“Dass die Wasserstoff-Herstellung auch auf anderem Weg als über die Elektrolyse möglich ist, haben wir mit unserer BioWasserstoff-Produktion bereits nachweisen können.”

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 02./03.11.2020 in Erfurt: Vortrag über den Aufbau eines Clusters BioWasserstoff + Biokonversion zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft

“Dass die Wasserstoff-Herstellung auch auf anderem Weg als über die Elektrolyse möglich ist, haben wir mit unserer BioWasserstoff-Produktion bereits nachweisen können.”

Interview mit Dr.-Ing. Christian Huck, 1. Vorsitzender des BioEnergie Verbund e.V.

Lieber Herr Dr. Huck, zur EAST 2020 werden Sie am 2. November in Forum 2 – Wasserstoff und neue Technologien einen Vortrag über den Aufbau eines Clusters „BioWasserstoff + Biokonversion zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft mittels Bio-Wasserstoff-Produktion unter energetischer Nutzung von bisher ungenutzter Biomasse“ halten.
Welcher Ausgangspunkt bzw. welche wissenschaftlichen Erkenntnisse haben dieses Vorhaben ins Leben gerufen?

 Seit 2006 forscht der BioEnergie Verbund e.V. gemeinsam mit seiner wirtschaftsnahen Forschungseinrichtung Robert Boyle Institut e.V. (RBI) mit mittelständischen Unternehmen und weiteren Forschungsinstituten an der energetischen Verwertung biogener Reststoffe zur Biogas- und BioWasserstoff-Erzeugung.
In das erste nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) war das Konsortium von 2006 bis 2016 bereits involviert. In diesem Rahmen wurden auch Kontakte mit Unternehmen in Afrika und Südostasien geknüpft, die zu einem ersten Technologieexport führten.
So ist die effiziente klimaneutrale Verwertung von Biomasse eines unserer großen Anliegen. Jährlich werden in Deutschland z.B. ca. 19,6 Mio. t biogene Abfallstoffe kostenpflichtig kompostiert und damit teilweise wieder als CO2 freigesetzt. Dieses Material gilt es, sowohl energetisch als auch stofflich zu verwerten.

Im Rahmen dieses vom BMBF geförderten Innovationsclusters – von der Antragstellung bis zur Bewilligung sind über 1,5 Jahre vergangen – sollen 2 Wissenschaftlich-Technische Arbeitsziele verfolgt werden:

Zum einen sind es die BioWasserstoff- und Biogastechnologie mit den Teilprojekten

  • Fermentative Wasserstoffproduktion aus biogenen Abfallstoffen in BioWasserstoff-Fabriken
  • Bioenergiespeicherung von Vorprodukten („Grünes Öl“) aus BioWasserstoffproduktion

Und zum zweiten ist es die Biokonversion als stoffliche Nutzung von biogenen Abfallströmen in einem der BioWasserstoff-Fabrik angeschlossenem Produktionszyklus für biogene Kunststoffe als Beispiel einer Kreislaufwirtschaft

Welche Akteure sind bzw. sollen Teil dieses Clusters sein?

Aus den formulierten Arbeitszielen resultieren die zukünftigen Clusterakteure, wie

  • die Biomasselieferanten (Gebietskörperschaften und deren Entsorger),
  • die Hersteller von Aufbereitungstechnik zur Fest-/Flüssig-Trennung der Biomasse,
  • die Planer und Produzenten von Fermentationsanlagen,
  • wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen zur Prozessoptimierung in der BioWasserstoffproduktion, der Latentspeicherung von „Grünem Öl“ und in der Verwertung von Biokunststoffen,
  • Produzenten und Anwender von Biokunststoffen, z.B. im Bauwesen und
  • Vertreter aus Politik und Wirtschaftsverbänden.

Aus welchen Materialien wird ihr BioWasserstoff` hergestellt?

Per Definition wird BioWasserstoff aus toter Biomasse mit Hilfe von lebenden biologischen Organismen gewonnen.

Allerdings verwenden wir bisher energetisch nicht weiter verwertete Biomasse, wie z.B. Landschaftspflegematerial, Strauch- und Grünschnitt aus Gebietskörperschaften, deren Entsorgung bisher zur Kompostierung führt, was übrigens nicht kostendeckend ist.

Worin liegt aus Ihrer Sicht der Vorteil ihres BioWasserstoffs gegenüber grünem Wasserstoff, der mittels Elektrolyseurs mit Hilfe von elektrischem Strom Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff spaltet?

Die aktuellen Verfahren zur Wasserstoffherstellung über Steam-Reforming aus Erdgas sind energieintensiv und als Abprodukt entsteht weiterhin CO2. Power-to-Gas-Verfahren mittels Elektrolyse über den Einsatz von Erneuerbaren Energiequellen sind noch zu teuer, zu energieintensiv und die notwendige Infrastruktur ist nicht ausgebaut. Bei der Verwendung von Biomasse vermeidet man wesentliche Energieverluste der Elektrolyse ebenso die Aufstellung großer technischer Anlagen, die das Landschaftsbild nachhaltig verändern.

Unsere BioWasserstoff-Fabrik zur BioWasserstoff- und Biokunststoffproduktion

  • ist lokal, dezentral und modular einsetzbar,
  • sichert eine inländische Wasserstoff-Produktion und Unabhängigkeit gegenüber Importen
  • sichert eine lokale Verwendung des BioWasserstoffs für regionale Energieerzeugung und Anwendung
  • sichert einen kontinuierlichen Grundlastbetrieb durch Zwischenspeicherungsmöglichkeiten über „Grünes Öl“
  • sichert eine Kreislaufwirtschaft durch vollständige Biomasseverwertung (stofflich und energetisch) und ist CO2-Emissions-einsparend
  • sichert eine regionale Wertschöpfungskette durch Biokunststoff-Produktion

Jules Verne schrieb bereits 1875 in seinem Werk “Die geheimnisvolle Insel“: Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.
Bewerten Sie bitte abschließend diese Aussage.

Dass Wasserstoff zur Energieversorgung allumfänglich einsetzbar ist, haben die Versuche zur technischen Anwendbarkeit beweisen – aber sie haben den Nachweis der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit noch nicht erbracht. So hat Jules Verne hier auf die Anwendung zur Energieversorgung reflektiert, aber über die Herstellung des elektrischen Stroms zur Elektrolyse selbst keine Aussage treffen können. Insofern hat er eine grundsätzliche Zukunftsvision – Wasserstoff als Energieträger – beschrieben, aber die Problematik einer nachhaltigen Energieversorgung in seiner Zeit nicht erkennen können.
Und dass die Wasserstoff-Herstellung auch auf anderem Weg als über die Elektrolyse möglich ist, haben wir mit unserer BioWasserstoff-Produktion bereits nachweisen können.

Wer nicht sein eigenes Tun, seine Handlungsweisen, seine Ideen und Projekte hinterfragt, der wird auf Dauer
träge und ideenlos

Wer nicht sein eigenes Tun, seine Handlungsweisen, seine Ideen und Projekte hinterfragt, der wird auf Dauer träge und ideenlos

Interview mit dem Fortscher Olaf Luschnig zum Thema Biowasserstoff, der Gründung der Bio-H2-Umwelt GmbH, über Molke sowie über den Amazon Gründer Jeff Bezos und die “Provocative Mediation”

Olaf Luschnig gemeinsam mit Rainer Otto, Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH zum CEO-Film. Fotos: Alumatel

Herr Luschnig, wenn man sich mit Ihrer Vita befasst und Einblick in die Rede zu Ihrem runden Geburtstag jüngst nimmt, dann trifft man auf Einschätzungen, wie große Innovationskraft, starker Forschergeist, die Fähigkeit zu begeistern, Optimismus auszustrahlen und dennoch Suchender zu sein. Was ist ausschlaggebend hierfür, wo liegen die Wurzeln, was treibt Sie an, was hat Sie geprägt?

Wie so vieles sind die Ursachen und Handlungsweisen immer auch durch die Kindheit geprägt. Bei mir war es so, dass ich immer hinterfragt habe, was könnte man noch besser machen – und das ist bis heute so geblieben.

Denn wer nicht sein eigenes Tun, seine Handlungsweisen, seine Ideen und Projekte hinterfragt, der wird auf Dauer träge und ideenlos. Denn nichts ist so stetig wie der Wandel.

Wenn man sich also diesem Wandel in unserer heutigen Zeit nicht tagtäglich stellt, dann wird man den wirtschaftlichen und ideellen Anschluss verlieren – und das werde ich auf keinen Fall.

Gelegentlich werden Sie auch mit einem Ausspruch des Amazon Gründer Jeff Bezos in Verbindung gebracht. Er wird zitiert mit den Worten “Das Leben ist zu kurz, um mit Leuten rumzuhängen, die nicht erfinderisch sind”. Wie meinen Sie das, wie sehen Ihre Mitarbeiter diese Aussage?

Ich sehe es so: Wer meine Profession und Ideen auf Dauer nicht mit mir teilen will oder kann, der wird sich früher oder später von selbst verabschieden. Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten. Mit dieser Einstellung bin ich bisher sehr gut gefahren. Dazu habe ich aber immer erst das persönliche Gespräch gesucht und auch gefunden.

Unser Team ist stark interdisziplinär. Dies hat den Vorteil, dass ein Chemiker oder Physiker auch in der Diskussion wertvolle Beiträge für die Entwicklung einer speziellen bio-verfahrenstechnischen Anlage beitragen kann. Das sind meistens Lösungen auf die derjenige, der nur sein Fachgebiet beherrscht, nie gekommen wäre.

Einen weiteren Vorteil erzielen wir durch “Provocative Mediation”. Hierbei gibt es in unserem gemeinsamen Brainstorming immer ein bis zwei Personen, die jede Idee infrage stellen. Nur wenn man es schafft, diese Gegenargumente zu entkräften, dann ist es eine wirklich gute Idee. Das geht mitunter ganz schön heiß her.

Sie beschäftigen sich seit etwa 15 Jahren mit Biowasserstoff – Wie kam es dazu?

Im Jahr 2004 lernte ich in Jena eine Forschergruppe kennen. Diese experimentierte in einer Garage mit verschiedenen Zuckerlösungen, um daraus biologisch erzeugten Wasserstoff herzustellen.

Als Unternehmensberater und schon erfahrener Netzwerk-Manager nahm ich mich dieser Gruppe an. Schnell wurde klar, dass es nicht nur um das Forschen, sondern vielmehr um eine wirtschaftlich tragfähige Struktur in Form eines Forschungsunternehmens ging.

Vom Forschungsfieber gepackt, wurde ich kurz darauf Geschäftsführer und nach Abschluss der Gründungsphase der leitende Forschungsdirektor des noch jungen Unternehmens BIO-H2-Umwelt GmbH.

Durch die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums begann unsere Bio-Wasserstoffforschung sehr schnell.
Im Jahr 2006 habe ich damit begonnen, aus Molke als Abfallstoff in der Milchindustrie eine vollautomatische und transportable 2 m³ Mehrstufen-Anlage zur Herstellung von Biowasserstoff zu betreiben. Die im Container befindliche Anlage lief anfänglich auch sehr gut an. Daraus ergab sich eine Kooperation mit der FH Erfurt, zumal wir auch die Anlage auf deren Gelände unterbringen konnten. Nachdem aber die Molke als wichtiger Wertstoff (Molke-Drink im Fitnessbereich) erkannt wurde, fehlte mir mein Ausgangsmaterial. Die Anlage wurde vom Milchhof Erfurt zwar übernommen, aber dann doch nicht weiter betrieben. Ich denke, es war damals die weltweit größte Versuchsanlage auf diesem Gebiet.

Nach weltweit großer Euphorie von 2006 bis 2010, unter anderem angefeuert durch die erste nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung, geriet der Energieträger Wasserstoff wieder etwas in Vergessenheit.

Die neuen spritsparenden Verbrennungsmotoren und auch die Erwartungen an das Elektroauto und vor allem die noch viel zu niedrigen Energiepreise unserer fossilen Energieträger waren hier aus meiner Sicht die Hauptgründe.

“Gras zu Bio-Wasserstoff” –   Wie funktioniert das? Warum Gras? Warum ist Bio-Wasserstoff-Gewinnung wichtig?

Aus einer Tonne Zucker können wir in unserer Anlage 900 m³ reinen Wasserstoff gewinnen. In frischem Gras stecken bis zu 8 Prozent, den wir in speziellen Verfahren aus der Biomasse extrahieren. Wir verwenden als Ausgangsmaterial dabei ausschließlich das Gras, das als Abfallstoff bei den Städten und Kommunen anfällt. Im Jahr fallen in Deutschland immerhin etwa 19,6 Millionen Tonnen Grasabfall an. Die Städte und Gemeinden müssen dafür teuer bezahlen – je nach Region bis zu 45 € pro Tonne.

Können Sie bitte kurz das Verfahren, den Bio-Wasserstoff-Gewinnungsprozess beschreiben?

Im Gegensatz zur technischen Elektrolyse, dem in Deutschland gebräuchlichsten Verfahren, verwenden wir die Biomasse als direkten Ausgangsstoff. Wir erhalten so eine Fest- und eine Flüssigphase, die wir nach der Trennung in zwei verschiedene Prozessketten aufspalten.

Olaf Luschnig bei der Präsentation und Erklärung des BioCutters.

Sie suchen Partner zur Finanzierung und zum Bau einer Pilot-Anlage einer Bio-Wasserstoff-Fabrik. Wer arbeitet derzeit an diesem Projekt und wer kann da mitmachen?

Mein Team und ich sehen hier mehrere Wege der Finanzierung als Grundlage zur Anlagenoptimierung bis hin zum Bau einer vorkommerziellen Anlage in Jena. Einerseits wollen wir ausländisches Kapital einwerben. Hierzu haben wir uns bei Julien Uhlig mit einer professionellen Präsentation vorgestellt und haben bereits vielversprechende Nachfragen.

Andererseits beteiligen wir uns am Bundesdeutschen Ideenwettbewerb „Wasserstoffrepublik Deutschland“ mit dem Ziel, über das BMWi eine gesunde Projektförderung für eine konkrete F&E-Entwicklung zu erreichen.

Wie ist der Status Quo bei der Entwicklung der Jenaer Biowasserstoff-Fabrik als nachhaltiger Beitrag zur nationalen und internationalen Wasserstoffstrategie?

Wir haben es endlich geschafft, mediale Aufmerksamkeit über die Grenzen Thüringens hinweg zu erreichen, durch die Präsenz des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Norbert Barthle (MdB) und dem Innovationsbeauftragten der Bundesregierung für “Grünen Wasserstoff” Herrn Dr. Stefan Kaufmann (MdB) sowie durch Marion Walsmann (MdEP) anlässlich unserer ersten Vorführung.

Dass dabei sofort wieder die Kritiker zu Felde gezogen sind, um zu behaupten, dass unsere Lösung nicht wirtschaftlich wäre, war zu erwarten. Sehr verwundert hat mich hingegen, dass der Freistaat Thüringen so wenig Aufmerksamkeit für unser Projekt – das für Thüringen ein deutliches Alleinstellungsmerkmal innerhalb Deutschlands und darüber hinaus in der Wasserstoffproduktion darstellt – hat. Anscheinend sind ausgetretene Pfade zur Wasserstoffherstellung, also die technische Elektrolyse der Wasseraufspaltung mittels Strom aus nachhaltigen Energiequellen, einfacher zu verstehen, als unsere Lösung mittels stetig verfügbarer Bakterienstämme, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, Biomasse zu kontinuierlich grundlastfähigem, wirklich grünen Bio-Wasserstoff umzuwandeln und das mit deutlich geringeren Übertragungsverlusten. Wir lassen uns davon aber nicht entmutigen.

Wenn man eine Herausforderung sucht, die globales Denken zugrunde legt, inwieweit wirkt sich dies auf lokales Handeln aus?

Das allgemeine Denkmuster „Think global – act local“ ist auch bei mir durch verschiedene Auslandsaktivitäten Handlungsgrundlage.

Wie beurteilen Sie derzeit den aktuellen Stand der Energiewende in Deutschland?

Wenn man die bisherigen wirtschaftlichen Folgen seit 2005 verinnerlicht, also:

  • die Verdopplung der Strompreise je kWh in der Industrie um + 95,3%,
  • die Strompreisentwicklung der privaten Haushalte um + 62 %,
  • die damit einhergehende Wertvernichtung bei den Energiekonzernen,
  • Zusatzkosten in Höhe von 160 Mrd. € für Unternehmen und Steuerzahler – und geplante ca. 350 Mrd. € bis 2050,

und im Gegensatz dazu die realen Ergebnisse betrachtet, wie:

  • das Nichterreichen der Pariser Klimaziele, da kaum Veränderungen bei den CO2-Emissionen erreicht wurden (Der Verkehrsanteil stieg sogar von 2005 mit 150 Mio. Tonnen CO2 auf 166 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2017, die Industrie-Emissionen blieben im gleichen Zeitraum in etwa gleich mit 50 zu 47 Mio. Tonnen und lediglich die privaten Haushalte reduzierten von 110 auf 92 Mio. Tonnen CO2,
  • Forderungen nach unnötigen und naturzerstörenden Energietrassen,

dann muss man summa summarum sagen, dass die Energiewende bisher ein einziges Dilemma darstellt und sich die Politik bisher maßlos überschätzt hat.
Hier zitiere ich gern die Aussage von Herrn Dr. W. Reizle – Aufsichtsratschef von Linde „Die Energiewende ist ein tragisch verlaufendes Desaster. Wir schalten die sichersten Kernkraftwerke der Welt ab und gewinnen dabei nichts für die Sicherheitslage der Bevölkerung. Die unsichersten Kraftwerke wie Tihange in Belgien stehen direkt neben Aachen und bedrohen unsere Bevölkerung viel mehr als jedes deutsche Kernkraftwerk.“

Wie wichtig ist hierbei die internationale Zusammenarbeit?

Wir kommen nicht umhin, endlich konstruktiv international zusammenzuarbeiten, da es nicht reicht, Großveranstaltungen zum Weltklima abzuhalten und dabei wenig messbare Ergebnisse zu erhalten. Die Klimaveränderung schreitet weltweit voran und wird begleitet durch Ressourcenverknappung, eine weiterhin wachsende Weltbevölkerung und damit einhergehend einer Energieverbrauchszunahme.

Das Klima wird nicht in Europa, sondern muss in der Dritten Welt und dabei insbesondere in Afrika “gerettet” werden. Die Bevölkerungsprognose der UN rechnet für Afrika mit einer Entwicklung von ca. 1,2 Mrd. Menschen 2014 auf 3,5 bis zu 5,5 Mrd. Menschen in 2100, in Asien ist der Anstieg moderater aber auch der Sprung von 4,5 Mrd. Menschen auf bis zu 6 Mrd. Menschen in 2100 ist beachtlich.

Gibt es zu Ihren Wasserstoff-Forschungen ein vergleichbares Projekt auf nationaler oder internationaler Ebene?

NEIN!

Erlauben Sie bitte abschließend die Frage, gibt es einen Forscher, der Sie in Ihrer Arbeit beeinflusst, ja motiviert hat?

Mein Vater, der jahrelang in der Forschung bei Zeiss in Jena gearbeitet hat, war und ist für mich immer Vorbild geblieben. Das hat mich auch dazu motiviert, bei Zeiss anzufangen, was ich bis heute nicht bereut habe, da diese Arbeit auch mit hohem Forschungsanteil mein gesamtes Arbeitsleben bleibend geprägt hat.

Olaf Luschnig mit Firmenhund.

Den CEO-Film mit Olaf Luschnig finden Sie HIER. Den Film zum GRÜNWERT-Truck finden Sie HIER. Den Film zur BIOWASSERSTOFF-Fabrik finden Sie HIER.

Kurzvita

Olaf Luschnig ist am 08.08.1960 geboren. Er ist verheiratet und hat ein Kind.

1979 bis 1981
Ausbildung Baufacharbeiter in Jena
Ausbildung Fachmann für Holzschutz
Ausbildung Fachmann für Bauwerkstrockenlegung

1983 bis 1986
Studium Hochbau an der Ingenieurschule für Bauwesen in Erfurt, Abschluss: Diplom-Ingenieur (FH)

1986 bis 1990
Absolvent im Carl Zeiss Unternehmen in Jena als Projektingenieur im Außenhandelsbetrieb sowie Abteilungsleiter Produktionsvorbereitung im VEB Gebäudewirtschaft Jena

1990 bis 1996
Inhaber Bauplanungsbüro Olaf Luschnig als Einzelunternehmen

1992 bis 1995
Geschäftsführer und 50 %iger Gesellschafter der SABAC GmbH Bausanierung

seit 1996
Geschäftsführer und Alleingesellschafter der REKOPLAN GmbH Management & Projekt
Geschäftsgegenstand: Projektvorbereitung, Steuerung und Leitung, Entwurfs- und Ausführungsplanung

1997 bis 2005
Ausbildung zum NLP-Trainer
Ausbildung zum Energieberater
Mitglied im Thüringer Arbeitskreis Energieberatung

seit 2001
Netzwerkmanager für das RKW Thüringen
Unternehmensberater für RKW Bayern und Hessen
Unternehmensberater der IHK Gera zugelassener Berater für „ Runden Tisch“ der kfw

seit 2003
Netzwerkmanager und Berater

– der ARGE Energiekonzept Thüringen

– der ARGE BIOplant

– der ARGE Thüringenprojekt

seit 2004
Zulassung als Bauvorlageberechtigter Hochbauprojektant der Thüringer Ingenieurkammer

seit 2006
Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter der BIOH2 Energy GmbH, Geschäftsgegenstand: Forschung, Produktion und Vermarktung von Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung insbesondere Biowasserstoff

2011
Gründung BIO-TECC uG als Fertigungs- und internationale Vertriebsgesellschaft zusammen mit einem Partner aus Malaysia

2015
Umfirmierung der Bio-TECC in BIO-H2 Umwelt GmbH und Übernahme aller Geschäftsanteile Verlegung des Firmensitzes nach Zwickau; Standort Jena wird selbständige Niederlassung, Geschäftsgegenstand: Beratung von Biogasanlagen, Forschung & Entwicklung sowie Vermarktung von Bioraffinerietechnik