„Aber die Kunst in all ihren Facetten wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein.“

Interview mit dem Weimarer Künstler Wolf Bertram Becker:

„Aber die Kunst in all ihren Facetten wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein.“

Wolf Bertram Becker in seinem Atelier. Fotos: Lux Becker

„Ohne Weimar ist die Geschichte der deutschen Kultur nicht denkbar“, sagte einst Altbundespräsident Roman Herzog, über die facettenreiche Stadt mit großer Vergangenheit. Hier lebt und arbeitet der Maler Wolf Bertram Becker.

Wolf Bertram Beckers Werk, in zahlreichen in- und ausländischen Ausstellungen sowie Museen vertreten, ist, wie es in einem seiner Kataloge heißt, „vielschichtig und konzentriert zugleich, es spiegelt eine sehr enge Wahrnehmung der Wirklichkeit und eine besondere Art, die ganz persönlichen Empfindungen damit zu verbinden.“

AKTUELLES hat die Zeit der Veränderungen genutzt, um mit Wolf Bertram Becker darüber zu sprechen, wie es ihm und seiner Stadt derzeit ergeht.

Lieber Wolf, die aktuelle Situation hat unser gesellschaftliches Leben vollständig verändert. Wie nimmst Du dies derzeit wahr, wie geht es dir dabei?

Wir leben im Ausnahmezustand. Keiner von uns hat etwas Vergleichbares erlebt und sich wahrscheinlich auch nicht vorstellen können. Die weltweiten Auswirkungen sind beunruhigend. Wir sind auf der einen Seite Zuschauer der Corona-Tragödie, auf der anderen Seite Akteure, die sich an unglaublich rigide Regieanweisungen zu halten haben. Wenn Grundrechte ausgesetzt werden, ist die Lage bedrohlich. Ich fühle mich nicht wohl dabei.

Stichwort Kulturstadt Weimar. Wieviel Kultur kann man in Weimar in diesen Zeiten erleben?

Ganz langsam regt sich wieder Leben. Seit Mitte März waren alle Museen und Ausstellungen geschlossen, ebenso Kinos, Theater, Galerien. Weimar machte da gegenüber anderen Städten keine Ausnahme. Das ganze kulturelle Leben mit seinen feinen Verästelungen kam zunächst beinahe vollständig zum Erliegen. Es war eine Art Schockstarre.

Später erschienen Online-Angebote im Kunstbereich, virtuelle Führungen durch Ausstellungen und Galerien, die mit viel Aufwand erstellt werden, aber doch eben nur einen ungefähren Eindruck geben können.

Unsere reale Welt lässt sich nicht 1:1 digitalisieren. Gott sei Dank! Also ist ihr Verlust schmerzhaft.

Ab Anfang Mai öffnen nun wieder die ersten Museen und Ausstellungen.

Seit der Eröffnung vor gut einem Jahr haben fast 300.000 Menschen das Bauhaus-Museum Weimar besucht und nun der Lockdown. Wie schätzt Du die Auswirkungen auf die Weimarer Museen, Theater, ja auf die gesamte Kultur- und Kunstszene ein?

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch gar nicht absehbar. Weimar ohne seine kulturelle Vielfalt ist ein Schatten seiner selbst. Welche entstandenen finanziellen Verluste durch Landes- bzw. Bundesmittel möglicherweise kompensiert werden können, ist im Augenblick unklar. Aber Weimar hat eine aktive Kunstszene und es wird viele kleine und große Angebote und Aktivitäten geben.

Gibt es in Weimar Überlegungen, wie man aus der Stadt heraus den Kulturbetrieb wieder hochfahren kann, wie man insbesondere die Weimarer Kleinkunstszene vor einem massiven “Austrocknen” bewahren kann?

Leider bietet der städtische Haushalt kaum finanziellen Spielraum. Möglicherweise kann die Stadt als Vermieterin manche Akteure durch Mietnachlässe unterstützen. Ich hoffe sehr, dass es pragmatische Lösungen geben wird. Auch bürgerliches Engagement wird helfen können, ich bin mir da sicher.

Du bist ein sehr bekannter Maler, welchen Einfluss hat die aktuelle Situation auf deine Arbeit und die zahlreichen Künstler-Kollegen?

Zunächst einmal geht die künstlerische Arbeit weiter. Ein bildender Künstler, der freiberuflich arbeitet, weiß nie, was er im nächsten Monat verdient. Das ist eine gewisse Last, und der Außenstehende wird sagen, es sei selbstgewähltes Leid. Und das ist nicht einmal falsch. Es kann immer magere Monate geben. Dass allerdings so viele Berufsgruppen zeitgleich betroffen sind, ist ungewöhnlich. Die freiberuflichen Musiker und Schauspieler sind besonders hart betroffen.

Die Frage ist natürlich, wie es weitergeht, wie lange der Ausnahmezustand anhält, wie stark die wirtschaftliche Abwärtsspirale sein wird. Aber die Kunst in all ihren Facetten wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein.

Wie lenkst du dich zurzeit ab?

Ich habe nicht das Gefühl, mich ablenken zu müssen. Ich mache das, was ich immer mache. Morgens einen Lauf, ca. 5 bis 10 Kilometer um meinen Kopf frei zu bekommen, meine  Gedanken zu ordnen und meinen Körper zu spüren. Ich habe aufgehört, Corona-Statistiken zu lesen, fühle mich aber dennoch gut informiert.

Du bist Vater von drei Kindern. Wie sieht euer Alltag aktuell aus?

Wir schlafen etwas länger. 9 Uhr Schulbeginn soll ja für Kinder viele Vorteile haben. Diese Chance haben wir mit dem Homeschooling! Was für ein Wort! Im Ganzen aber recht erfolgreich. Als Familie verbringen wir mehr Zeit gemeinsam als sonst, das ist natürlich eine sehr schöne Facette dieser ungewöhnlichen Zeit. Und nach wie vor gehe ich ins Atelier und habe mir damit einen Teil der Normalität bewahren können.

Viele Menschen stehen durch den Lockdown vor zahlreichen neuen Herausforderungen, wie ist es bei Dir?

Die größte Herausforderung ist mit Sicherheit, die Kinder einigermaßen gut durch diese Zeit zu navigieren. Für sie ist die ganze Situation eine ungeheure Belastung.

Deine Bilder entstehen oft aus Eindrücken von Auslandsreisen. Malst du nun aus deiner Erinnerung oder wird deine Kunst jetzt von anderen Eindrücken geprägt?

Ich habe Mappen voller Skizzen, Reisetagebücher, Studien, Zeichnungen, Fotos. Und viele, viele Ideen. Es ist ein ungeheurer Fundus, aus dem ich jahrelang schöpfen könnte. Die aktuelle Durststrecke lässt sich also gut überstehen…

Woran arbeitest du aktuell?

Ich arbeite im Augenblick an Walddarstellungen und an Darstellungen von Reflexionen. Daneben habe ich begonnen, einige Bilder zu überarbeiten. Das orangene Venedigbild ist eines dieser Bilder, entsprechend auch die Signatur 2017/20.

Es gibt Bilder, die in meinen Augen nicht vollendet waren. Ich kann nicht beschreiben, woran ich festmache, dass ein Bild vollendet ist. Es existiert keine Gleichung, die sich mathematisch lösen lässt. Es ist eher Intuition, etwas Magisches.

Gibt es derzeit Projekte, die du trotz allem realisieren kannst?

Natürlich. Ich arbeite zum Beispiel an einer Grafik, in diesem Fall einem Holzschnitt, den der Förderverein eines Erfurter Gymnasiums seinen Abiturienten mit auf den Lebensweg gibt. Sie machen das seit vielen Jahren und ich bin sehr froh, dass es solche wunderbaren Traditionen gibt. 

Wie gestaltet sich der Kontakt zu deinen Käufern und Kunstliebhabern, welche Unterstützung wäre denkbar?

Es ist ruhiger als sonst. Es herrscht eine Art Dornröschenschlaf und eine gewisse Ratlosigkeit. Atelierbesuche sind im Augenblick selten. Wenn meine Kinder nicht in die Schule gehen dürfen, wenn Läden geschlossen bleiben, wenn die Galerie geschlossen bleibt, fragt man sich natürlich, ob der Besuch beim Künstler möglich ist? Er ist natürlich möglich. Außerdem gibt es das Telefon und das Internet.

Welche Botschaft würdest du gern potentiellen Käufern übermitteln?

Großartig ist, wenn sich Käufer gerade jetzt zum Kauf eines Kunstwerkes, ihres Favoriten, entscheiden. Oft gibt es ja ein Bild, eine Plastik, die man irgendwann kaufen möchte … Es klingt paradox, dass der Zeitpunkt gerade jetzt sein soll, wo doch die ganze Wirtschaft von einem Abwärtsstrudel erfasst zu sein scheint. Aber es ist eben auch eine ungewöhnliche Zeit, und auch die Künstler möchten vom Verkauf ihrer Kunst leben. Vor diesem Hintergrund ist es möglicherweise auch die Zeit ungewöhnlicher Preisnachlässe …

Lieber Wolf, vielen lieben Dank für dieses Interview und dir und deiner Familie auch weiterhin alles Gute.

AS

Mehr über Wolf Bertram Becker und die Klassikerstadt Weimar vermittelt der Film der Galerie Vi-Strategie www.youtube.com.
Dieser Film entstand im Atelier des Künstlers und an verschiedenen wunderbaren Orten in Weimar.

Weiterhin finden Sie unter www.verlag-vi-strategie/wolf-bertram-becker eine Auswahl von Wolf Bertram Beckers Werken, die über den Verlag Vi-Strategie zu erwerben sind.

Jana Liebe


Jana Liebe

Vita

lebt derzeit in Weimar, die Malerei ist ihr Hobby seit dem Jugendalter.

seit 2008
leitende Tätigkeiten im Bereich der Erneuerbaren Energien in Thüringen

1996–2003
Geographie-Studium an der Technischen Universität Dresden und Karlsuniversität Prag

1996
Abitur am St.-Afra-Gymnasium Meißen

Einzelausstellungen

2017-2018
“BACK TO THE ROOTS” bei systematics NETWORK SERVICES GmbH in Dresden

2017
“Kunst trifft SOLAR II” bei maxx solar & energie GmbH & Co.KG in Waltershausen

2016
“COLORFUL ADVENTURES II” bei Büchers Best in Dresden

2013
Kunst trifft Solar: “COLORFUL ADVENTURES” bei maxx solar & energie GmbH & Co.KG in Waltershausen

Werke

Gespräch mit der Künstlerin Jana Liebe

Jana Liebe

“Ich bin anspruchsvoller geworden, was die Qualität der Pinsel, Farben und Leinwände betrifft. Über Kreativität denke ich nicht nach, sie ist einfach da oder nicht.”(8*)

Weitere Künstlerin in der Galerie des Verlags Vi-Strategie/Im Gespräch mit JANA LIEBE

Mit einer weiteren sehr interessanten Künstlerin bereichert ab heute der Verlag Vi-Strategie sein Galerie-Programm: JANA LIEBE

„Jana Liebe”, so die Dipl.-Gemälderestauratorin Sonja Bretschneider, „spielt mit Formen, Farben und Strukturen intuitiv auf der Leinwand. Ihre eigenen, oft kaleidoskopischen Kompositionen entstehen durch die Transformation ihrer Gedanken- und Lebenswelt und finden dadurch ihren ganz besonderen künstlerischen Ausdruck.“.

AKTUELLES hatte Gelegenheit, mit der Künstlerin, die in Weimar wohnt, ein Interview zu führen.

Wann haben Sie mit Ihrer Kunst begonnen?

In meiner Jugend und während meines Auslandsaufenthaltes in Prag habe ich viel mit Bleistift, Kohle und Kreide gezeichnet, zur Malerei bin ich erst 2010 gekommen.


Was bedeutet Kunst für Sie?

Ein wunderbarer Ausgleich und die Verbindung zu mir selbst.


Ist es eher Arbeit oder Leidenschaft?

Leidenschaft.


Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Intuitiv, farbenfroh, kontrastreich.


Wer oder was inspiriert Sie?

Menschen, Momente, Begegnungen, Orte, Bauwerke, Landschaften, meist sind es nur kleine Details.

Haben Sie Ihre Motive im Kopf, wenn Sie beispielsweise Ihren Stift in die Hand nehmen?

Beim Zeichnen ja, beim Spachteln und Malen nein.


Wie wichtig ist das richtige Equipment? Oder ist Kreativität wichtiger als das Equipment?

Ich bin anspruchsvoller geworden, was die Qualität der Pinsel, Farben und Leinwände betrifft. Über Kreativität denke ich nicht nach, sie ist einfach da oder nicht.


Was ist Ihr aktuelles künstlerisches Projekt?

Lassen Sie sich überraschen…


Gibt es ein Kunstwerk in Ihrem Leben, das Sie besonders beeindruckt hat?

Da gibt es viele. Spontan fallen mir die van Gogh-Gemälde mit ihrer enormen Leuchtkraft in Amsterdam oder die Domfenster von Chagall in Merz ein. Der Brücke-Maler Kirchner und die Bauhäusler Kandinsky und Klee haben mich definitiv beeinflusst. Und auch, wenn die Renaissance nicht meine favorisierte Epoche ist, kann ich mich der kraftvollen Wirkung der originalen Raffael- und Michelangelogemälde, wie sie zum Beispiel in London oder im Vatikan zu sehen sind, nicht entziehen.

Werke

(*In loser Folge bittet der Verlag Vi-Strategie unter der Rubrik AKTUELLES Experten, Zeitzeugen und Persönlichkeiten der Zeitgeschichte um Antwort zu allgemein-interessierenden Fragen.
Im 8. Interview (Sehen Sie bitte auch AKTUELLES vom 14.03.2018 ff) gibt die in Weimar wohnende Künstlerin JANA LIEBE Auskunft über Ihr künstlerisches Schaffen. NACHDRUCK OHNE GENEHMIGUNG NICHT GESTATTET.)

Gespräch mit der Erfurter Künstlerin und Weltbürgerin Cornelia Theimer Gardella

Cornelia Theimer Gardella

“Für mich ist Kunst eine Form der Kommunikation,
und die Technik liefert mir die ‘Worte'” (5*)

Im Gespräch mit der Erfurter Künstlerin und Weltbürgerin CORNELIA THEIMER GARDELLA

Mit dem heutigen Tag konnte der Verlag Vi-Strategie eine weitere Künstlerin für seine Galerie gewinnen: Cornelia Theimer Gardella.

Cornelia Theimer Gardella beschäftigt sich, wie sie selbst von sich sagt, in ihren Fotografien und textilen Arbeiten mit der Erkundung von „Orten“.

Ihre künstlerische Tätigkeit ist eng mit ihren Reisen verbunden, die sie oft in karge Landschaften und abgelegene Gegenden führen. Dort verbringt sie immer wieder längere Zeit, um sowohl ihre persönliche Beziehung als auch die Verbundenheit anderer Menschen zu diesen Landschaften zu entdecken und zu dokumentieren. (Sehen Sie bitte auch HIER ihre Vita.)

Am Webstuhl verarbeitet sie ihre Eindrücke zu abstrakten Tapisserien, die durch eine reduzierte Farb- und Formensprache charakterisiert sind.
In ihren Fotografien geht sie direkter auf ihre jeweilige Umgebung und die Menschen, die ihr begegnen, zu. Dabei geht es ihr um das Erzählen ganz individueller Geschichten, die auf ihre Weise die Universität menschlicher Erfahrungen widerspiegeln.

AKTUELLES hatte Gelegenheit, mit der Erfurter Künstlerin und Weltbürgerin ein Interview zu führen.

Wann haben Sie mit Ihrer Kunst begonnen?

Ich habe mich bereits als Studentin in Jena mit der Fotografie beschäftigt, hinzu kam später das Weben. Im Januar 2005 bin ich dann nach New Mexico, im Südwesten der USA, gegangen, um Textilkunst zu studieren, und seit dieser Zeit sehe ich mich auch selbst als Künstlerin.


Was bedeutet Kunst für Sie? – Ist es eher Arbeit oder Leidenschaft?

Es ist beides. Jedes Projekt fängt mit der Leidenschaft für die Kunst an, dann kommt die Arbeit, um aus einer Idee, einer Inspiration, ein fertiges Werk zu schaffen. Kunst ist oft harte Arbeit und die Leidenschaft für die Kunst treibt mich an, meine Arbeit fortzusetzen.


Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Reduziert, klar und ruhig. Das ist zumindest mein Ziel. In meinen Arbeiten versuche ich, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, zum Beispiel auf eine bestimmte Farbkombination oder klare Linien.


Wer oder was inspiriert Sie?

Meine Reisen, die mir immer wieder neue Blickwinkel bieten, karge Landschaften, weite Horizonte und die Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen.


Haben Sie Ihre Motive im Kopf, wenn Sie beispielsweise ihren Fotoapparat in die Hand nehmen?

Ich habe eine generelle Vorstellung von den Motiven, die ich an einem jeweiligen Tag fotografieren möchte, doch die eigentlichen Bilder entstehen dann aus dem Moment heraus. Oft stecke ich mir einen zeitlichen Rahmen, in dem ich die Motive aufnehme, um dadurch unter anderem veränderte Lichtverhältnisse in der Landschaft zu dokumentieren.

Ihre Fotografien leben von Emotionen. Wie schaffen Sie es, diese einzufangen?

Sowohl meine Landschaftsaufnahmen als auch meinen Portraits entstehen immer aus einem anfänglichen Gefühl heraus. Sei es eine bestimmte Stimmung in der Natur, die mich bewegt, oder die persönliche Verbundenheit zu einem Menschen. Erst später kommt die strukturierte Planung des Projektes. Wenn die Betrachter diese anfänglichen Emotionen in einer Fotografie wiedererkennen, ist sie für mich gelungen.


Wie wichtig ist Technik? Oder ist Kreativität wichtiger als Technik?

Die Kreativität steht am Anfang, sie liefert die Ideen. Handwerkliches Können oder Technik ist die Sprache, der ich mich bedienen kann, um diese Ideen möglichst präzise auszudrücken. Für mich ist Kunst eine Form der Kommunikation, und die Technik liefert mir die „Worte“. Je besser ich mein Handwerk beherrsche, desto größer ist mein Wortschatz. In meinem künstlerischen Prozess versuche ich, das Gleichgewicht zwischen Kreativität, Intuition und Handwerk zu halten.


Was ist Ihr aktuelles künstlerisches Projekt?

Aktuell plane ich zusammen mit meiner schwedischen Kollegin Emelie Rygfelt Wilander einen Künstleraufenthalt in Fengersfors (Schweden) im Juni 2018. Zusammen mit 10 internationalen Künstlern werden wir uns mit dem Thema Heimat und Fremde beschäftigen und die entstandenen Arbeiten im Anschluss in einer Ausstellung zeigen.


Gibt es ein Kunstwerk in Ihrem Leben, das Sie besonders beeindruckt hat?

Kein einzelnes Kunstwerk. Mich faszinieren Werke, die mit ihrer Umgebung in einen Dialog treten, besonders im natürlichen Raum. Beispiele hierfür sind die Basaltsäulen-Installation „Áfangar“ von Richard Serra auf der Insel Viðey in Reykjavík oder „15 untitled works in concrete“ von Donald Judd in der Wüste von West Texas. Beide Werke müssen vom Betrachter „erlaufen“ werden und bieten immer neue Blickwinkel auf die sie umgebende Landschaft, welche wiederum die Werke unter anderem durch wechselnde Licht- und Schattenspiele in Bewegung hält.

Werke

(*In loser Folge bittet der Verlag Vi-Strategie unter der Rubrik AKTUELLES Experten, Zeitzeugen und Persönlichkeiten der Zeitgeschichte um Antwort zu allgemein-interessierenden Fragen.
Im 5. Interview (Sehen Sie bitte auch AKTUELLES vom 05./20.01 und 01./23.02.2018) gibt die Erfurter Künstlerin und Weltbürgerin CORNELIA THEIMER GARDELLA Auskunft über ihr künstlerisches Schaffen. NACHDRUCK OHNE GENEHMIGUNG NICHT GESTATTET.)

Cornelia Theimer Gardella


Cornelia Theimer Gardella

Vita

1972
in Erfurt geboren

Ausbildung

2005 – 2009
Tapisseriestudien unter James Koehler, Santa Fe, New Mexico, USA

2006
Associate of Applied Science in Textilkunst, Northern New Mexico College, El Rito, New Mexico, USA

1998
M.A. in Amerikanistik, Poilitkwissenschaft und Kunstgeschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Projekte, Art Residencies, Lehre

ab März 2018
Mitarbeit am Forschungsprojekt “Bridging Textiles to the Digital Future”
Leitung: Ragnheidur Thorsdottir
Blönduós Center of Research and Collaboration (Þekkingarsetur) und The Icelandic Textile Center (Textílsetur Íslands), Blönduós, Island

April – Juni 2017
Artist in Residence (auf Einlandung)

The Icelandic Textile Center, Blönduós, Island

Sept. – Okt. 2016
Textile Journeys New Mexico; Künstlerische Zusammenarbeit mit der
schwedischen Künstlerin Emelie Rygfelt Wilander in Santa Fe, New Mexico, USA

Mai – Juni 2016
Textile Journeys Sweden; Künstlerische Zusammenarbeit mit der schwedischen Künstlerin Emelie Rygfelt Wilander im Künstlerkollektiv Not Quite in Fengersfors, Schweden

Feb. – Mai 2016
Artist in Residence (auf Einlandung)
The Icelandic Textile Center, Blönduós, Island

Juni – Juli 2015
Artist in Residence
The Icelandic Textile Center, Blönduós, Island

2006 – 2011
Freiberufliche Dozentin für Farbenlehre, Tapisserieweberie und Färben
Northern New Mexico College, El Rito, New Mexico, USA

Gruppenausstellungen (mit Juryauswahl)

Okt. 2015 – Feb. 2016
“Tapestry through Time”
Taos Inn – Taos, New Mexico, USA (Kuratorin: Teresa Loveless – Weaving Southwest)

2014/2015
“The Art is the Cloth”
Kuratorin: Micala Sidore; Katalog

Ausstellungsorte:
New Hampshire Institute of Art, Manchester, New Hampshire; George School, Newtown, Pennsylvania; The Hess Center for the Arts, Deerfield Academy, Deerfield, Massachusetts, USA

2014/2015
“American Tapestry Biennial 10”
Jurorin: Jessica Hemmings (National College of Art & Design, Dublin), Katalog

Ausstellungsorte:
Visions Art Museum, San Diego, California; Kent State University Museum, Kent, Ohio; Kaneko, Omaha, Nebraska, USA

2013
14th Tapestry Triennial

Centralne Muzeum Włókiennictwa w Łodzi (Central Museum of Textiles), Polen

Einzelausstellungen

Aug. – Okt. 2017
“Textile Journeys” – Arbeiten von Cornelia Theimer Gardella und Emelie Rygfelt Wilander
Open Space Gallery, Albuquerque, New Mexico, USA

September 2016
“September Artist of the Month”
Weaving Southwest, Arroyo Seco, New Mexico, USA

Mai – Juni 2016
“Textile Journeys” – Arbeiten von Cornelia Theimer Gardella und Emelie Rygfelt Wilander,
Kulturzentrum Not Quite, Fengersfors, Schweden

2010
“Interwoven Traditions: New Mexico & Bauhaus” – Tapisserien von James Koehler, Rebecca Mezoff und Cornelia Theimer Gardella

Ausstellungsorte: Open Space Gallery, Albuquerque, New Mexico, USA;
Michaeliskirche, Erfurt

Sammlungen
Centralne Muzeum Włókiennictwa w Łodzi (Central Museum of Textiles), Polen
Private Sammlungen in Deutschland und den USA

Bibliografie (Auswahl)

On Isolation & Inspiration: An Interview with Cornelia Theimer Gardellain: Iceview. A Journal of Literature and Art in Iceland, Vol. 01, Skagaströnd 2017.

Virginia L. Clark: Heartfelt Fiber. Cornelia Theimer Gardella’s Textile Paintings at Weaving Southwest in Arroyo Seco, Taos News, 22. September 2016.

Karin Hedborg: Solen firades med konst. Textil, fotografier och porträtt vid Knarrbysjön, PD Provinstidningen, 23. Juni 2016.

Francesca Baseby: American Tapestry Biennial 10, A Rich Future, ATB 10 Katalog, 2014.

Nicole Kreft: Verwobene Wüstenlandschaft: Erfurter Künstlerin zeigt Tapisserien aus New Mexico in der Michaeliskirche, Thüringer Allgemeine, September 16, 2010 (online) / Thüringer Landeszeitung, 17. September 2010

Verflochtene Traditionen: Künstler stellen Textilarbeiten in der Michaeliskirche aus, Thüringer Landeszeitung, 4. September 2010

Dan Mayfield: Parallels Intersect – New Mexican, German Bauhaus Weaving Traditions come together in new exhibit, Albuquerque Journal, 18. Juli 2010.

Werke