Wir müssen es schaffen, aus der aktuellen Stromwende eine wirkliche Energiewende zu machen, um den Umbau des Energiesystems zu gewährleisten.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (5): Vortrag über die besondere Rolle von Energiespeichern und deren Finanzierung

Wir müssen es schaffen, aus der aktuellen Stromwende eine wirkliche Energiewende zu machen, um den Umbau des Energiesystems zu gewährleisten.

Dr. Marcel Zürn: Nur durch die intelligente Vernetzung aller Sektoren kann einerseits der Anteil erneuerbarer Energien weiter signifikant erhöht werden und andererseits Effizienzpotentiale gehoben werden.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Dr. Marcel Zürn, der im Workshop Finanzierungen, Start-ups, rechtliche Rahmenbedingungen, internationale Zusammenarbeit über die besondere Rolle von Energiespeichern und deren Finanzierung berichtet.

Herr Dr. Zürn, Sie waren von 2004 bis 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart. Mit welchen Forschungsschwerpunkten haben Sie sich in dieser Zeit beschäftigt?

Im Rahmen meiner Tätigkeit am Institut für Energiewirtschaft habe ich mich in erster Linie mit der Beantwortung verschiedener energiewirtschaftlicher Fragestellungen im internationalen Kontext mit Hilfe eines allgemeinen Gleichgewichtsmodells beschäftigt. Hierzu zählten beispielsweise die Analyse verschiedener Klimaschutzmaßnahmen und die Auswirkungen auf andere Länder, die weniger stringente Ziele formuliert haben. Daneben habe ich mich mit verschiedenen Szenarien hinsichtlich des Energieträgermixes im deutschen und europäischen Energiesystem und die Auswirkungen auf die Gesamtkosten beschäftigt.

Danach waren Sie 2 Jahre als Energy Analyst bei der Boston Consulting Group in Hamburg. Welche Ergebnisse beziehungsweise Erfahrungen würden Sie hier rückblickend hervorheben? 

In meiner Zeit bei BCG habe ich hauptsächlich deutsche und europäische Stromversorger beraten. Fragestellungen waren hier bspw. die Entwicklung und Optimierung von Kraftwerksparks im europäischen Kontext. Die Branche war damals noch sehr viel stärker auf fossile und nukleare Kraftwerke fokussiert und man hat sich nur allmählich dem Ausbau der erneuerbaren Energien gewidmet. Außerdem erschien es für die meisten Versorger undenkbar, dass das derzeitige Geschäftsmodell mit zentralen Kraftwerken unter Druck kommen könnte. 

In Ihrer Zeit bei Rolls-Royce Power Systems waren Sie für die Strategie im Bereich Stromerzeugungsanlagen verantwortlich. Was waren dort Ihre Erfahrungen und Eindrücke?

Hierbei ging es hauptsächlich um die Entwicklung des Bereichs Stromerzeugung von einem Produkt- zu einem Lösungsanbieter. Historisch betrachtet ist Rolls-Royce Power Systems hauptsächlich ein Lieferant von Großmotoren an OEMs. Allerdings ist ein Motor eine austauschbare Komponente und die Frage ist, wie man für den Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten kann. Wenn man aber nicht nur das Produkt Motor, sondern eine Lösung anbieten kann, schafft man einen Mehrwert. Im Vordergrund stand hierbei die Entwicklung von integrierten Systemen zur Stromerzeugung. Dies ging beispielsweise soweit, dass RRPS einen eigenen Batteriecontainer entwickelt hat, der in Kombination mit einem Stromerzeugungsaggregat und erneuerbaren Energien zu einem Hybridsystem ausgebaut werden konnte. 

Seit 2018 sind Sie Leiter des Sektors Energie bei der Landesbank Baden-Württemberg. Mit welchen Themenschwerpunkten beschäftigt sich der Sektor Energie aktuell?

Aktuell sind wir mit unseren Kunden aus dem Bereich Energie und Versorger intensiv in der Diskussion über die aktuellen Trends und Herausforderungen und die künftigen Strategien um den Wandel der Branche bestmöglich zu bewältigen. Themenschwerpunkte sind hierbei der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien, die Entwicklung von Nah- und Fernwärmenetzen sowie der Ausbau der Stromnetze zur besseren Integration der regenerativen Energien. Ein weiterer Schwerpunkt ist sicherlich die künftige Entwicklung im Bereich Energiespeicher, wo wir eng mit den Kollegen aus dem Bereich Automobil zusammenarbeiten.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop Finanzierungen, Start-ups, rechtliche Rahmenbedingungen, internationale Zusammenarbeit über die besondere Rolle von Energiespeichern und deren Finanzierung berichten. Können Sie die besondere Rolle von Energiespeichern kurz definieren?

Energiespeichern kommt im Kontext der Energiewende eine besondere Bedeutung zu. In den letzten Jahren waren wir in der komfortablen Lage, dass wir in ein bestehendes und sicheres Stromsystem immer mehr erneuerbare Energien zugebaut haben, das bestehende System aber nach wie vor zur Verfügung stand.

Beim weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien geht es nun aber zunehmend um die Frage, wie ein künftiges Marktdesign ausgestaltet sein muss, um die Integration intelligent zu bewerkstelligen. Energiespeicher sind hierbei ein essentieller Bestandteil, da sie entlang der Wertschöpfungskette auf unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen eingesetzt werden können. Es geht in diesem Zusammenhang aber auch um die Frage, was wir unter Energiespeicher verstehen. In der derzeitigen Debatte habe ich den Eindruck, dass Energiespeicher häufig mit Batteriespeichern gleichgesetzt werden und dies greift sicherlich zu kurz.

Welche Herausforderungen sehen Sie in Bezug auf das positive Gelingen der Energiewende? 

Aktuell sehe ich die gesellschaftliche Akzeptanz mit einer gewissen Sorge. Insbesondere beim weiteren Ausbau der Windenergie an Land aber auch beim Ausbau der Nord-Süd-Verbindungen gibt es teilweise starke Widerstände der Bevölkerung. Sicherlich wird es immer Vorbehalte und Proteste von direkt Betroffenen geben, die aktuellen Entwicklungen gehen aber darüber hinaus. Dies hat sicherlich auch mit den Protagonisten auf der politischen Weltbühne zu tun. Es muss aber klar sein, dass wir die Energiewende nur gemeinsam im Konsens schaffen. Die Politik sollte hierbei auch ihrer Verantwortung gerecht werden und die großen Linien vorgeben, anstatt sich im Klein-Klein täglicher Koalitionsstreitigkeiten zu verfangen.

“Es ist von zentraler Bedeutung, die Barrieren zwischen den Sektoren abzubauen und die Energiewende auch im Wärmesektor und im Verkehrssektor voranzubringen.” (Iris Gleicke) Bewerten Sie bitte diese Aussage.

Dieser Aussage kann ich voll zustimmen! Wir müssen es schaffen, aus der aktuellen Stromwende eine wirkliche Energiewende zu machen, um den Umbau des Energiesystems zu gewährleisten. Wir haben im Bereich Strom sicherlich bereits einiges geschafft. Im Jahr 2018 war der Anteil der erneuerbaren Energien bei annähernd 40% und im ersten Halbjahr 2019 konnte die Erzeugung aus erneuerbaren Energien nochmals gesteigert werden. Wenn man sich aber den Bereich Mobilität und Wärme anschaut, ist man hier auf einem stabil niedrigen Niveau. Aber nur durch die intelligente Vernetzung aller Sektoren kann einerseits der Anteil erneuerbarer Energien weiter signifikant erhöht werden und andererseits Effizienzpotentiale gehoben werden.

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Hauptsitz Karlsruhe. Foto: Landesbank Baden-Württemberg, unter: www.lbbw.de.

Kurzvita

Dr. Marcel Zürn ist im Bereich Corporate Finance als Sector Head Energy bei der Landesbank Baden-Württemberg für die Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes Corporates und den Ausbau der Sektorexpertise im Bereich Energie verantwortlich.  Dies umfasst die enge Verzahnung der verschiedenen Geschäftsfelder, der Kunden- und Produktbereiche und die enge Zusammenarbeit mit den Kunden aus der Energiebranche zur Umsetzung tragfähiger Finanzierungslösungen bei Sicherstellung eines überzeugenden Risikomanagements.  Von 2010 bis 2018 war Dr. Zürn in verschiedenen Positionen bei der Rolls-Royce Power Systems verantwortlich für die globale Strategie im Bereich Stromerzeugung und die Einbettung in die Unternehmens- und Gruppenstrategie. Darüber hinaus begleitete er M&A Projekte, von der Identifizierung geeigneter Unternehmen über Strategic Fit-Analysen und Due-Dilligences sowohl für das klassische Produktportfolio als auch für neue Geschäftsfelder. Darüber hinaus hat er die Marktanalyse der Stromerzeugungsmärkte ausgebaut und fungierte als Experte für Energie- und Strommärkte in Gremien und Verbänden.  Zuvor war Dr. Marcel Zürn bei der Boston Consulting Group in Hamburg tätig, wo er verschiedene Projekte für deutsche und Europäische Stromversorger begleitete.  Im Rahmen seiner Tätigkeit beim Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart arbeitete Herr Dr. Zürn an verschiedenen Projekten für die Europäische Kommission, das Bundeswirtschaftsministerium und für zahlreiche Unternehmenskunden an energiepolitischen Fragestellungen.  Sein Studium der Wirtschaftswissenschaft hat er an der Universität Hohenheim als Diplom Ökonom abgeschlossen. Seine Promotion hat er im Jahr 2010 an der Universität Stuttgart in der Fakultät Ökonomie und Recht erlangt.

17. Mitteldeutsches Energiegespräch
am 04. April 2019 in Leipzig

17. Mitteldeutsches Energiegespräch am 20. November 2018 in Leipzig

“Ein Fossiler im Wandel? – Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert!”

Das 17. Mitteldeutsche Energiegespräch analysiert die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert, insbesondere die Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland in einem ersten “MDEG–Spezial” der Gesprächsreihe.

Im Fokus der Veranstaltung steht keine “Nabelschau” der Branche, sondern die Widerspiegelung der aktuellen Debatte um die Zukunft der Gaswirtschaft im Kontext der Energiewende und zugleich die Identifizierung von Impulsgebern im mitteldeutschen Raum.

Angestrebt wird eine Diskussion vor dem Hintergrund der internationalen Situation. Parallel wird begleitend zum Thema des 17. MDEG ein mitteldeutscher Kompetenzatlas in Form einer deskriptiven Kurzstudie erarbeitet.

Podiumsgäste:

Thorsten Herdan, Abteilungsleiter II für Energiepolitik – Wärme und Effizienz des BMWi

Dr. Patrick Graichen, Direktor Agora Energiewende

Ulf Heitmüller, CEO VNG AG

Jörg Müller, CEO ENERTRAG AG

Ina Stevens, Geschäftsführerin EBISUblue – Büro für internationale Ingenieurdienstleistungen

Moderation:

Rainer Otto, Geschäftsführer Vi-Strategie GmbH  

Zeit: 04. April 2019, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr)

Ort: HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipziger Baumwollspinnerei, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig

Thema: “Ein Fossiler im Wandel? – Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert!

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Diesen können Sie HIER ansehen.

Weitere Informationen zur Gesprächsreihe finden Sie bitte auch auf www.mitteldeutsches-energiegespräch.de.

Für die freundliche Unterstützung des 17. Mitteldeutschen Energiegesprächs danken die Organisatoren:

16. Mitteldeutsches Energiegespräch
am 20. November 2018 in Leipzig

16. Mitteldeutsches Energiegespräch am 20. November 2018 in Leipzig

Energiewende – smart und innovativ

Tour d´Horizon über denkbare, mögliche und neue Geschäftsmodelle

Das 16. Mitteldeutsche Energiegespräch gibt eine Tour d´Horizon über denkbare, mögliche und neue Geschäftsmodelle der Integrierten Energiewende, die durch den disruptiven Charakter der stattfindenden Prozesse zahlreiche Chancen, aber auch Risiken bieten.

Durch die Digitalisierung wird die Integrierte Energiewende eine neue Dynamik entfalten. Die Frage ist, wer sich mit welchen Geschäftsmodellen am Energiemarkt der Zukunft behaupten wird. Dabei spielen Schnelligkeit, Mut und Kreativität eine entscheidende Rolle.

Auch die Kunden werden davon künftig immer mehr profitieren.

Diskutieren Sie mit Experten das Thema in angenehmer Atmosphäre.

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

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Weitere Informationen zur Gesprächsreihe finden Sie bitte auch auf www.mitteldeutsches-energiegespräch.de.

15. Mitteldeutsches Energiegespräch am 04. Juni 2018 auf Schloss Ettersburg (bei Weimar)

AKTUELL IM ANSCHLUSS AN DEN 8. THÜRINGER BREITBANDGIPFEL – 15. MITTELDEUTSCHES ENERGIEGESPRÄCH AM 04. JUNI 2018 AUF SCHLOSS ETTERSBURG 

Energiewende – Zukunft Breitband?

Ziel 2025: Gigabit-Gesellschaft – Eine “fortgeschrittene Informationsgesellschaft, die vollständig von Informations- und Kommunikationstechnik durchdrungen ist”

Das 15. Mitteldeutsche Energiegespräch widmet sich dem Thema Breitband als wichtigem Faktor einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Versorgungsstruktur und reflektiert den 8. Thüringer Breitbandgipfel vom gleichen Tag in Erfurt.
“Wir gestalten den Weg in die Gigabit-Gesellschaft mit höchster Priorität”, so heißt es hierzu im am 12. März 2018 unterschriebenen Koalitionsvertrag, “Deshalb wollen wir den flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen bis 2025 erreichen.
Wir wollen den Netzinfrastrukturwechsel zur Glasfaser. Unser Ziel lautet: Glasfaser in jeder Region und jeder Gemeinde, möglichst direkt bis zum Haus.
Schulen, Gewerbegebiete, soziale Einrichtungen in der Trägerschaft der öffentlichen Hand und Krankenhäuser werden wir bereits in dieser Legislaturperiode direkt an das Glasfasernetz anbinden.

Dafür ist eine gemeinsame Kraftanstrengung von Telekommunikationsanbietern und Staat erforderlich. Wir gehen von einem öffentlichen Finanzierungsbedarf von zehn bis zwölf Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode aus, die wir in einem Gigabitinvestitionsfonds verlässlich bereitstellen.

Hierfür werden wir die Erlöse aus der Vergabe der UMTS- und 5G-Lizenzen zweckgebunden bereitstellen und wollen bis 2021 im Haushalt sicherstellen, dass das Fördervolumen insgesamt erreicht wird.”

Diskutieren Sie mit Experten das Thema in angenehmer Atmosphäre.

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

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14. Mitteldeutsches Energiegespräch am 19.04.2018 in Leipzig

14. Mitteldeutsches Energiegespräch am 19. April 2018 in Leipzig

Energiewende – Lau oder mit Verve?

Tour d´Horizon zum Stand der Energie-, Wärme-, und Mobilitätswende

Das 14. Mitteldeutsche Energiegespräch widmet sich einer Sachstandsbeschreibung der Energie-, Wärme-, und Mobilitätswende anhand der politischen Notwendigkeiten des Koalitionsvertrages. Am 12. März 2018 wurde der Koalitionsvertrag, Grundlage für die am 14. März 2018 neu gewählte Bundesregierung, unterschrieben. Über 8.340 Zeilen (oder 184 Seiten) beschreiben künftig-angestrebtes Regierungshandeln der kommenden 3,5 Jahre. 199 Zeilen, knapp drei Seiten widmen sich dem Kapitel Energie.

Diskutieren Sie mit Experten das Thema in angenehmer Atmosphäre.

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.
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Blockchain-Technologie im Schuldscheingeschäft

Partner der Mitteldeutschen Energiegespräche/ Interview mit Oliver Fern

Blockchain-Technologie im Schuldscheingeschäft (7*)

LBBW-Strategie bei Digitalisierung zweigleisig/Künftig Regionalvorstand „Unternehmenskunden Ost/Südost“ mit Sitz in Leipzig

Oliver Fern

Herr Fern, Ihr Unternehmen wird demnächst mit Namens- und Logo-Änderung den wohl abschließenden Schritt der Integration in die LBBW vollziehen. Was bedeutet das für den mitteldeutschen Raum?

Die Region Mitteldeutschland ist für den LBBW-Konzern nach wie vor von großer Bedeutung und ein zentraler Wachstumsmarkt. Leipzig bleibt wichtiger Zentralstandort des Konzerns. Die Sachsen Bank war ohnehin schon integraler Bestandteil des LBBW-Konzerns. Mit der Auflösung der Sachsen Bank zum 31. März strafft die LBBW nun ihre Konzernstruktur und vereinheitlicht ihren Markenauftritt.

Das Unternehmenskundengeschäft in Mitteldeutschland wird künftig unter dem Namen LBBW firmieren, das Private Vermögensmanagement läuft bereits seit Herbst letzten Jahres bundesweit unter dem Namen der BW-Bank. Dies ist ein sichtbares Zeichen einer konzernweit konsistenten Geschäftspolitik – und die Bank zeigt sich damit nun auch regional in Mitteldeutschland mit der Stärke und Präsenz ihrer Marken LBBW und BW-Bank.


Können Sie bitte in diesem Zusammenhang die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens ein wenig würdigen. Bekanntlich ist Leipzig eine der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Deutschlands. Spürt man das auch im Bankengeschäft?

Wir sind stark am Markt, als Teil eines leistungsfähigen Konzerns breit aufgestellt und verfügen über hohe Kompetenz im Finanzierungs-, Anlage-, Immobilien- und Kapitalmarktgeschäft. Dadurch können wir das nachhaltige Wachstum unserer Kunden verlässlich und konsequent begleiten. Gleichzeitig unterstützen wir unsere Unternehmenskunden dabei, ihre Geschäftsrisiken zu minimieren und zu managen – bei der Erschließung neuer Märkte, Finanzierung oder Transaktionen.
Der mitteldeutschen Wirtschaft geht es gut bis sehr gut. Sachsen und Thüringen stehen in der Spitzengruppe der Länder beim Wachstum. Sachsen zählt zu den innovativsten Regionen Europas und Thüringen wächst schneller als der Bundesdurchschnitt. Wir spüren das im Kreditgeschäft.


Dennoch bedarf es eines konsequenten Kostenmanagements. Rasante Veränderungen im Bankenumfeld wie Digitalisierung sind vorprogrammiert. Wie ist hier der Stand in Ihrem Unternehmen, wie bereiten Sie zudem die Kunden darauf vor.

Die LBBW selbst geht bei der Digitalisierung zweigleisig voran. Zum einen nutzen wir, wo immer es sinnvoll ist, die Ressourcen der Sparkassenfamilie nach dem Wechsel auf OS-Plus.
Im Unternehmenskundengeschäft setzen wir bei der Digitalisierung auf eigene Entwicklungen. So etwa bei der Blockchain-Technologie im Schuldscheingeschäft. Nach der ersten Schuldschein-Emission via Blockchain mit Daimler haben wir jetzt eine zweite Transaktion mit Telefónica Deutschland erfolgreich abgeschlossen. Damit untermauern wir als Marktführer im Schuldscheingeschäft den Anspruch, auch bei Innovationen voran zu gehen.

Nicht zuletzt nutzen wir verstärkt unsere kompakte Größe, um Entscheidungswege zu verkürzen und die Zusammenarbeit zwischen unseren Einheiten deutlich zu verbessern. Unsere Antwort heißt: mehr Agilität, und zwar sowohl in der Organisation als auch bei jedem einzelnen Mitarbeiter. Als Vorbild dienen uns dabei unsere mittelständischen Kunden, die bewiesen haben, dass sie »Wandel können«.


Ihr Verantwortungsbereich wird sich mit neuer Unternehmensstruktur erweitern. Können Sie bitte dazu Näheres mitteilen?

Ich werde künftig als Regionalvorstand von Leipzig aus das neue Dezernat „Unternehmenskunden Ost/Südost“ leiten. Hierzu gehören neben den neuen Bundesländern und Berlin dann auch der Bereich Unternehmenskunden Bayern mit den Wachstumsmärkten Bayern und Österreich. Auch dort wird das Unternehmenskundengeschäft dann unter dem Namen LBBW auftreten.

Ausbildung und beruflicher Werdegang
1990 – 1992
Lehre zum Bankkaufmann bei Deutsche Bank AG, Bonn

1993 – 1999
Berufsbegleitendes Studium der Bankbetriebslehre an der Bankakademie Köln, Abschluss als Diplom-Bankbetriebswirt (BA)

1998 – 2001
MBA-Studium am Ashridge Management College, London

1992 – 1993
Referent Privatkunden, Deutsche Bank AG, Bonn

1993 – 1995
Referent Firmenkunden, Deutsche Bank AG, Bonn

1995 – 1998
Firmenkundenbetreuer, Deutsche Bank AG, Brüssel

1998 – 2007
Firmenkundenbetreuer, Large Caps, Deutsche Bank AG,
Frankfurt am Main inkl. Auslandseinsatz drei Monate
Deutsche Bank AG, New York

2007 – 2008
Leitung der Region Mitte für den Öffentlichen Sektor,
Deutsche Bank AG, Frankfurt

2008 – 2009
Aufbau und Leitung eines Teams Öffentlicher
Sektor zur Entwicklung und Umsetzung strategischer
Vertriebsinitiativen

2009 – 2011
Aufbau und Leitung eines Teams zur Entwicklung
von bundesweiten Vertriebsinitiativen für die
mittelständische Firmenkundschaft

2011 – 2013
Mitglied der Geschäftsleitung Bayern Nord und
Leiter des Marktgebietes Nürnberg für die
mittelständische Firmenkundschaft, Deutsche Bank AG,
Nürnberg

seit 10/2013
Sachsen Bank, Leipzig

seit 01/2014
Vorstand Sachsen Bank, Leipzig

(*In loser Folge bittet der Verlag Vi-Strategie unter der Rubrik AKTUELLES Experten, Zeitzeugen und Persönlichkeiten der Zeitgeschichte um Antwort zu allgemein-interessierenden Fragen.
Im 7. Interview (Sehen Sie bitte auch AKTUELLES vom 04.03.2018 ff) gibt der künftige LBBW-Regionalvorstand „Unternehmenskunden Ost/Südost“ mit Sitz in Leipzig Auskunft über die Strategie seines Unternehmens. NACHDRUCK OHNE GENEHMIGUNG NICHT GESTATTET.)


Studie zum 11. Mitteldeutschen Energiegespräch

Studie zum 11. Mitteldeutschen Energiegespräch:
Elektromobilität als Handlungsfeld der Energie- und Klimapolitik
Chancen und Herausforderungen im kommunalen Kontext

Die vorliegende Studie ordnet die Elektromobilität im Kontext der Energiewende ein, beschreibt Ziele und Maßnahmen, den Status quo und die Problemfelder und bietet somit eine breite Plattform für Diskurs und Meinungsaustausch zum 11. Mitteldeutschen Energiegespräch. Die Studie unternimmt zugleich den Versuch von Zusammenfassung und Ausblick. Parallel werden Chancen und Handlungsfelder im kommunalen Kontext aufgezeigt. Das sind interessante Impulse.

Das 11. Mitteldeutsche Energiegespräch erörtert am Beispiel von Leipzig – die Stadt beschäftigt sich derzeit mit ihrem E-Mobilitäts- Konzept – und der BMW Group – der Autobauer bereitet sich sehr intensiv, wie übrigens zahlreiche weitere Mitwettbewerber, auf die Mobilitätsherausforderungen des 21. Jahrhunderts vor – das Schwerpunktthema, sammelt Erkenntnisse und spürt den wesentlichen Treibern der Elektromobilität auf.

Sehr gern würde in einer gesonderten MDEG-Studie untersucht werden, warum sich der Umstieg auf Elektromobilität so schwer gestaltet und welche Randbedingungen zum Erfolg gegeben sein müssten.

Stand der Technik, derzeitige und notwendige Infrastruktur sowie damit verbundene Herausforderungen für den Städtebau und beispielsweise individuelles Nutzungsverhalten sind hierbei nur einige Stichworte, die bei einer solchen Untersuchung zum Tragen kämen.

Hier können Sie die Studie vorab lesen:

© 2016 Verlag Vi-Strategie
44 Seiten, 10 Abbildungen
10,00 € ISBN 978-3-946697-00-8

Weitere Studien