für Mitteldeutschland, aber auch darüber hinaus.

Aus diesem Anlass lädt Sie das Mitteldeutsche Energiegespräch zu einem “MDEG – Spezial“ ein, um mit Ihnen zu analysieren und zu diskutieren, welche Fragen und Antworten sich bei der Gestaltung der Wärmewende in Leipzig ergeben, wie klimafreundliche Fernwärme-Versorgung zu organisieren sein wird, welche Rahmenbedingungen zur Finanzierbarkeit vorliegen, und wie die Bürger der Stadt informiert werden und sich einbringen können.

Podiumsgäste:

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig GmbH 

Dr. Maik Piehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig GmbH

Christian Güthert, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung der Stadtwerke Leipzig GmbH 

Dr. Marcel Zürn, Sector Head Energy, Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart

Moderation:

Rainer Otto, Geschäftsführer Vi-Strategie GmbH  

Zeit: 24. September 2019, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr)

Ort: Club International (Meyersche Villa), Käthe-Kollwitz-Straße 115, 04109 Leipzig

Thema: Leipzig – Stadt der Zukunft – Die Wärmewende

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Diesen können Sie HIER ansehen.

Weitere Informationen zur Gesprächsreihe finden Sie bitte auch auf www.mitteldeutsches-energiegespräch.de.

Für die freundliche Unterstützung des 18. Mitteldeutschen Energiegesprächs danken die Organisatoren:

Der Wärmesektor wurde lange Zeit im Zuge der Energiewende nicht beachtet

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (29): Vortrag über die Thermobatterie

Der Wärmesektor wurde lange Zeit im Zuge der Energiewende nicht beachtet

Fabian Hoppe: Dabei benötigen wir über 60% des Gesamtenergiebedarfes zum Heizen. Diese Menge kann nicht durch Stromspeicher abgedeckt werden, hier brauchen wir andere Speichertypen.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe. In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen. Heute gelten die Fragen Fabian Hoppe, Prokurist der H.M. Heizkörper & Co. KG, Dingelstädt, der im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über die Thermobatterie berichtet.

Herr Hoppe, seit der Lehre 1999 arbeiten sie für die H.M. Heizkörper GmbH & Co. KG. Welche wichtigen Erfahrungen haben Sie in den letzten 20 Jahren durch den Beginn der Energiewende gemacht und welche Änderungen haben Sie in ihrer täglichen Arbeit erlebt?

Gab es vor 20 Jahren fast nur den Faktor „Kosten & Verbrauch“, ist die Fragestellung der heutigen Kundschaft anders: Energieträger, Energieeinsparung, Effizienz, CO₂-Ausstoß sind die Schlagworte, mit der sich heute der Endkunde – glücklicherweise – beschäftigt.

Hier kann man mit innovativen Produkten punkten. Die bringen die Industrie – also auch uns – voran. Neue Produkte müssen auf diese neuen Anforderungen hin entwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Junge Menschen beschäftigen sich auch durch schnell verfügbare Informationen und technische Erklärungen besser mit der Materie. Das gab es vor 20 Jahren nicht, hier war der Installateur ausschlaggebend und empfahl Produkte.

Heute – im Zuge der Energiewende – will der Endkunde wenigstens mitbestimmen, wenn nicht sogar bestimmen, wie er sein Domizil beheizen will. Eine Entwicklung die man gutheißen kann, auch wenn viel Verunsicherung herrscht.

Seit 2016 sind Sie Vorstandsvorsitzender des ThEEN e.V. Welchen Aufgaben hat sich der ThEEN e.V. verschrieben und welche Themen bilden aktuelle Schwerpunkte?

Die ursprüngliche Idee bestand darin, die verschiedenen Branchenverbände, Solar, Wind, Biogas, Erdwärme und Wasserkraft, in einer Schnittstelle zu bündeln. Das ist uns, denke ich, in den vergangenen 3 Jahren gut gelungen.

Nun steht es an, die Mitglieder untereinander zu vernetzen und Projekte zu generieren. Aktuelle Schwerpunkte sind in Taskforces ausgegliedert; im Moment sind die Taskforce Wind und Taskforce Wärme die aktivsten.

Können Sie bitte einen Überblick aktueller Projekte des ThEEN e.V. geben?

Zwei öffentlich sichtbare Projekte sind im Moment angelaufen:

Smood: Ziel von smood ist die Etablierung eines ganzheitlichen Systems zur Erhöhung der Energieeffizienz im Bestandsquartier. Umgesetzt wird es mit der Entwicklung des Quartiers zu einem Quellen- und Verbraucherverbundsystem mit der Realisierung eines hohen lokalen Nutzungsgrades Erneuerbarer Energien durch geeignete Speicher- und Steuerungstechnologien.

Zorro: »ZO.RRO« das Forschungsprojekt „Zero Carbon Cross Energy System“ unter Konsortialführung der TU Ilmenau setzt hier an und erprobt am Beispiel von Thüringen, stellvertretend für Regionen mit ähnlicher Struktur, wie Erzeuger und Verbraucher in einem optimalen System interagieren.

Fokussiert wird auf Multi-Sparten-Energieversorgung, Bereitstellung erneuerbarer elektrischer Energie und CO₂-freie Erbringung von Systemdienstleistungen. Dies ermöglicht eine CO₂-neutrale industrielle Produktion und Partizipation aller Beteiligten an der energetischen Wertschöpfung. Das bedeutet konkret: die Industrie, das Gewerbe und die Energiewirtschaft auch in Thüringen können davon profitieren. Es ist der Weg zu einer systemischen Energiewende.

In beiden Projekten sind wir als Partner beteiligt. Letzteres wird intensiv durch den ThEEN e.V. bespielt, wir haben hier extra das Personal um 2 Personen aufgestockt. ZO.RRO ist ein Thüringer Verbundprojekt mit sieben Kooperationspartnern und wird gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium und das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz.

Können Sie, als Beispiele, einige Mitglieder des ThEEN e.V. benennen?

Wir haben eine breit gefächerte Mitgliederstruktur aus Unternehmen, Bildungseinrichtungen, etc. Bekannte Unternehmen wie Enercon und JenaBatteries sind vertreten, wir sind aber auch stolz, zahlreiche kleinere Unternehmen als Mitglied zu haben, die genauso innovativ und kompetent sind.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über die Thermobatterie berichten. Mit der Thermobatterie kann Wärme langfristig gespeichert und emissionsfrei geheizt werden. Können Sie dies kurz erläutern? 

Die einfachste Version ist, glaube ich, der altbekannte Taschenwärmer mit dem gleichen Funktionsprinzip: Salz aufkochen, abkühlen lassen und bei Bedarf durch Kristallisation die Wärme zurückholen.

Wir haben das Ganze im Maßstab erhöht und einen aufwändigen Wärmetauscher in einer Edelstahlkonstruktion entworfen, aber das Prinzip bleibt das gleiche: Energie wenn möglich aus Überkapazitäten auffangen, das Natriumacetat-Trihydrat schmelzen bis die unterkühlte Schmelze abgeschlossen ist und dann speichern, bis die Energie wieder gebraucht wird – ohne sie zwischenzeitlich zu verlieren.

Welche Relevanz besitzt die langfristige Wärmespeicherung sowie das emissionsfreie Heizen, ihrer Meinung nach, im Gesamtkontext der Energiewende? 

Der Wärmesektor wurde lange Zeit im Zuge der Energiewende nicht beachtet. Dabei benötigen wir über 60% des Gesamtenergiebedarfes zum Heizen. Diese Menge kann nicht durch Stromspeicher abgedeckt werden, hier brauchen wir andere Speichertypen. Zum anderen sind Heizungen langfristige Anschaffungen mit durchschnittlichen Laufzeiten von 25 -30 Jahren. Wenn wir die Klimaziele 2040/2050 schaffen wollen, können wir nicht erst 2035 anfangen, diese Heizsysteme einzubauen, sondern wir müssen umgehend anfangen.

Denn jede herkömmlich errichtete Anlage, basierend auf der Verbrennung von Öl oder Gas, wird unsere Bilanz noch in 20 Jahren beeinflussen – weil sie dann noch läuft!

Somit müssen wir jetzt schon über die Integration von Wärmespeichern, Power-to-Heat und Reduzierung der Emissionen sprechen und vor allem auch handeln.

Lösung gibt es schon. Wie unsere Thermobatterie.

Die Thermobatterie der H.M. Heizkörper GmbH & Co. KG. Bilder: H.M. Heizkörper GmbH & Co. KG.

Kurzvita – Fabian Hoppe

  • Geboren am 16. Januar 1980 in Leinefelde
  • Schulabschluss 1998 Abitur
  • Kaufmännische Lehre bis 2002 bei H.M. Heizkörper
  • ab 1999 ununterbrochen im Unternehmen bei H.M. Heizkörper
  • ab 2012 Prokurist
  • ehrenamtlich Vorstandsmitglied im Theen e.V. seit Gründung 2013
  • Vorstandsvorsitzender im Theen e.V. seit 2016

Wenn die Menschen nicht freiwillig in den Spiegel schauen, dann muss er ihnen entgegengehalten werden.

ERFURT KONKRET:

“Wenn die Menschen nicht freiwillig in den Spiegel schauen, dann muss er ihnen entgegengehalten werden.”

40 Jahre Kabarett “Die Arche” – Festwochenende vom 06. bis 08. September 2019/ AKTUELLES-Interview mit Harald Richter,
Geschäftsführer und künstlerischer Leiter

Harald Richter. Foto: Lutz Edelhoff

Harald, wunderbar, dass wir heute Gelegenheit haben, miteinander dieses Interview zu führen, hier am Spielort des Kabaretts “DIE ARCHE“. Du bist hier Geschäftsführer, aber auch anderweitig, beispielsweise als Regisseur tätig. 40 Jahre “DIE ARCHE“, wie steht es um das Kabarett in Erfurt?

Das Kabarett gibt es noch, das ist die gute Nachricht vorweg.

Was mich ebenfalls sehr freut ist, dass wir dieses Jubiläum 40 Jahre jetzt auch sehr groß aufziehen konnten. Mit einem Neujahrsempfang, mit Höhepunkten jeden Monat, bei denen wir Sonderformate auf die Bühne gebracht haben und jetzt mit unserem Festwochenende vom 6. bis 8. September 2019.

Das Tolle daran ist, dass wir sehr viele Rückmeldungen erhalten, und daran merke ich auch eine Wertschätzung in der Öffentlichkeit. Sprich, dass die Medien mitmachen, dass der OB zur langen Nacht des Kabaretts kommt und der Ministerpräsident am Sonntag zu unserem Abend mit der Nerly-Bigband.

Das Wichtigere ist aber, dass wir nach wie vor regelmäßig Publikum hier haben und dass die Leute weiterhin in unser Haus kommen, in Zeiten wo Politik vor allem hier im Osten die Menschen so massiv spaltet. Noch vor 10 Jahren ist das einfacher gewesen als jetzt.

Braucht Kabarett Wertschätzung heutzutage oder braucht es generell Wertschätzung? Ist Kabarett heute notwendig?

Bevölkerung zu spiegeln, Menschen zu spiegeln, Schalk, Spaßmacher oder Spiegel einer Nation zu sein, das ist meines Erachtens nach immer nötig. Wenn die Menschen nicht freiwillig in den Spiegel schauen, dann muss er ihnen entgegengehalten werden.

Darüber hinaus kommt unser Publikum grundsätzlich auch gern, um einfach mal abzulachen. Lachen ist als Vorgang einfach auch etwas, was entkrampft und den Kopf frei macht. Insofern brauchen wir es grundsätzlich immer noch und immer wieder.

Wertschätzung wiederum braucht es auch, wenn ich Kultur in einer Stadt betreibe. Jede Art von Kultur, die in Erfurt betrieben wird, braucht Wertschätzung, weil man dann das Gefühl hat, dass es Sinn macht, dass wir hier sind.

Wertschätzung heißt somit nicht nur finanzielle Bereitstellung, sondern auch, dass man als Bestandteil der Stadtgesellschaft gesehen und wahrgenommen wird. Kann man es so vielleicht zusammenfassen?

Ja. 

Abzulachen im Sinne eines Ventils, sprich dass Dampf aus dem Kessel kommt oder dass man sich einfach wohlfühlt?

Es beinhaltet Beides. Dampf ablassen als Ventilfunktion ist sicherlich nach wie vor auch eine Funktion von Kabarett. Ebenso, dass bestimmte Statements abgegeben werden, die sich die Menschen vielleicht nicht trauen würden in dieser Art zu äußern oder wo sie einfach „Ja, richtig!“ sagen bzw. denken. Das ist der eine Effekt.

Der andere Effekt ist, einfach mal Loslassen zu können. Sich durch Höhen und Tiefen von Politik sowie Gesellschaft führen zu lassen und dabei natürlich herzhaft zu lachen, weil etwas lächerlich gemacht oder auf die Schippe genommen wird.

Dann nutze ich die Gelegenheit und gratuliere zu 40 Jahre “DIE ARCHE“. Erfolgreich, dass sieht und hört man auch.

Wie lange machst du jetzt schon bei “DIE ARCHE“ mit?

Ich bin im Jahr 2000 dazu gekommen. Somit bin ich jetzt seit 19 Jahren dabei. Ich habe also knapp die Hälfte der Zeit und auch des Erfolgs mitgestaltet und miterlebt.

Du bist aber auch noch in anderen kulturellen Bereichen tätig. Was machst du, vielleicht mal kurz illustriert, darüber hinaus noch?

Ich bin von Beruf eigentlich Regisseur. Das Management mache ich auch, aber das ist nur eine Seite.

Die andere Seite ist die Künstlerische. Ich bin von Haus aus Schauspielregisseur und habe mich inzwischen auch auf Puppentheater und Kabarett spezialisiert.

Ich mache aber nach wie vor auch große Schauspielinszenierungen, wenn es sich ergibt.

In Erfurt gibt es den Erfurter Theatersommer e.V. Das ist eine Künstlervereinigung von mehreren Kollegen und da bin ich seit vielen Jahren sehr aktiv als Regisseur. Wir beleben die Stadt Jahr für Jahr mit mehreren Neuinszenierungen vor allem im Sommer, aber auch im Winter. Dann gibt es noch das kleine und feine Sommerfestival in Tiefurt, bei diesem bin ich künstlerischer Leiter. 

Sollte man das Schauspiel in Erfurt wieder neu etablieren?

Ich finde Initiativen diesbezüglich immer gut. Alles, was den Standort kulturell nach vorn bringt, bringt uns letztendlich alle nach vorn.

Auf der anderen Seite sehe ich dann immer uns und da bin nochmal bei dem Thema Wertschätzung. Wir machen mit dem Theatersommer seit fast 20 Jahren hier in Erfurt Theater und die Wertschätzung fehlt sowohl finanziell als auch inhaltlich. Da kommt einfach nichts. Weder unser Kulturdirektor noch der OB sind jemals in irgendeiner Inszenierung des Theatersommers gewesen, und wir haben immerhin jährlich ca. 20000 Zuschauer.

Der „Höhepunkt“ diesbezüglich war für mich die Premierenwoche von Dracula. Während unser OB auf unsere Einladung nicht mal reagierte, war er während unserer Endproben zur Eröffnung des DM-Marktes um die Ecke. Dies sind die Prioritäten in Erfurt.

Dass die freie Kunst, in unserem Fall das freie Theater, ebenso wichtig und wertvoll ist wie das subventionierte, das scheint bei den Verantwortlichen in Erfurt leider immer noch nicht angekommen zu sein.

Du erzähltest, dass du auch Puppentheaterinszenierungen machst. Deine liebe Frau ist eine sehr bekannte Puppenspielerin – Christiane Weidringer. Ihr Beiden seid sehr erfolgreich und ihr wart gerade erst wieder unterwegs in Süddeutschland, wobei die Resonanz sehr gut war.

Ja. Wir haben jetzt mit der Inszenierung der Zauberflöte für uns auch so einen kleinen Quantensprung vollzogen, weil wir da wirklich etwas Neues gemacht haben.

Eine Zauberflöte in dieser Fassung gibt es noch nicht. Auch die Entscheidung, mit den Puppenbauern Barbara und Günter Weinhold aus Berlin erstmalig zusammenzuarbeiten, war richtig und hat der Sache einen riesigen Schub gegeben.

Die Zauberflöte ist einfach eine tolle Fassung geworden und Christiane kommt in diesem Stück auch so richtig zur Geltung. 

Ja, sie spielt mit Leidenschaft. Ich hatte die Ehre und Gelegenheit im vergangenen Jahr auf der Tiefurter Ilminsel eure Zauberflöte miterleben zu dürfen. In der Region, ob Erfurt oder Weimar, hört man auch viel davon. Das ist eine unwahrscheinlich große Resonanz. Gratulation!

Wird es in dieser Richtung in den nächsten Jahren weitergehen?

Ja, natürlich wird das weitergehen. Aber noch sind wir mit der Zauberflöte beschäftigt. Innerhalb der vergangenen 60 Vorstellungen hat sich dieses Stück noch weiterentwickelt.

Es ist somit nicht mehr dasselbe wie zu Beginn. Nein, die Zauberflöte ist jetzt noch viel besser!

Also ein richtiges Kunstwerk?

Ja, sie ist wirklich ein komplexes und komplettes Kunstwerk.

Wir hatten vor kurzem in Leipzig eine wunderschöne Aufführung im Gartentheater Abtnaundorf, dabei ist gleich ein Folgeauftritt für uns „herausgesprungen“.

Somit ist noch einmal richtig was passiert und natürlich wird es da weitergehen. Jetzt müssen wir aber erst mal die ganzen Anfragen abarbeiten.

Man kann wirklich nur gratulieren und sich freuen, wenn wir Gelegenheit haben, darüber nochmal zu sprechen bzw. das Ergebnis zu sehen. Vielen Dank für das kleine Gespräch, lieber Harald!

Ich habe aber eins vergessen. Ich muss einfach auch nochmal auf die Erfurter Apostelgemeinschaft verweisen, bei der du Mitglied bist. Vielleicht kannst du mir mal in einem Satz sagen, was für dich die Veranlassung war, der Gemeinschaft beizutreten?

Die Veranlassung war zunächst Hannes Stappel. Er ist auch Mitglied der Apostelgemeinschaft und schon seit Jahrzehnten sowohl mit dem Kabarett „DIE ARCHE“ als auch dem Erfurter Theatersommer verbunden.

Er ist auch Förderer der Einrichtungen.

Es war somit eine persönliche Ansprache, dich dafür zu gewinnen?

Ja. Er fragte mich irgendwann, ob ich Interesse an der Erfurter Apostelgemeinschaft hätte. Er erzählte mir ein bisschen, allerdings war damals die Terminsuche schwierig, um ein erstes gemeinsames Treffen zu organisieren.

Erfreulicherweise ist die Apostelgemeinschaft dann zur Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (der einzigen Inszenierung, bei der ich mitspiele!) gekommen. Danach haben wir zusammengesessen und so fing es an.

Danke für dieses Interview, lieber Harald!

Der Waidspeicher in Erfurt, Spielort des Kabaretts DIE ARCHE. Foto: DIE ARCHE

Kurzvita

Harald Richter ist Jahrgang 1970, er lebt und arbeitet als freiberuflicher Regisseur seit vielen Jahren in Erfurt. Seine Inszenierungen für das Kabarett „DIE ARCHE“ sowie für den „Erfurter Theatersommer“ sind bei einem breiten Publikum bekannt und beliebt. Seit Sommer 2014 ist er künstlerischer Leiter des „Sommertheater Tiefurt“. Seit 2016 Mitglied der Erfurter Apostelgemeinschaft.Seit 2017 Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Erfurter Kabaretts DIE ARCHE.

Direktvermarktung wird zum Standard: Digitale Abwicklung unter 15 Minuten.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (28):

Direktvermarktung wird zum Standard: Digitale Abwicklung unter 15 Minuten.

Anastasia Bestmann: Wir haben uns den Prozess genau angeschaut und ihn standardisiert sowie vor allem digitalisiert.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Anastasia Bestmann, die im Workshop IKT / Digitale Vernetzung intelligenter Speicher über Direktvermarktung wird zum Standard: Digitale Abwicklung unter 15 Minuten berichtet.

Frau Bestmann, Sie waren von 2014 bis 2018 Innovationsmanagerin der Energie Baden-Württemberg AG. Welche Projekte haben Sie in dieser Zeit betreut?

Am Anfang ging es darum überhaupt Innovationsprozesse und Tools und vor allem auch ein Mindset zu etablieren. Ich habe anschließend Projekte begleitet, aus denen heutige E-Mobility Lösungen, EnBW Smart Audit oder das EnBW Solar+ hervorgingen. Natürlich hatten wir auch einige Flops, aus denen wir vieles lernen konnten, wie zum Beispiel das Thema Smart Home oder Energie Consulting.

Seit 2018 sind Sie für den Vertrieb der Interconnector GmbH in Nord- und Ostdeutschland zuständig. Die Interconnector GmbH ist das virtuelle Kraftwerk der EnBW AG. Erläutern Sie dies kurz.

Das Virtuelle Kraftwerk ist die Antwort der EnBW auf die Dezentralität der Energiewende, indem es kleinteilige Erzeuger und Verbraucher von Erneuerbarer Energie mit den Energiemärkten vernetzt.

Das Virtuelle Kraftwerk ist mit seiner digitalen Plattform, dem Interconnector energyhub, ein erfahrener Partner für die Direktvermarktung selbst kleinster Anlagen. Über die digitale Plattform und das angebundene Service-Portal können Anlagenbesitzer und Installateure alle Vorgänge rund um die Direktvermarktung einfach und übersichtlich handhaben.

Zu den Partnern zählen neben klassischen „White Label“-Lösungen für Stadtwerke auch verschiedene Hersteller, Großhändler, Projektierer und auch Installateure.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referentin im Workshop IKT / Digitale Vernetzung intelligenter Speicher über Direktvermarktung wird zum Standard: Digitale Abwicklung unter 15 Minuten berichten. Hierbei geht es um die Direktvermarktung von Strom. Erklären Sie dies kurz. 

Viele haben aus unserer Erfahrung Vorurteile gegenüber der mühsamen und unübersichtlichen Antragsstellung zur Direktvermarktung. Außerdem sind oftmals die Bedenken groß, dass die Zusatzerlöse durch die Direktvermarktung zu gering sind, als dass sich die Investition in die Fernsteuereinrichtung lohnen würde. Deswegen haben wir uns den Prozess genau angeschaut und ihn standardisiert sowie vor allem digitalisiert. Dies erlaubt es uns, Anlagen schneller in die Direktvermarktung zu bringen und die Abwicklung für alle Beteiligten enorm zu erleichtern.

Warum würde sich die Direktvermarktung von Strom  für Kunden lohnen?

Nach wie vor gilt, dass Anlagenbetreiber durch die gesetzliche Regelung kein finanzielles Risiko tragen, sondern im Gegenteil einen Zuschlag bekommen. Das bedeutet, dass auch wenn die Börsenpreise schwanken, die Erlössteigerung im Vergleich zur herkömmlichen EEG-Vergütung durch das Marktprämienmodell garantiert ist.

Dies gilt auch für Bestandsanlagen oder Anlagen mit Eigenverbrauch – mit uns sogar bereits ab Anlagen größer 60 kWp.

Welche Erzeugungsanlagen können in die Strom Direktvermarktung?

Wir vermarkten alle Anlagenarten (Solar, Wind, Wasser, Biogas, KWK). Über unser Online-Formular und dem integrierten Erlösrechner können die jeweiligen Vermarktungsentgelte berechnet werden.

(Direktvermarktungsangebot anfordern)

Bewerten Sie abschließend die Rolle von virtuellen Kraftwerken im Gesamtkontext der Energiewende.

Die Pflicht zur Direktvermarktung wurde in den letzten Jahren immer weiter abgesetzt und liegt aktuell bei Anlagen größer 100 kWp, was sich unserer Meinung nach auch noch weiter absetzten wird.

Das bedeutet, dass die Direktvermarktung in Zukunft eine immer wichtigere Rolle einnimmt, insbesondere wenn man die Kleinstanlagen mitbedenkt, die in den nächsten Jahren aus dem EEG fallen und somit keine staatliche Vergütung mehr erhalten.

Deswegen ist die Digitalisierung der Prozesse und eine schlanke Abwicklung im Hintergrund der einzige Weg, damit die Vermarktung zum Standard wird.

Kurzvita

Anastasia Bestmann studierte technisch orientierte BWL an der Universität Stuttgart und University of Birmingham mit den Schwerpunkten Innovationsmanagement und Energietechnik.

Noch während des Studiums arbeitete sie bei Bosch im Innovationsmanagement im Bereich Diesel Motors und bei PriceWaterhouseCoopers im Bereich Capital Markets.

Nach der Teilnahme am EXIST-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, startete sie 2014 als Innovationsmanagerin bei der Energie Baden-Württemberg AG in Stuttgart.

Dort begleitete sie mehrere Projekte, unter anderem im Bereich E-Mobility, Demand Side Management, Energiemanagement und Energieeffizienz Audit von Entstehung bis zur Reifung.

Seit 2018 übernimmt sie den Vertrieb für die Interconnector GmbH, das virtuelle Kraftwerk der EnBW, in der Region Ost und Nord.

“Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien muss zwingend von einem weiteren Ausbau der Stromspeicher begleitet werden.”

AKTUELLES-Kurz-Interview mit Staatssekretär Olaf Möller aus dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz anlässlich der EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16./17. September 2019 im CongressCenter der Messe Erfurt:

“Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien muss zwingend von einem weiteren Ausbau der Stromspeicher begleitet werden.”

Staatssekretär hält Grußwort zur Eröffnung der mitteldeutschen Energiespeicher-Fachtagung

In einer Kurz-Interview-Reihe stellt AKTUELLES im Vorfeld der EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference, die im CongressCenter der Messe Erfurt am 16./17. September 2019 stattfindet, einzelne Akteure der mitteldeutschen Fachtagung vor. Bisher sind 27 Interview-Beiträge auf www.verlag-vi-strategie.de erschienen, weitere folgen.

Heute interviewt AKTUELLES den Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz zu Fragen der Energiewende und zur Entwicklung einer mitteldeutschen Energiespeicherregion.

Wie schätzen Sie den gegenwärtigen Stand der Energiewende ein?

Die Energiewende ist ins Stocken geraten, mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien geht es nicht so voran, wie das gerade auch im Hinblick auf unsere Ausbauziele erforderlich wäre.

Von der Bundesregierung sind keine neuen Impulse gesetzt worden, und ein klares Konzept ist nach wie vor nicht zu erkennen. Dabei sollten wir uns immer vor Augen halten, dass Parteitaktik, Populismus und Panikmache schlechte Ratgeber sind beim wichtigen Thema Energiewende!

Was sollte für eine weitere erfolgreiche Umsetzung der Integrierten Energiewende stärker in den Fokus gerückt werden, welche Prioritäten sind zu setzen?

Wir müssen stärker in den Mittelpunkt rücken, dass es  um eine klimafreundliche Energieversorgung für alle  Menschen und für die Wirtschaft geht, und nicht etwa darum, einzelne Monopole zu stärken.

Deshalb brauchen wir verstärkt eine „Energiewende von unten“: Wir müssen die Akteure vor Ort stärken, wir müssen Erfindergeist, Kreativität und intelligente Lösungen fördern.

Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende brauchen wir Optimismus und neues Selbstbewusstsein. Immer nur zu sagen, was alles nicht geht, ist nicht akzeptabel, wir müssen Lösungen bieten, und ich denke, dass wir die erforderlichen Kapazitäten und das erforderliche Know How dazu haben.

Ist die Zeit reif für eine mitteldeutsche Energiespeicher-Tagung?

Die Speicherung von Energie ist ein zentrales Thema der Energiewende. Ohne ausreichende Speicherkapazitäten ist die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien nicht realisierbar.

Dafür müssen wir zum einen die Rahmenbedingungen für bewährte und etablierte Technologien weiter verbessern.

Wir müssen aber auch „dranbleiben“, damit neue umweltverträglichere Technologien die Marktreife erlangen. Die Unterstützung von Forschungsaktivitäten in Thüringen und in Mitteldeutschland sind wichtige Bausteine dazu.

Kann man aus Ihrer Erfahrung heraus mit einer solchen Tagung auf dem Gebiet der Energiewende konzertiert Treiber in Sachen Innovation und Strukturwandel in Mitteldeutschland sein?

Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien muss zwingend von einem weiteren Ausbau  der Stromspeicher begleitet werden. Wir brauchen den Ausbau von Stromspeichern im Stunden-, Tages- und Wochenbereich.

Dabei gibt es an die Speicher hohe Anforderungen, etwa geringe Kosten, hohe Wirkungsgrade, hohe Verfügbarkeit, sowie massenhafter Einsatz. Gerade wenn es darum geht, neuen Technologien zur Marktreife zu verhelfen und entsprechende Forschung zu unterstützen, kann eine solche Tagung wie die bevorstehende wichtige Impulse setzen.

Was ist notwendig, seitens der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft, um Mitteldeutschland zu einer sehr wichtigen Energiespeicher-Region zu entwickeln?

Wir sind auf gutem Weg.

Wir müssen unsere Forschung vorantreiben, müssen uns weiter vernetzen und die Realisierung guter, technisch vielversprechender Projekte in Kooperation zwischen Forschung und Praxis entwickeln und unterstützen.

“Die Speicherung von Energie ist ein zentrales Thema der Energiewende.” Der Batterie-Container von JenaBatteries wird zur EAST  als Beispiel der Speicherung aus- und vorgestellt. Foto: JenaBatteries

Kurzvita

Olaf Möller ist am 18.02.1962 in Mühlhausen geboren. Er ist verheiratet, hat 5 Kinder und 3 Enkelkinder.

Ausbildung und Studium

1980

Abitur in Halle

1983 – 1988

Studium der Mathematik, theoretischen Physik und Anthropologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), Forschungsstudium Mathematik

2002

Prüfung zum staatlich anerkannten Heilpraktiker

Beruflicher Werdegang

1980 – 1982

Grundwehrdienst (18 Monate) in der NVA, Entlassung als Matrose d. R.

1982 / 1983

Anlagenfahrer im VEB Molkerei- und Dauermilchwerk Schwerin

1988 – 1990

wissenschaftlicher Assistent am Technikum Optik, Sektion Technologie, FSU Jena

 

 

1990 – 1994

Mitglied des Thüringer Landtages, Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss, im Wirtschaftsausschuss und Verfassungsausschuss, parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen

1995 – 1998

Leiter des Regionalbüros der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen in Gera

1995 – 2000

Landessprecher von Bündnis 90 / Die Grünen Thüringen

2000 – 4.12.2014

Geschäftsführer des Vereins Waldorfpädagogik Ostthüringen e.V.

seit 2002

Bio-Landwirt im Nebenerwerb

2014

Wahl in den Thüringer Landtag

seit 5.12.2014

Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Nur unter Bündelung aller Kräfte und in Kooperation können wir in Mitteldeutschland konkurrenzfähig werden und bleiben, um eine signifikante Wertschöpfung zu generieren.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (27): Vortrag über Polymer-basierte Batterien

Nur unter Bündelung aller Kräfte und in Kooperation können wir in Mitteldeutschland konkurrenzfähig werden und bleiben, um eine signifikante Wertschöpfung zu generieren.

Prof. Dr. Ulrich S. Schubert: Es existiert weltweit ein sehr dynamisches Umfeld, mit großen Innovationssprüngen und massiven Investitionen.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe. In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen. Heute gelten die Fragen Prof. Dr. Ulrich S. Schubert. Er ist Initiator und Moderator der EAST, leitet den Workshop Neue Technologien und berichtet zugleich mit eigenem Vortrag über Polymer-basierte Batterien.

Mit der EAST Energy And Storage Technologies, die erstmals am 16./17. September in Erfurt stattfindet, versuchen die Initiatoren eine mitteldeutsche Energiespeichertagung und -messe zu etablieren. Sie sind einer der Initiatoren, ist die Zeit hierfür im mitteldeutschen Raum reif?

Es ist definitiv die richtige Zeit, um hier eine entsprechende Tagung und Messe mit überregionaler Ausstrahlung zu etablieren.

Nicht erst seit der Ansiedlung von CATL am Erfurter Kreuz ist klar, dass Thüringen ein wichtiger Akteur im Bereich der Energiespeicherung ist. Auch die weltweit sichtbaren Tätigkeiten am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Hermsdorf, am Center for Energy and Environmental Chemistry Jena (CEEC Jena), in Ilmenau und anderen Regionen zeigen dies eindrucksvoll.

Kann man aus Ihrer Erfahrung heraus mit einer solchen Tagung konzertiert Treiber in Sachen Innovation und Strukturwandel in Mitteldeutschland sein?

Nur durch die Bündelung der Kompetenzen in Forschung, Entwicklung, Produktion und Vermarktung, unter Einbindung von Universitäten, Hochschulen, Instituten, KMU’s, großen Unternehmen, Behörden, Ministerien, Verbänden und der Politik können signifikante Beiträge für die Zukunft Mitteldeutschlands geleistet werden. 

Was ist notwendig, seitens der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft, um Mitteldeutschland zu einer sehr wichtigen Energiespeicher-Region zu entwickeln?

Es existiert weltweit ein sehr dynamisches Umfeld, mit großen Innovationssprüngen und massiven Investitionen. Nur unter Bündelung aller Kräfte und in Kooperation können wir in Mitteldeutschland konkurrenzfähig werden und bleiben, um eine signifikante Wertschöpfung zu generieren.

Sie bringen sich persönlich sehr intensiv zur EAST ein, sei es zur Eröffnung, als Moderator der Keynote am Vormittag sowie des Workshops „Neue Technologien“ und mit einem Vortrag. Ihr Vortrag wird von Polymer-basierten Batterien handeln. Was können Sie hierbei den Tagungsteilnehmern Neues berichten?

Wir werden von dem aktuellen Stand der weltweiten Forschung sowie den Beiträgen und Neuigkeiten aus Jena berichten. Ausgesprochen wichtig ist es aus unserer Sicht, den Blick für die extrem dynamische Gesamtentwicklung weltweit nicht zu verlieren und gleichzeitig die Unique Selling Points aus Jena herauszustellen.

Mit der Redox-Flow-Technologie können im Prinzip auch unterirdische Kavernen-Batterien verwirklicht werden. Ist dieses Projekt realistisch?

Erste wissenschaftlich-technologische Untersuchungen haben gezeigt, dass dies möglich ist. Die Frage ist nun, ob das in Deutschland erstmals verwirklicht wird, oder eventuell in China oder in anderen Regionen.

Im Prinzip können damit aber ganze Gas- oder Kohlekraftwerke entfallen und große Windparks etc. wirklich grundlastfähig gemacht werden.

JenaBatteries, eine Ausgründung aus Ihrem Umfeld und auch zur EAST im Workshop „Neue Technologien“ dabei, plant für großformatige Batteriespeicher ab 100 kW Leistung und 400 kWh Kapazität die Markteinführung ab 2020 und die volle Kommerzialisierung ab 2021, so der Geschäftsführer.

Wie sehen Sie die nächsten Schritte?

Lassen Sie sich beim Vortrag überraschen, wie weit die Umsetzung der Redox-Flow-Batterie „Invented in Jena“ ist!

Wie sieht es mit dem Stand der Umsetzung von gedruckten Dünnschichtbatterien auf Polymerbasis aus?

In der weiteren Sicherung der Grundlagenforschung konnten wir Ende März 2019 feiern: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) hat die Einrichtung eines Schwerpunktprogrammes über „Polymer-basierte Batterien“ positiv entschieden.

Von 2020 bis 2026 stehen damit 12,6 Millionen Euro zur Verfügung, um neue Dünnschichtbatterien zu entwickeln.

Allerdings können Sie auch schon jetzt von der Firma Evonik Industries AG erste druckbare Tinten und Separator/Elektrolyt-Materialien erwerben.

Unter dem Projektnamen TAeTTOOz hat die Zukunft „Discovered @ CEEC Jena & co-developed with Evonik“ bereits begonnen.

Eine Redox-Flow-Batterie auf Polymerbasis. Foto: FSU Jena / Jan-Peter Kasper

Kurzvita

Ausbildung

Chemiestudium, Goethe-Universität Frankfurt und Universität Bayreuth (1988-1993); Diplom in Chemie, Universität Bayreuth (1993)

Promotionsstudium, Universität Bayreuth (Prof. Eisenbach) und University of South Florida/USA (Prof. Newkome); Promotion in Bayreuth (1993-1995)

Habilitation in Chemie, TU München (Prof. Nuyken, 1996-1999) 

Wissenschaftlicher Werdegang

seit 2007

Professor und Lehrstuhlinhaber (W3), Friedrich-Schiller-Universität Jena

2000-2007

Full-Professor, Laboratory for Macromolecular Chemistry and Nanoscience, Eindhoven University of Technology/Niederlande

1999-2000    

Vertretung einer C3-Professur, Center for Nanoscience (CeNS), Ludwig-Maximilians-Universität München

1995-1996  

Postdoc, Université Louis Pasteur Strasbourg, France (Prof. J.-M. Lehn, Nobelpreis 1987)

 

1030 Publikationen in begutachten Zeitschriften, 45500 Zitationen, h-index 98 (Web of Science 07/2019), 43 Patente, 13 Buchbeiträge

Ein kostspieliger Netzausbau löst die zeitliche Problematik durch die erneuerbaren Energien nicht – die Verwendung von E-Fahrzeugen als Speicher geht mit enormer Unsicherheit in der Sicherstellung der Versorgung einher.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (26): Vortrag über Homecharge – Konzept für innovatives und netzdienliches Laden von Elektrofahrzeugen

Ein kostspieliger Netzausbau löst die zeitliche Problematik durch die erneuerbaren Energien nicht – die Verwendung von E-Fahrzeugen als Speicher geht mit enormer Unsicherheit in der Sicherstellung der Versorgung einher.

Michael Bartenstein: Meines Erachtens ist die Politik gefragt, Forschung, Energieversorger sowie die Technikzulieferer zu befähigen, eine sinnvolle Speicherinfrastruktur zu implementieren.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Michael Bartenstein, der im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über Homecharge – Konzept für innovatives und netzdienliches Laden von Elektrofahrzeugen berichtet.

Herr Bartenstein, Sie sind als Key Account Manager für die 2017 gegründete Homecharge GmbH tätig.

Die Unternehmensgründung erfolgte aufgrund der Vermarktung des Forschungsvorhabens sMobiliTy, welches durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wurde.

Können Sie das Forschungsvorhaben sMobiliTy bitte genauer erläutern?

sMobility beabsichtigte zu zeigen, wie durch die informationstechnische Verbindung unterschiedlicher Sektoren innovative Unterstützungsdienste für Elektrofahrzeuge möglich werden.

Ein Beispiel war die Entwicklung eines Konzeptes für netzdienliches Laden im Bereich von Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen. Dieses Konzept konnte unter Nutzung des §14a EnWG zeigen, das Netzausbau durch Elektromobilität vermieden bzw. stark reduziert werden kann. Die erfolgreiche Erprobung im Rahmen des Forschungsprojektes führte dann zur Gründung der Homecharge GmbH.

Wie haben Sie rückblickend die Gründung der Homecharge GmbH als Start-up begleitet und wahrgenommen?

Die Gründung selbst habe ich nicht erlebt, da ich erst seit einem Jahr die Geschichte der Homcharge mitgestalte.

Aber mit einem innovativen Konzept und guten Angeboten sind die Kunden gerne bereit neue Wege zu gehen. Dies macht mir als Key-Account dann auch Freude.

Wie sieht das Leitbild der Homecharge GmbH aus und welche Produktpalette stellen Sie ihren Kunden zur Verfügung?

„Innovativ.Günstig.Netzdienlich“ umschreibt unser Konzept, mit welchem wir sinnvolle Ladeinfrastruktur für Energieversorger anbieten, die Ladeleistungen von 3,7 über 11 bis hin zu 22 kW AC bedienen und, mittels vom Energieversorger definierten Tarifen und ggf. Sperrzeiten, einen fortwährenden Preisvorteil bei geringen Einstiegskosten für den Endverbraucher bieten.

Auf der Internetseite wirbt das Unternehmen mit Elektromobilität als neuem Absatzmarkt für Energieversoger. Welche Bedeutung hat dieser neue Absatzmarkt aus ihrer Sicht?

Mit der Zäsur im Bereich der Mobilität, die den klassischen Stromvertrieb zum allumfassenden Energieversorger – sprich auch „Treibstofflieferanten“ – macht, werden Energieversorger per se einen erhöhten Absatz an Strom pro Zähler verbuchen können, welcher sich nach aktuellen Schätzungen bis zu 4.000 kWh per annum belaufen wird. Skaliert auf die Zahl der Haushalte mit E-Fahrzeugen, spricht diese Zahl für sich.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über ihr Unternehmenskonzept für innovatives und netzdienliches Laden von Elektrofahrzeugen sprechen. Welche Relevanz besitzt diese Thematik, ihrer Meinung nach, im Gesamtkontext der Energiewende? 

Aufgrund der genannten Stromabsatzzahlen ist die Thematik nicht nur für die Energiewende von Relevanz, sondern eben auch für die Richtlinien zur Einhaltung der CO2-Reduzierung im Bereich der Mobilität. Beide Bereiche sind bekanntermaßen nicht losgelöst voneinander zu denken, so dass eine sinnvolle und wirtschaftliche Steuerbarkeit der Ladeinfrastruktur unvermeidbar ist. Auch in Regionen mit augenscheinlich geringer Belastung durch E-Fahrzeuge.

Innerhalb der Elektromobilität kommt dem Speichern von Energie eine tragende Rolle zu.

Welche Fragen gilt es, aus ihrer Sicht, hierbei zu klären beziehungsweise welche thematischen Schwerpunkte sollten die Grundlage bilden?

Ob die Nutzung von E-Fahrzeugen als temporäre Speicher zielführend, respektive durchsetzbar ist, bleibt fraglich.

Dennoch ist die besagte Vereinbarkeit von Energie- und Mobilitätswende ohne Speicher nicht denkbar.

Ein kostspieliger Netzausbau löst die zeitliche Problematik durch die erneuerbaren Energien nicht – die Verwendung von E-Fahrzeugen als Speicher geht mit enormer Unsicherheit in der Sicherstellung der Versorgung einher.

Meines Erachtens ist die Politik gefragt, Forschung, Energieversorger sowie die Technikzulieferer zu befähigen, eine sinnvolle Speicherinfrastruktur zu implementieren.  

Können Sie abschließend für die Homecharge GmbH einen Blick in die „Glaskugel“ werfen?

Bei aller Komplexität des langsam hochlaufenden Marktes, sind wir von Homecharge mit unserem Ladekonzept zur netzdienlichen sowie kundenfreundlichen Steuerung gut positioniert und freuen uns auf die Vertiefung der Kooperation mit unseren aktuellen und künftigen Partnern.

“Die Verkehrswende gelingt mit der Mobilitätswende und der Energiewende im Verkehr.” (These 01, Agora Verkehrswende, unter: www.agora-verkehrswende.de) Foto: PIXABAY

Qualifikation

2008 – 2014  

Master of Arts, Soziologie & Geschichte , Universität Erfurt/Beirut

 

2017

Wirtschaftsfachwirt, IHK

 

seit 2018  

Betriebswirt, IHK

In Erfurt werden wir die Stadt der Zukunft mitgestalten.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (25): Vortrag über das Bauhaus.Mobility Lab Erfurt

In Erfurt werden wir die Stadt der Zukunft mitgestalten.

Frank Schnellhardt: Mit dem Bauhaus.MobilityLab wollen wir mit dem Konzept eines „LAB as a Service“ und „LAB as a Incubator“ einen Beitrag zur Gestaltung zukünftiger Angebote leisten.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Frank Schnellhardt, der im Workshop IKT / Digitale Vernetzung intelligenter Speicher über das Bauhaus.MobilityLab Erfurt berichtet.

Herr Schnellhardt, Sie sind Geschäftsführer und Innovationsmanager der 2001 gegründeten INNOMAN GmbH. Geben Sie bitte einen kurzen Überblick zu ihrem Unternehmen.

Die INNOMAN GmbH als Spezialist für externes Innovationsmanagement betreut seit fast 20 Jahren als full-service-Dienstleister Thüringer Unternehmen im Bereich der Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Technologie und hat seit ihrer Gründung 2001 mit den derzeit 9 Mitarbeitern mehr als 250 F&E-Projekte mit einem Umfang von über 150 Mio € initiiert, geplant und koordiniert.

Die INNOMAN GmbH ist neben den Fraunhofer-Instituten IOSB-AST Ilmenau, IOSB Karlsruhe, ITWM Kaiserslautern, der Bauhaus-Universität Weimar und weiteren Wirtschaftspartnern Teil des Bauhaus.MobilityLab Erfurt-Teams.

Welche Idee verbirgt sich hinter diesem Reallabor?

Kurz gesagt, wir wollen in Erfurt in einem Reallabor die Zukunft der Angebote im Bereich Mobilitäts-, Logistik- und Energiedienstleistungen erproben. Dazu entwickeln wir eine KI-basierte Laborplattform und werden allen interessierten Anbietern in diesem Markt das Labor als „LAB as a Service“ verfügbar machen.

Auf der Internetseite des Reallabors steht „Als offener und evolutionärer Inkubator für innovative Service- und Infrastrukturprojekte profiliert sich das Bauhaus.MobilityLab zu einem Leuchtturm der Mobilitäts- und Energiewende.“ Können Sie dies bitte erläutern?

Disruptive Wandlungsprozesse, wie wir sie gerade im Bereich Mobilität oder Logistik erleben, sind sehr schwer vorherzusehen. Deshalb können auch Start-ups etablierte Unternehmen überraschen und neue Märkte erschließen. Mit einem Reallabor für Mobilität wollen wir zukünftiges Nutzerverhalten und zukünftige Angebote heute bereits erlebbar machen und durch eine hohe Angebotsdichte künftige Entwicklungen im Zeitraffer vorwegnehmen.

Evolutionär bedeutet dabei, dass wir gezielt die künftige Marktentwicklung in unserem Labor beschleunigt ablaufen lassen wollen. Offen heißt, wir laden alle Anbieter neuer Produkte und Dienstleistungen ein, ihre Angebote im Innovationsquartier Brühl in Erfurt unter realen Bedingungen zu erproben. Inkubator heißt jedoch zusätzlich, dass alle Laborkunden gemeinsam mit den Labornutzern in Form eines Co-Working oder Co-Creation-Prozesses ihre Angebote gezielt weiterentwickeln können.

Welches Ziel strebt das Projekt zukünftig an und wie sieht, aus ihrer Sicht, der denkbare Weg dorthin aus?

In Erfurt werden wir die Stadt der Zukunft mitgestalten. Mit dem Aufbau des Reallabors soll Erfurt zu einem Magnet für Anbieter aus den Bereichen Mobilität, Logistik, Verkehr und dezentrale Energiesysteme werden. Mit unterschiedlichen, begleitenden Konzepten wie einem Start-up-Accelerator, einer Transferallianz mit Thüringer Hochschulen und aktiven wissenschaftlichen sowie wirtschaftlichen Netzwerken wollen wir dieses Ziel gestalten.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop IKT / Digitale Vernetzung intelligenter Speicher über das Bauhaus.MobilityLab Erfurt berichten. Welche Relevanz besitzt das Thema Energiespeicher innerhalb ihres Reallabors?

Dezentrale Energiesysteme aus fluktuierender Erzeugung und schwankendem Verbrauch erfordern Energiespeicher als Puffer. Seit vielen Jahren werden geeignete Konzepte gesucht und erprobt. Die Integration in ein sektorübergreifendes Konzept in einem Quartier mit innovativen Mobilitäts- und Logistikleistungen kann dazu einen wertvollen Beitrag liefern.

Wie wichtig sind, aus ihrer Sicht, Projekte wie das Bauhaus.MobilityLab Erfurt für das Gelingen der Energiewende im Gesamtkontext?

Da wir die Zukunft nicht vorhersehen können, brachen wir Konzepte und Methoden zur Antizipation künftiger Entwicklungen. Mit dem Bauhaus.MobilityLab wollen wir mit dem Konzept eines „LAB as a Service“ und „LAB as a Incubator“ einen Beitrag zur Gestaltung zukünftiger Angebote leisten.

“Mit dem Aufbau des Reallabors soll Erfurt zu einem Magnet für Anbieter aus den Bereichen Mobilität, Logistik, Verkehr und dezentrale Energiesysteme werden.” Foto: PIXABAY

Kurzvita

seit 2001

Innovationsmanager, INNOMAN GmbH

1998-2001

Innovationsberater, Thüringer Agentur für Technologietransfer und Innovationsförderung GmbH

1996-1998

Studienförderkreises, Commerzbank AG

 

1994 – 1998  

Diplom-Kaufmann (Univ.), Betriebswirtschaftslehre, Friedrich-Schiller-Universität Jena 

1992 – 1993

Kreditsachbearbeiter, Commerzbank AG

1990 – 1992  

Bankkaufmann

Schritt für Schritt kann so in der Zukunft eine Umstellung auf kohlendioxidfreie Gase erreicht werden.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (24): Vortrag über Blue Line – Ein Netzwerk zur Speicherung und Nutzung grüner Energie

Schritt für Schritt kann so in der Zukunft eine Umstellung auf kohlendioxidfreie Gase erreicht werden.

Tobias Struck: Im Verbund mit zahlreichen anderen Energieerzeugern ist die WEMAG schon lange an der Forschung und Entwicklung von Power-to-Gas-Technologien beteiligt.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Tobias Struck, der im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über Blue Line – Ein Netzwerk zur Speicherung und Nutzung grüner Energie berichtet.

Herr Struck, seit 2015 sind Sie Leiter Energiespeicher und Projekte der WEMAG AG. Können Sie bitte ein aktuelles Projekt als Exempel benennen und erläutern?

Aktuell bringen wir den Produktionsprozess unserer „WEMAG Batterie Station“ – WBS zum Abschluss und starten dann die Serienfertigung. Mit der WBS können wir Speicher im Format bis 1MW und 1MWh im Standardbetonkörper von 3x5m in die Fläche bringen.

Neben globalen Dienstleistungen, wie z.B. Primärregelenergie oder Direktvermarktung können auch lokale Services wie Engpassmanagement oder Blindleistungskompensation bereitgestellt werden.

2014 haben Sie gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Younicos in Schwerin den größten kommerziellen Batteriespeicher in Europa gebaut, der in 2017 durch einen Erweiterungsbau ergänzt wurde. Berichten Sie hierüber.

Natürlich ist der Schweriner Speicher nicht mehr der größte Europas, aber wir haben wohl die längste Erfahrung mit dem Betrieb von Batteriespeichern. Das hilft uns, neue Produkte entsprechend zu gestalten. 

Warum spielen, ihrer Meinung nach, Energiespeicher für eine nachhaltige Energiezukunft eine zentrale Rolle?

Das liegt auf der Hand – wir speichern alles, Nahrungsmittel sind da ein gutes Beispiel: Die Ernte fällt klimabedingt saisonal aus, daher speichern wir Getreide, Kartoffeln, Äpfel usw. für den Rest des Jahres.

Ähnlich verhält es sich mit den Erneuerbaren, nur hier speichern wir derzeit noch nichts. Batterien sind dafür nur bedingt geeignet, die Zukunft wird aus heutiger Sicht wohl im Wasserstoff liegen.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über Blue Line – Ein Netzwerk zur Speicherung und Nutzung grüner Energie berichten. Können Sie dieses Netzwerk kurz vorstellen? Welche Unternehmen sind Teil dieses Projektes?

Gemeinsam mit den Stadtwerken Schwerin und dem Transportunternehmen Volker Rumstich hat die WEMAG AG zusammen mit der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin das Projekt namens „Blue-Line“ gegründet.

Eine Studie soll Erkenntnisse über die Einsatzbedingungen von grünem Wasserstoff oder Flüssiggas (LNG) bei Nutzfahrzeugen oder Stadtbussen in Mecklenburg-Vorpommern bringen.

36.000 Euro Förderung gibt es vom Energieministerium für diese Projektstudie.

Ziel ist es, entlang der Hauptinfrastrukturachsen A24 über Valluhn/Gallin, Schwerin und Parchim, den „Blue-Line“ Wasserstoff als Antriebsenergie zu nutzen. Dafür braucht es die Möglichkeit die überschüssige Energie aus Wind- oder Solaranlagen langfristig zu speichern. Die Idee das vorhandene Erdgasnetz als Langzeitspeicher zu nutzen ist nicht neu. Im Verbund mit zahlreichen anderen Energieerzeugern ist die WEMAG schon lange an der Forschung und Entwicklung von Power-to-Gas-Technologien beteiligt. Überschüssiger Strom aus Erneuerbare-Energie-Anlagen wird dabei dazu genutzt, um mit Hilfe von Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Dieser kann in das Erdgasnetz eingespeist oder als Kraftstoff verwendet werden. Man kann ihn aber auch weiter zu Methangas, künstlichem Erdgas, verarbeiten. Schritt für Schritt kann so in der Zukunft eine Umstellung auf kohlendioxidfreie Gase erreicht werden.

„Das Gasverteilnetz gilt nicht ohne Grund als Batterie der Zukunft.“ (Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG) Kommentieren Sie abschließend diese Aussage.

Da stimme ich absolut zu. Denn wir brauchen für Wasserstoff im Grunde keine neuen Speicher bauen, die vorhandene Gasinfrastruktur ist weitestgehend dafür geeignet. 

Weitere Informationen zur Tätigkeit von Tobias Struck finden Sie in folgendem Video HIER.

“Die Zukunft wird aus heutiger Sicht wohl im Wasserstoff liegen.” Foto: PIXABAY

Kurzvita

Tobias Struck ist am 13. Juni 1975 geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Ausbildung 

09/1996 – 01/2000             

Studium Elektrotechnik mit Schwerpunkt auf reg. Energie, Fachhochschule Stralsund

Beruflicher Werdegang

04/2000 – 03/2004             

verschiedene Tätigkeiten, WEMAG AG

 

03/2004 – 04/2011 

Leiter Netzstrategie, WEMAG Netz GmbH

04/2011 – 05/2015             

Innovationsmanagement, WEMAG AG

05/2015 – heute                 

Leiter Energiespeicher und Projekte, WEMAG AG

Fakt ist, dass Mitteldeutschland mit den Metropolregionen im Speicherbereich an Attraktivität stark zulegt.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (23): Vortrag von der spannenden Speichertechnologie-Geschäftsidee zur Lizenzierung und Ausgründung

Fakt ist, dass Mitteldeutschland mit den Metropolregionen im Speicherbereich an Attraktivität stark zulegt.

Martin Richter: Hinzu kommt, dass etablierte Forschungseinrichtungen seit vielen Jahren eine hoch innovative Speicherforschung betreiben und die Innovationsstrategien der beteiligten Bundesländer entsprechende Teilsegmente befördern.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe. In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Martin Richter, der im Workshop Finazierungen, Start-ups, rechtliche Rahmenbedinungen, internationale Zusammenarbeit von der spannenden Speichertechnologie-Geschäftsidee zur Lizenzierung und Ausgründung berichtet. 

Herr Richter Sie hatten jüngst mit lokalen Partnerfirmen des SpinLab und Smart Infrastructure Hub ein Meetup, um spannende Speichertechnologien aus der Forschung vorzustellen und zu befördern, dass sich die Forscher untereinander stärker vernetzen. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Zunächst war es ein vielfältiges und sehr spannendes Meetup mit einem etwas anderen Ergebnis, als vorab vermutet. Ein Ziel des Events war es, verschiedene Speichertechnologien vorzustellen und im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit zu diskutieren. Zu dieser Diskussion kam es jedoch nicht, weil alle vorstellenden Akteure ihre Hausaufgaben exzellent gemacht hatten. Es ging nun vielmehr um die Frage von Zusammenarbeit und gemeinsamen Möglichkeiten zur Anwendung der innovativen Technologien. Insofern kann ich festhalten, dass die Strategie des Smart Infrastructure Hub – Anspruch, Vernetzung und Ermöglichung, hier hervorragend aufgegangen ist.

Insgesamt waren etwa 25-30 Interessierte anwesend. Kann man im Speicher-Technologiebereich in Mitteldeutschland von einer Gründerszene sprechen?

Im Moment ist es noch zu früh, um verlässliche Aussagen zu einer verstärkten Gründungstendenz treffen zu können. Fakt ist, dass Mitteldeutschland mit den Metropolregionen im Speicherbereich an Attraktivität stark zulegt. Hinzu kommt, dass etablierte Forschungseinrichtungen seit vielen Jahren eine hoch innovative Speicherforschung betreiben und die Innovationsstrategien der beteiligten Bundesländer entsprechende Teilsegmente befördern. Unser Anliegen als Smart Infrastructure Hub ist es u.a. auch, diese Technologie als Teilbereich der Energie-Innovationen zu fördern und Zusammenarbeit zu ermöglichen, im Sinne von Vernetzung und Austausch.

Wo verorten Sie denn bei einem solchen Erfahrungsaustausch die am meisten gefragte Unterstützung?

Aus meiner Sicht besteht der größte Bedarf auf Seiten der politischen Akteure. Deren Fokus auf die Li-Ion Technologie ist meiner Meinung nach sehr einseitig. Hier besteht entsprechend hoher Nachholbedarf in der Anerkennung und Förderung solcher alternativen und hoch-investiven Speicherforschungen.  Für die Erreichung einer wirtschaftlichen industriellen Produktion derartiger Technologien bedarf es zunächst eines gewissen Mutes zur Pilotierung und Projektierung von Feldtest-Anwendungen außerhalb von Laborumgebungen. Dabei ist eine stärkere finanzielle Unterstützung wünschenswert.

Wir haben am 01. Juli auf AKTUELLES über die Fertigstellung eines Kompetenzatlas zu den Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland berichtet. Die Erfahrungen daraus zugrunde legend, stellt sich die Frage, wie kann man denn die stärkere Vernetzung der mitunter einzeln, aber sehr innovativ Agierenden befördern?

Zunächst vielen Dank für den aufschlussreichen und hoch informativen Bericht zum Thema grüne Gase. Auch hierfür stehen wir als Smart Infrastructure Hub als Vernetzer und Ermöglicher zur Verfügung. Einige unserer Industriepartner beschäftigen sich sehr intensiv mit dem Thema Grüne Gase. Ich bin zuversichtlich, dass wir ein ähnlich exzellentes Ergebnis bei einem Event erzielen können, wie beim Speicher-Meetup im Mai 2019. Bisher haben wir noch kein entsprechendes Event durchgeführt. Das werden wir mit Sicherheit nachholen. Grundlegend ist festzuhalten, dass es einzelne Akteure tendenziell schwer haben, sich am Markt durchzusetzen. Für die Vernetzung gilt, dass weniger oft mehr ist. Es existieren schon einige gut etablierte Netzwerke, die ihrerseits auch untereinander gut  vernetzt sind. Die Konsolidierung dieser Netzwerke hilft meines Erachtens auch einzelnen Innovatoren, sich zeiteffizient zu vernetzen. 

Ihr Anspruch beim zu Beginn des Interviews erwähnten Meetup haben Sie darin begründet, dass die Technologie-Inhaber /-treiber zu dem logischen Schluss kommen, ihre Forschung zu materialisieren und entweder zu lizenzieren, oder auszugründen, um Mitteldeutschland zu mehr Innovationen zu verhelfen. Sehen Sie in solchen Meetups eine Chance zum Erreichen dieses Ziels? 

Absolut ja. Nur wenn darüber gesprochen wird und die Akteure vernetzt werden, ist Technologie in der Region projektierfähig und in den Markt überführbar. In den vielen Schubladen der Forschungseinrichtungen schlummert enormes Potential, welches unentdeckt bleibt, oder an Konzerne verkauft wird, die die Wertschöpfung aus der Forschung weniger in der mitteldeutschen Region ansiedeln. Einerseits erscheint es viel einfacher, ein mehrfach erprobtes E-Commerce Geschäftsmodell mit nischigem Thema zu gründen und am Markt zu etablieren, als ein hoch-investives Technologie Thema zu einer Gründung mit adäquater Finanzierung zu befördern. Andererseits wird aktuell überwiegend viel zu viel Zeit und Energie in ein 100%ig valides Forschungsergebnis investiert, anstatt zügig am Markt zu validieren. Damit verlieren wir Geschwindigkeit und Agilität in der Umsetzung von Geschäftsmodellen für hoch innovative Forschung. Deshalb setze ich mich für die Vernetzung, auch durch Events, im Rahmen des Smart Infrastructure Hubs ein. 

Wenn die Rede ist von einem Transfer aus der Wissenschaft und Forschung in die Wirtschaft, über welche Zeiträume muss man dies planen, um erfolgreich zu sein?

Erfolg ist leider nicht vollends planbar, es gehört noch jede Menge Glück, Demut und Geduld dazu. Weiterhin ist es auch ein Stückweit vom Typ der Innovation abhängig. Grundlagenforschung benötigt sehr viel Zeit und sollte meines Erachtens auch nicht bedrängt werden, wobei der Fokus auf eine wie auch immer geartete wirtschaftliche Auswertung gelegt werden sollte. Anwendungsbezogene Forschung kann und sollte wesentlich schneller am Markt getestet werden. Überwiegend ist Forschung mit Fördermitteln unterlegt, wodurch sich der Zeitraum zur Marktfähigkeit signifikant verlängert. Dem kann jedoch mit professionellem Transfermanagement, auch schon in einem frühen Stadium der spezifischen Anwendungsforschung, und mit einer adäquaten Innovationsstrategie der Bundesländer und der Regierung begegnet werden. Ich sehe uns in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf einem guten Weg, wenngleich es weiterer Anstrengungen bedarf, Forschung in die Wirtschaft zu transferieren. Aus meiner Sicht reden wir dennoch über mehrere Jahre, die es benötigt um eine Forschungsinnovation erfolgreich marktfähig und wertschöpfend zu gestalten.

Wie wichtig sind hierbei solide finanzielle Rahmenbedingungen?

Eine solide finanzielle Grundlage ist außerordentlich wichtig. Sinnvoll ist ein Mix aus Fördermitteln und privatem Kapital. Leider verfügt Mitteldeutschland (noch) nicht über eine ausgeprägte Investitionsbereitschaft in Venture Capital Fonds. Das zu ändern haben wir mit der Etablierung unseres ersten privaten VC-Fonds in den neuen Bundesländern, Smart Infrastructure Ventures, begonnen und wollen unsere Anstrengungen diesbezüglich intensivieren. In Kombination mit den Förderinstrumenten der Länder ist eine Grundlage zu einer soliden Finanzierung von Innovationen gelegt. Entscheidend ist jedoch, dass die Innovatoren sich darüber im Klaren sein müssen, was die Innovation wertschöpfend zu leisten imstande ist und in welchem Zeithorizont. Überwiegend bedarf es an dieser Stelle externer Unterstützung durch Experten.

Diese Unterstützung muss meines Erachtens zum einen in Fördervorhaben obligatorisch werden und zum anderen von den Forschungsträgern ermöglicht und von den Fördergebern unterstützt werden. Außerdem müssen mehr valide Forschungsergebnisse am Markt positioniert werden. Das dabei entstehende wirtschaftliche Risiko der innovativen Akteure gilt es entsprechend zu honorieren und abzufedern. Hier sind die Forschungseinrichtungen, aber auch die Bundesländer gefragt für Modelle der anfänglichen Tragfähigkeit zu sorgen.

Wenn Mitteldeutschland bei den Speichertechnologien stärker als Innovationsregion wahrgenommen werden soll, was muss sich grundsätzlich ändern und welche Gründerzahlen müssen wir dann anstreben?

Unlängst haben sich die Bundesländer in Mitteldeutschland u.a. um die Ansiedelung und die finanzielle Unterstützung für eine Speicherforschungsfabrik beworben. Die Voraussetzungen und Unterstützer waren exzellent. Aber wir stehen auch im Wettbewerb zu anderen Metropolen und sehr gut aufgestellten Regionen. Der Zuschlag für die Ansiedelung wurde bekanntlich Münster erteilt. Das ist gut für Münster und die Region, aber natürlich sehr schade für Mitteldeutschland. Hierdurch werden außerordentlich große Chancen im gesamten Umfeld der Batterieforschung, -recycling und -anwendung verpasst. Die Reaktion der Bundesländer in Mitteldeutschland ist nun jedoch zu zaghaft. Ich würde mir wünschen, dass sie ebenso fordernd, wie die süddeutschen Länder, ihren Standpunkt und die Möglichkeiten vertreten. In diesem Zusammenhang halte ich eine wesentlich stärkere, technologieoffene Unterstützung der Regierungen in Mitteldeutschland für Innovationen aus dem In- und Ausland für sinnvoll. Hinzu kommen die Verbesserung von Infrastrukturen, Investitionen in Bildung und die Beseitigung von regulatorischen Hemmnissen zur Förderung von Forschung und Ansiedelung von Speichertechnologien, um die Region weiterhin attraktiv zu gestalten und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Eine gemeinsame, angepasste, diversifizierte Förderstrategie der Länder – insbesondere in Bezug auf Projektierung von zum Beispiel Marktvalidierung von Speicherforschung – trüge dazu bei, die Akteure in Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Startups schneller zueinander zu bringen und valide Geschäftsmodelle mit hohem Wertschöpfungspotential für die Region zu identifizieren und zu etablieren. In Zahlen lässt sich das nicht ausdrücken. Wir müssen es schaffen, ein gemeinsames Ökosystem mit Oberzentren zu etablieren, in dem Innovationen beflügelt werden und die Akteure sich entfalten können. Dadurch entstehen Gründungen, Spin-Offs aus etablierten Unternehmen, sowie eine Sogwirkung für externe Startups. Wir vom Smart Infrastructure Hub stehen hierfür und wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich an Vernetzung und Ermöglichung zu beteiligen.

Die Leipziger Baumwollspinnerei, Firmensitz des SpinLab – The HHL Accelerator. Fotos: Barbara Neumann, unter: www.foto-thueringen.de

Kurzvita

Martin Richter ist am 05.05.1977 in Leipzig geboren. Er ist verheiratet und hat 3 Kinder. 

Ausbildung

1999 – 2002

Studium Diplom-Tourismusbetriebswirtschaft, Berufsakademie Sachsen, Leipzig

1996 – 1998

Studium Wirtschaftspädagogik, Politologie, Universität Leipzig

1991 – 1995

Gymnasium (humanistisch), Leipzig

1983 – 1991

Oberschule 

Berufliche Stationen 

03.2003 – heute

Martin Richter Tourismus & Marketing Consulting

12.2017 – heute

Coach & Consultant, SpinLab – The HHL Accelerator

09.2016 – 11.2017

Berater Digital & Business Development, evermind GmbH

07.2014 – 11.2015

Assistant der Geschäftsleitung, F&P Gmbh | FEiG&PARTNER

09.2012 – 03.2013

Senior Inhouse Consultant, Unister Holding GmbH

03.2005 – 02.2012

Managing Director & Founder, g.labs GmbH

10.2002 – 02.2003

Junior Consultant Operations, TREUGAST Consulting Ludwigshafen

11.2000 – 09.2002

Junior Consultant/Werkstudent, TREUGAST Consulting Ludwigshafen

10.1999 – 09.2000

Werkstudent, Marriot Hotels Leipzig

1996 – 09.1999

Diverse Barkeeper Stationen im In- und Ausland