18. Mitteldeutsches Energiegespräch
am 24. September 2019 in Leipzig

18. Mitteldeutsches Energiegespräch am 24. September 2019 in Leipzig

Leipzig – Stadt der Zukunft – Die Wärmewende

Leipzig steigt auf der Grundlage eines Zukunftskonzeptes, das Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Akzeptanz in der Stadt zugrunde legt, aus der braunkohlebasierten Fernwärmeversorgung aus.

Damit macht Leipzig Tempo auf dem Weg in die Stadt der Zukunft. Das ist beispielhaft für Mitteldeutschland, aber auch darüber hinaus.

Aus diesem Anlass lädt Sie das Mitteldeutsche Energiegespräch zu einem “MDEG – Spezial“ ein, um mit Ihnen zu analysieren und zu diskutieren, welche Fragen und Antworten sich bei der Gestaltung der Wärmewende in Leipzig ergeben, wie klimafreundliche Fernwärme-Versorgung zu organisieren sein wird, welche Rahmenbedingungen zur Finanzierbarkeit vorliegen, und wie die Bürger der Stadt informiert werden und sich einbringen können.

Podiumsgäste:

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig GmbH 

Dr. Maik Piehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig GmbH

Christian Güthert, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung der Stadtwerke Leipzig GmbH 

Dr. Marcel Zürn, Sector Head Energy, Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart

Moderation:

Rainer Otto, Geschäftsführer Vi-Strategie GmbH  

Zeit: 24. September 2019, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr)

Ort: Club International (Meyersche Villa), Käthe-Kollwitz-Straße 115, 04109 Leipzig

Thema: Leipzig – Stadt der Zukunft – Die Wärmewende

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Diesen können Sie HIER ansehen.

Weitere Informationen zur Gesprächsreihe finden Sie bitte auch auf www.mitteldeutsches-energiegespräch.de.

Für die freundliche Unterstützung des 18. Mitteldeutschen Energiegesprächs danken die Organisatoren:

Fakt ist, dass Mitteldeutschland mit den Metropolregionen im Speicherbereich an Attraktivität stark zulegt.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (23): Vortrag von der spannenden Speichertechnologie-Geschäftsidee zur Lizenzierung und Ausgründung

Fakt ist, dass Mitteldeutschland mit den Metropolregionen im Speicherbereich an Attraktivität stark zulegt.

Martin Richter: Hinzu kommt, dass etablierte Forschungseinrichtungen seit vielen Jahren eine hoch innovative Speicherforschung betreiben und die Innovationsstrategien der beteiligten Bundesländer entsprechende Teilsegmente befördern.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe. In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Martin Richter, der im Workshop Finazierungen, Start-ups, rechtliche Rahmenbedinungen, internationale Zusammenarbeit von der spannenden Speichertechnologie-Geschäftsidee zur Lizenzierung und Ausgründung berichtet. 

Herr Richter Sie hatten jüngst mit lokalen Partnerfirmen des SpinLab und Smart Infrastructure Hub ein Meetup, um spannende Speichertechnologien aus der Forschung vorzustellen und zu befördern, dass sich die Forscher untereinander stärker vernetzen. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Zunächst war es ein vielfältiges und sehr spannendes Meetup mit einem etwas anderen Ergebnis, als vorab vermutet. Ein Ziel des Events war es, verschiedene Speichertechnologien vorzustellen und im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit zu diskutieren. Zu dieser Diskussion kam es jedoch nicht, weil alle vorstellenden Akteure ihre Hausaufgaben exzellent gemacht hatten. Es ging nun vielmehr um die Frage von Zusammenarbeit und gemeinsamen Möglichkeiten zur Anwendung der innovativen Technologien. Insofern kann ich festhalten, dass die Strategie des Smart Infrastructure Hub – Anspruch, Vernetzung und Ermöglichung, hier hervorragend aufgegangen ist.

Insgesamt waren etwa 25-30 Interessierte anwesend. Kann man im Speicher-Technologiebereich in Mitteldeutschland von einer Gründerszene sprechen?

Im Moment ist es noch zu früh, um verlässliche Aussagen zu einer verstärkten Gründungstendenz treffen zu können. Fakt ist, dass Mitteldeutschland mit den Metropolregionen im Speicherbereich an Attraktivität stark zulegt. Hinzu kommt, dass etablierte Forschungseinrichtungen seit vielen Jahren eine hoch innovative Speicherforschung betreiben und die Innovationsstrategien der beteiligten Bundesländer entsprechende Teilsegmente befördern. Unser Anliegen als Smart Infrastructure Hub ist es u.a. auch, diese Technologie als Teilbereich der Energie-Innovationen zu fördern und Zusammenarbeit zu ermöglichen, im Sinne von Vernetzung und Austausch.

Wo verorten Sie denn bei einem solchen Erfahrungsaustausch die am meisten gefragte Unterstützung?

Aus meiner Sicht besteht der größte Bedarf auf Seiten der politischen Akteure. Deren Fokus auf die Li-Ion Technologie ist meiner Meinung nach sehr einseitig. Hier besteht entsprechend hoher Nachholbedarf in der Anerkennung und Förderung solcher alternativen und hoch-investiven Speicherforschungen.  Für die Erreichung einer wirtschaftlichen industriellen Produktion derartiger Technologien bedarf es zunächst eines gewissen Mutes zur Pilotierung und Projektierung von Feldtest-Anwendungen außerhalb von Laborumgebungen. Dabei ist eine stärkere finanzielle Unterstützung wünschenswert.

Wir haben am 01. Juli auf AKTUELLES über die Fertigstellung eines Kompetenzatlas zu den Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland berichtet. Die Erfahrungen daraus zugrunde legend, stellt sich die Frage, wie kann man denn die stärkere Vernetzung der mitunter einzeln, aber sehr innovativ Agierenden befördern?

Zunächst vielen Dank für den aufschlussreichen und hoch informativen Bericht zum Thema grüne Gase. Auch hierfür stehen wir als Smart Infrastructure Hub als Vernetzer und Ermöglicher zur Verfügung. Einige unserer Industriepartner beschäftigen sich sehr intensiv mit dem Thema Grüne Gase. Ich bin zuversichtlich, dass wir ein ähnlich exzellentes Ergebnis bei einem Event erzielen können, wie beim Speicher-Meetup im Mai 2019. Bisher haben wir noch kein entsprechendes Event durchgeführt. Das werden wir mit Sicherheit nachholen. Grundlegend ist festzuhalten, dass es einzelne Akteure tendenziell schwer haben, sich am Markt durchzusetzen. Für die Vernetzung gilt, dass weniger oft mehr ist. Es existieren schon einige gut etablierte Netzwerke, die ihrerseits auch untereinander gut  vernetzt sind. Die Konsolidierung dieser Netzwerke hilft meines Erachtens auch einzelnen Innovatoren, sich zeiteffizient zu vernetzen. 

Ihr Anspruch beim zu Beginn des Interviews erwähnten Meetup haben Sie darin begründet, dass die Technologie-Inhaber /-treiber zu dem logischen Schluss kommen, ihre Forschung zu materialisieren und entweder zu lizenzieren, oder auszugründen, um Mitteldeutschland zu mehr Innovationen zu verhelfen. Sehen Sie in solchen Meetups eine Chance zum Erreichen dieses Ziels? 

Absolut ja. Nur wenn darüber gesprochen wird und die Akteure vernetzt werden, ist Technologie in der Region projektierfähig und in den Markt überführbar. In den vielen Schubladen der Forschungseinrichtungen schlummert enormes Potential, welches unentdeckt bleibt, oder an Konzerne verkauft wird, die die Wertschöpfung aus der Forschung weniger in der mitteldeutschen Region ansiedeln. Einerseits erscheint es viel einfacher, ein mehrfach erprobtes E-Commerce Geschäftsmodell mit nischigem Thema zu gründen und am Markt zu etablieren, als ein hoch-investives Technologie Thema zu einer Gründung mit adäquater Finanzierung zu befördern. Andererseits wird aktuell überwiegend viel zu viel Zeit und Energie in ein 100%ig valides Forschungsergebnis investiert, anstatt zügig am Markt zu validieren. Damit verlieren wir Geschwindigkeit und Agilität in der Umsetzung von Geschäftsmodellen für hoch innovative Forschung. Deshalb setze ich mich für die Vernetzung, auch durch Events, im Rahmen des Smart Infrastructure Hubs ein. 

Wenn die Rede ist von einem Transfer aus der Wissenschaft und Forschung in die Wirtschaft, über welche Zeiträume muss man dies planen, um erfolgreich zu sein?

Erfolg ist leider nicht vollends planbar, es gehört noch jede Menge Glück, Demut und Geduld dazu. Weiterhin ist es auch ein Stückweit vom Typ der Innovation abhängig. Grundlagenforschung benötigt sehr viel Zeit und sollte meines Erachtens auch nicht bedrängt werden, wobei der Fokus auf eine wie auch immer geartete wirtschaftliche Auswertung gelegt werden sollte. Anwendungsbezogene Forschung kann und sollte wesentlich schneller am Markt getestet werden. Überwiegend ist Forschung mit Fördermitteln unterlegt, wodurch sich der Zeitraum zur Marktfähigkeit signifikant verlängert. Dem kann jedoch mit professionellem Transfermanagement, auch schon in einem frühen Stadium der spezifischen Anwendungsforschung, und mit einer adäquaten Innovationsstrategie der Bundesländer und der Regierung begegnet werden. Ich sehe uns in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf einem guten Weg, wenngleich es weiterer Anstrengungen bedarf, Forschung in die Wirtschaft zu transferieren. Aus meiner Sicht reden wir dennoch über mehrere Jahre, die es benötigt um eine Forschungsinnovation erfolgreich marktfähig und wertschöpfend zu gestalten.

Wie wichtig sind hierbei solide finanzielle Rahmenbedingungen?

Eine solide finanzielle Grundlage ist außerordentlich wichtig. Sinnvoll ist ein Mix aus Fördermitteln und privatem Kapital. Leider verfügt Mitteldeutschland (noch) nicht über eine ausgeprägte Investitionsbereitschaft in Venture Capital Fonds. Das zu ändern haben wir mit der Etablierung unseres ersten privaten VC-Fonds in den neuen Bundesländern, Smart Infrastructure Ventures, begonnen und wollen unsere Anstrengungen diesbezüglich intensivieren. In Kombination mit den Förderinstrumenten der Länder ist eine Grundlage zu einer soliden Finanzierung von Innovationen gelegt. Entscheidend ist jedoch, dass die Innovatoren sich darüber im Klaren sein müssen, was die Innovation wertschöpfend zu leisten imstande ist und in welchem Zeithorizont. Überwiegend bedarf es an dieser Stelle externer Unterstützung durch Experten.

Diese Unterstützung muss meines Erachtens zum einen in Fördervorhaben obligatorisch werden und zum anderen von den Forschungsträgern ermöglicht und von den Fördergebern unterstützt werden. Außerdem müssen mehr valide Forschungsergebnisse am Markt positioniert werden. Das dabei entstehende wirtschaftliche Risiko der innovativen Akteure gilt es entsprechend zu honorieren und abzufedern. Hier sind die Forschungseinrichtungen, aber auch die Bundesländer gefragt für Modelle der anfänglichen Tragfähigkeit zu sorgen.

Wenn Mitteldeutschland bei den Speichertechnologien stärker als Innovationsregion wahrgenommen werden soll, was muss sich grundsätzlich ändern und welche Gründerzahlen müssen wir dann anstreben?

Unlängst haben sich die Bundesländer in Mitteldeutschland u.a. um die Ansiedelung und die finanzielle Unterstützung für eine Speicherforschungsfabrik beworben. Die Voraussetzungen und Unterstützer waren exzellent. Aber wir stehen auch im Wettbewerb zu anderen Metropolen und sehr gut aufgestellten Regionen. Der Zuschlag für die Ansiedelung wurde bekanntlich Münster erteilt. Das ist gut für Münster und die Region, aber natürlich sehr schade für Mitteldeutschland. Hierdurch werden außerordentlich große Chancen im gesamten Umfeld der Batterieforschung, -recycling und -anwendung verpasst. Die Reaktion der Bundesländer in Mitteldeutschland ist nun jedoch zu zaghaft. Ich würde mir wünschen, dass sie ebenso fordernd, wie die süddeutschen Länder, ihren Standpunkt und die Möglichkeiten vertreten. In diesem Zusammenhang halte ich eine wesentlich stärkere, technologieoffene Unterstützung der Regierungen in Mitteldeutschland für Innovationen aus dem In- und Ausland für sinnvoll. Hinzu kommen die Verbesserung von Infrastrukturen, Investitionen in Bildung und die Beseitigung von regulatorischen Hemmnissen zur Förderung von Forschung und Ansiedelung von Speichertechnologien, um die Region weiterhin attraktiv zu gestalten und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Eine gemeinsame, angepasste, diversifizierte Förderstrategie der Länder – insbesondere in Bezug auf Projektierung von zum Beispiel Marktvalidierung von Speicherforschung – trüge dazu bei, die Akteure in Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Startups schneller zueinander zu bringen und valide Geschäftsmodelle mit hohem Wertschöpfungspotential für die Region zu identifizieren und zu etablieren. In Zahlen lässt sich das nicht ausdrücken. Wir müssen es schaffen, ein gemeinsames Ökosystem mit Oberzentren zu etablieren, in dem Innovationen beflügelt werden und die Akteure sich entfalten können. Dadurch entstehen Gründungen, Spin-Offs aus etablierten Unternehmen, sowie eine Sogwirkung für externe Startups. Wir vom Smart Infrastructure Hub stehen hierfür und wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich an Vernetzung und Ermöglichung zu beteiligen.

Die Leipziger Baumwollspinnerei, Firmensitz des SpinLab – The HHL Accelerator. Fotos: Barbara Neumann, unter: www.foto-thueringen.de

Kurzvita

Martin Richter ist am 05.05.1977 in Leipzig geboren. Er ist verheiratet und hat 3 Kinder. 

Ausbildung

1999 – 2002

Studium Diplom-Tourismusbetriebswirtschaft, Berufsakademie Sachsen, Leipzig

1996 – 1998

Studium Wirtschaftspädagogik, Politologie, Universität Leipzig

1991 – 1995

Gymnasium (humanistisch), Leipzig

1983 – 1991

Oberschule 

Berufliche Stationen 

03.2003 – heute

Martin Richter Tourismus & Marketing Consulting

12.2017 – heute

Coach & Consultant, SpinLab – The HHL Accelerator

09.2016 – 11.2017

Berater Digital & Business Development, evermind GmbH

07.2014 – 11.2015

Assistant der Geschäftsleitung, F&P Gmbh | FEiG&PARTNER

09.2012 – 03.2013

Senior Inhouse Consultant, Unister Holding GmbH

03.2005 – 02.2012

Managing Director & Founder, g.labs GmbH

10.2002 – 02.2003

Junior Consultant Operations, TREUGAST Consulting Ludwigshafen

11.2000 – 09.2002

Junior Consultant/Werkstudent, TREUGAST Consulting Ludwigshafen

10.1999 – 09.2000

Werkstudent, Marriot Hotels Leipzig

1996 – 09.1999

Diverse Barkeeper Stationen im In- und Ausland

Das Gelingen der Energiewende auf Basis Tausender dezentraler Anlagen kann nur gelingen, wenn diese auch rund um die Uhr live gemonitort und bei Bedarf netzstabilisierend gesteuert werden.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (22): Vortrag über innovative Lösungen für Regelleistung durch ein virtuelles Kraftwerk inklusive Batteriespeicher

Das Gelingen der Energiewende auf Basis Tausender dezentraler Anlagen kann nur gelingen, wenn diese auch rund um die Uhr live gemonitort und bei Bedarf netzstabilisierend gesteuert werden.

Dr. Christof Petrick: Hierzu gehört die ganzheitliche Betrachtung von Produzenten, Verbrauchern und eben Speicher.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe. In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen. Heute gelten die Fragen Dr. Christof Petrick, der im Workshop Technologien über innovative Lösungen zur Regelleistung durch ein virtuelles Kraftwerk inklusive Batteriespeicher berichtet.  

Herr Dr. Petrick, Sie sind Leiter Handel und Datenanalyse der Energy2market (e2m) GmbH. Stellen Sie das Unternehmen kurz vor. Was zeichnet die e2m besonders aus?

Mit fast 90 Mitarbeitern ist die e2m einer der größten Aggregatoren für Erneuerbare Energien in Europa. Unser Kerngeschäft liegt in Deutschland. Mit unserem eigenständig entwickelten Virtuellen Kraftwerk bündeln, überwachen und steuern wir fast 5.000 dezentrale Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen, sowie Stromspeicher und vernetzen diese mit den Stromhandelsmärkten. Dabei fließen kontinuierlich Anforderungen aus dem in letzter Zeit sehr dynamischen Energiemarkt in die Weiterentwicklung unseres Virtuellen Kraftwerks mit ein. Der digitale Sichtflug, den wir zu jeder Zeit über unser gesamtes Portfolio bis hin zu jeder einzelnen Anlage haben, ermöglicht es uns, individuelle Prognosen und Fahrpläne zu erstellen, um die Energie und die Flexibilität unserer Kunden optimal zu vermarkten.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop Technologien über innovative Lösungen durch ein virtuelles Kraftwerk inklusive Batteriespeicher berichten.

Können Sie hierfür eine innovative Lösung als Beispiel benennen und kurz erläutern? 

Solitäre Batteriespeicher werden zurzeit verstärkt in der Primärregelleistung vermarktet. Paradebeispiel ist der von ENERTRAG betriebene Großspeicher in Cremzow, welcher mit 22 MW präqualifizierter Primärregelleistung einen signifikanten Beitrag zur Netzstabilität leistet.

Unser Virtuelles Kraftwerk kann seine Stärken aber insbesondere in der Verbund- und Standortbetrachtung mehrerer Anlagen ausspielen. Dabei sind Batteriespeicher, sowie Gas-, Wärme- und generell alle Energiespeicher Teil eines lokalen Verbundes, der Erzeuger und Verbraucher, sowie Netzverknüpfungspunkte besitzt. In diesem Verbund stellen Energiespeicher die Flexibilität des gesamten Systems sicher.

Stellen Sie sich beispielsweise einen Standort mit einer Reihe BHKWs vor, die ans Gasnetz angeschlossen sind. Zusätzlich haben Sie einen konkreten Wärmebedarf, eine Solaranlage und einen Strom-Eigenverbrauch. In diesem Szenario erhalten Sie Flexibilität und damit die Möglichkeit zu optimieren, erst dadurch, dass Sie einen Wärme- und/oder Stromspeicher in Ihr System integrieren. Erst jetzt können Sie die BHKWs preisoptimal steuern und sind trotzdem in der Lage alle Bedarfe zu decken. Insbesondere in Verbünden dieser Art können Energiespeicher ihre Stärken der Flexibilisierung voll ausspielen.

Unser Virtuelles Kraftwerk ist hierbei der Schlüssel zur Optimierung und damit der Schlüssel für die Zukunft. Wir nehmen alle Verbrauchs- und Produktionsprognosen auf, optimieren diese anhand von Preisprognosen im Rahmen aller vorhandenen Flexibilität und fahren anschließend diese Standortoptimierten Fahrpläne über unser Virtuelles Kraftwerk ab. Hierbei sind wir in der Lage, jedes einzelne Element zu überwachen und stellen so einen reibungslosen und erlösoptimierten Ablauf sicher.

Sollte es doch einmal zu ungeplanten Änderungen kommen, kann das VKW flexibel reagieren.

Auf der Internetseite der e2m steht „Unser Ziel: VKW (Virtuelles Kraftwerk) als Bestandteil eines intelligenten Strommarktes – in ganz Europa“.

Können Sie dieses Vorhaben kurz erläutern? 

Das Gelingen der Energiewende auf Basis Tausender dezentraler Anlagen kann nur gelingen, wenn diese auch rund um die Uhr live gemonitort und bei Bedarf netzstabilisierend gesteuert werden.

Hierzu gehört die ganzheitliche Betrachtung von Produzenten, Verbrauchern und eben Speicher. Nur leistungsfähige Virtuelle Kraftwerke sind in der Lage dies zu liefern.

Unser VKW wird hierfür von uns kontinuierlich weiterentwickelt, um permanent den Anforderungen des Energiemarktes gerecht zu werden.

In Zukunft werden wir unsere Technologie als VKW as a Service dem Markt in ganz Europa anbieten und sind überzeugt, damit einen Beitrag zum intelligenten Strommarkt in ganz Europa leisten zu können. 

Bewerten Sie abschließend den Status Quo der Energiewende.

Ich bin überzeugt davon, dass die Energiewende auf einem breiten gesellschaftlichen Fundament steht, das sich bedauerlicherweise im politischen Handeln der letzten Jahre nur wenig konstruktiv widerspiegelt.

Technologisch sind wir in der Lage die Energiewende zu meistern. Wir müssen den Weg nun nur noch konsequent gemeinsam gehen.

Produktportfolio der Energy2Market. Foto: e2m

Kurzvita

2003

Abitur

2003 – 2007  

TU Dresden, Studiengang Luft- und Raumfahrt

2007 – 2009 

MSc, Ingenieur, TU Delft/ Niederlande, Studiengang Aerospace Engineering Abschlussarbeit zum Thema: “Sensitivity Analysis of Satellite Gravity Missions by Application of the Linear Perturbation Theory”

2009 – 2013 

Promotion, Deutsches GeoForschungsZentrum, Potsdam zum Thema: “Validating Modeled Climate Variations Using Geodetic Monitoring Data”

 

2013 – 2016  

Reisen und Projektarbeit

Seit 2016  

Energy2Market

Seit 2017

Teamleiter Datenanalyse, Energy2Market

Seit 2019

Leiter Handel und Datenanalyse, Energy2Market

Der Betrieb von Stromspeichern ist meiner Meinung nach, nicht zuletzt angesichts des schleppenden Netzausbaus, ein zentraler Baustein der Energiewende.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (3): Vortrag über rechtliche Rahmenbedingungen des Betriebs von Speichern

Der Betrieb von Stromspeichern ist meiner Meinung nach, nicht zuletzt angesichts des schleppenden Netzausbaus, ein zentraler Baustein der Energiewende.

Dr. Christoph Richter: Was für Speicher gilt, gilt meines Erachtens nach natürlich genauso für die anderen Power-to-X Technologien.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe. In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Dr. Christoph Richter, der im Workshop Finanzierungen, Start-ups, rechtliche Rahmenbedingungen, internationale Zusammenarbeit über rechtliche Rahmenbedingungen des Betriebs von Speichern berichtet. Die Schwerpunkte seines Vortrages bilden Strompreisbestandteile, die EEG Umlage, Fragen des Messens und Schätzens sowie Chancen und Risiken von Stromspeichern als Power-to-Baustein.

Herr Dr. Richter, Sie haben sich bereits in den Jahren 2008 bis 2012, während ihrer Promotion, mit umweltrechtlichen Fragen auseinandergesetzt. Warum haben Sie sich bei all den zahlreichen rechtlichen Themengebieten für Umweltrecht entschieden?

Die Themen Nachhaltigkeit und vor allem Erneuerbare Energie haben mich schon während meines Jurastudiums sehr stark interessiert. Schon damals war der Klimaschutz eines der zentralen gesellschaftlichen Themen, für das auch ich mich engagieren wollte. Man muss sich nur einmal vergegenwärtigen, dass das Wort „Klimakatastrophe“ schon 2007 zum Wort des Jahres gewählt wurde, und das lange bevor die Bundesregierung nach der Atomkatastrophe von Fukushima die „Energiewende“ ausgerufen hat. Hinzu kommt, dass im Jahr 2008 durch die damalige rot-grüne Regierung eine der grundlegenden Novellen des EEG angestoßen und vom Bundestag letztlich auch verabschiedet worden ist, die dann mit dem Inkrafttreten des EEG 2004 in der Folge zu einem weltweit einzigartigen Boom erneuerbarer Energien geführt hat. Als Jurist, der sich nicht nur mit theoretischen Rechtsfragen, sondern mit greifbaren und praktischen Problemen beschäftigen wollte, war es für mich daher umso spannender, mich gerade mit der Entwicklung des Rechts der Erneuerbaren Energien auch akademisch auseinanderzusetzen.

Seit mehr als 10 Jahren beraten und vertreten Sie, neben zivilrechtlichen Angelegenheiten, Mandanten in allen Fragen des Energierechts. Welche energierechtlichen Themen bilden hierbei ihre Schwerpunkte beziehungsweise welche energierechtlichen Fragen tauchen in ihrer täglichen Arbeit konstant auf? 

Naturgemäß stellt gerade das EEG und seine zwischenzeitlich nahezu unüberschaubaren Novellierungen einen Kernbereich meiner anwaltlichen Tätigkeit dar. Hier habe ich zahlreiche Rechtsfragen durch sämtliche Instanzen bis hin zum Bundesgerichtshof betreut. Zudem sind wir mit unserer Kanzlei in den großen Branchenverbänden der Erneuerbaren Energien, wie etwa dem Bundesverband Windenergie oder dem Fachverband Biogas, engagiert. Auch wenn rein förderrechtliche Fragen zwischenzeitlich etwas an Bedeutung verloren haben, hat das EEG gerade im Hinblick auf die auch und vor allem für dezentrale Energieversorgungskonzepte sowie für Speicher-und Power-to-X-Technologien anfallende EEG-Umlage auch aktuell noch eine herausgehobene Bedeutung.

Seit mehreren Jahren liegt ein besonderer Fokus meiner Tätigkeit vor allem auf dezentralen Energieversorgungskonzepten. Deswegen beraten wir Mandanten – neben der „klassischen“ Vertragsgestaltung – vor allem auch zu energiewirtschaftsrechtlichen und (energie-)steuerrechtlichen Fragen.

Neben ihrer Tätigkeit als Rechtsanwalt, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der prometheus Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Leipzig, referieren und publizieren Sie regelmäßig zu Rechtsfragen des EEG, des KWKG und des EnWG. Können Sie bitte einige Bespiele hierfür nennen?

Meine Kollegen und ich verfolgen seit jeher einen stark akademisierten Beratungsansatz. Dementsprechend fördern wir nicht nur den juristischen Nachwuchs, in dem wir wissenschaftliche Mitarbeiter auf dem Weg zu ihrer Promotion begleiten. Ich selber engagiere mich überdies als Prüfer im juristischen Staatsexamen in Sachsen. Meine Kollegen und ich beteiligen sich außerdem regelmäßig mit Fachbeiträgen am juristischen Diskurs um aktuelle Fragen des Rechts der Erneuerbaren Energien. Unsere Beiträge sind etwa in den Standardwerken „Biogasanlagen im EEG“ sowie dem „Windhandbuch“ des C. H. Beck Verlags erschienen. Außerdem veröffentlichen wir in Fachzeitschriften wie etwa der NVwZ, der ZNER oder der Energie und Recht (ER), bei der ich selber im wissenschaftlichen Beirat mitwirke.

Zudem sind wir regelmäßig als Referenten zu sämtlichen aktuellen Fragen der Erneuerbaren Energien tätig; und zwar ebenso im Rahmen von Einzelvorträgen als auch bei Ganz- oder Mehrtagesseminaren. Meine eigene Vortragstätigkeit ist dabei schwerpunktmäßig natürlich auf das Energierecht bezogen.

Zur erstmalig stattfindenden EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referenten im Workshop Finanzierungen, Start-ups, rechtliche Rahmenbedingungen, internationale Zusammenarbeit über rechtliche Rahmenbedingungen des Betriebs von Speichern sprechen. Welche Relevanz besitzt diese Thematik, ihrer Meinung nach, im Gesamtkontext der Energiewende? 

Der Betrieb von Stromspeichern ist meiner Meinung nach, nicht zuletzt angesichts des schleppenden Netzausbaus, ein zentraler Baustein der Energiewende. Leider existiert jedoch kein bislang einheitlicher Rechtsrahmen, sodass die Praxis sowohl rechtlich als auch tatsächlich mit einer Fülle von Problemen konfrontiert ist, die nicht selten die Wirtschaftlichkeit eines Speicherprojekts infrage stellen.

Mit meinem Vortrag möchte ich daher den Konferenzteilnehmern einen ersten Überblick über die beim Betrieb von Stromspeichern zu beachtenden rechtlichen Rahmenbedingungen sowie über die aktuellen Praxisprobleme wie etwa anfallende Strompreisbestandteile, natürlich die EEG-Umlage oder Fragen des Messens und Schätzens verschaffen.

In ihrem Vortrag werden Sie unter anderem auf Chancen und Risiken von Stromspeichern als Power-to-Baustein eingehen. Wo sehen Sie diese zukünftig?

Wie schon gesagt, angesichts des aktuellen Ausbaustandes unseres Stromnetzes und angesichts der absehbaren Ausbaugeschwindigkeit wird eine erfolgreiche Energiewende nur dann gelingen, wenn ja durchaus vorhandene Stromressourcen nicht sinnlos weggeregelt, sondern vom Strom- in andere Zielsektoren überführt werden. Angesichts der zahlreichen regulatorischen Hindernisse besteht an dieser Stelle aber ein erheblicher Handlungsbedarf vor allem von Seiten des Gesetzgebers.

Was mich diesbezüglich aber sehr positiv stimmt, sind erste deutliche Signale des Gesetzgebers in Richtung eines gezielten Abbaus von Hemmnissen, wie er etwa im Zuge der Änderung des § 118 EnWG durch die gerade erst verabschiedete Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes vorgenommen worden ist. Gerade hierin wird aber deutlich, dass die Branche wie auch die gesamte Gesellschaft vor allem mit gemeinsamer, konzertierter Anstrengung Änderungen auch auf politischer Ebene gleichsam erzwingen kann.

Wenn es uns gelingt, diesen erfreulichen Weg weiter voranzutreiben, dann werden gerade Stromspeicher auch real einer der zentralen Bausteine für eine erfolgreiche Energiewende sein.

Können Sie abschließend neben der Speicherthematik weitere Aspekte benennen, die aus ihrer Sicht zum Gelingen einer erfolgreichen Energiewende notwendig sind? 

Was für Speicher gilt, gilt meines Erachtens nach natürlich genauso für die anderen Power-to-X Technologien. Hier bedarf es nicht nur des stetigen Abbaus rechtlicher Hürden, sondern unter Umständen auch einer gezielten Förderung, wie wir sie etwa aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien kennen.

Daneben muss natürlich der Netzausbau stetig vorangetrieben werden. Schließlich ist auch zu berücksichtigen, dass in den kommenden Jahren die ersten EE-Stromerzeugungsanlagen aus ihrer 20-jährigen gesetzlichen Forderung herauswachsen.

Will man nicht riskieren, dass hier ein enormes,bereits vorhandenes Stromerzeugungspotenzial mangels weiterer Betriebsperspektiven zurückgebaut wird, so wird sich die Politik auch dringend Gedanken um Konzepte einer Anschlussförderung machen müssen, wie wir sie etwa aus dem Bereich der Biomasse bereits kennen. Dies umso mehr, als die gegenwärtig als Allheilmittel gepriesenen PPA aktuell allenfalls in den Kinderschuhen stecken.

Kurzvita

Dr. Christoph Richter berät und vertritt Mandanten in allen Fragen des Energierechts sowie in zivilrechtlichen Angelegenheiten.

Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Rechtsfragen des EEG, des KWKG und des EnWG, zu denen er regelmäßig referiert und publiziert.

Dr. Richter ist Prüfer in der Ersten Juristischen Staatsprüfung in Sachsen und wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift EnergieRecht (ER).

seit 2018

Rechtsanwalt, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer bei der prometheus Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Leipzig

seit 2016

Prüfer im Sächsischen 1. Juristischen Staatsexamen

2012 – 2016

Dozent für Zivil- und Zivilprozessrecht an der Fernuniversität Hagen

seit 2012

Rechtsanwalt, davor 4 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter in überregionaler Rechtsanwaltskanzlei mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien

2008 – 2012

Promotion zu umweltrechtlichem Thema

Wir als Energieversorgung sind dafür verantwortlich, das Rückgrat der deutschen Industrienation darzustellen und aufrechtzuerhalten.

Die Dachterrasse des VNG-Gebäudes: Ort des 2. CEO-Gespräches, diesmal mit Ulf Heitmüller. Foto: Hendrik Sadowski, unter: www.alumatel.de.

VI-STRATEGIE IM GESPRÄCH:

Wir als Energieversorgung sind dafür verantwortlich, das Rückgrat der deutschen Industrienation darzustellen und aufrechtzuerhalten.

 

Interview mit Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, über Persönliches, die Integrierte Energiewende, die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert, die VNG AG und über seine Erfahrungen in der Energiewirtschaft

Der Ausblick von der Dachterrasse der VNG AG auf die Leipziger Skyline. Foto: A.S.

Letzte Vorbereitungen und Absprachen gemeinsam mit Herrn Wetzig, Leiter Kommunikation/Politik der VNG AG, vor Drehbeginn. Foto: A.S.

Am 20. Mai 2019 fanden die Dreharbeiten zur CEO-Film-Reihe „VI-STRATEGIE TRIFFT“ mit Ulf Heitmüller, dem Vorstandvorsitzenden der VNG AG, auf dem Dach des Unternehmensgebäudes statt. Herr Heitmüller sprach mit dem Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH und Initiator der Gesprächsreihe Rainer Otto über aktuelle Themen der Gaswirtschaft, die Integrierte Energiewende in Deutschland und seinen beruflichen Start in der Energiewirtschaft.

Das vollständige Interview können Sie sich bitte ab 24. Mai 2019 auf dem Energy-YouTube-Channel Vi-Strategie GmbH und in der Mediathek des Verlages Vi-Strategie unter www.verlag-vi-strategie.de anschauen.

Vita von Ulf Heitmüller

1965
geboren in Nienburg
1993
Diplom-Ingenieur Elektrotechnik an der Leibniz Universität Hannover
1994 – 2004
BEB Erdgas und Erdöl GmbH & Co. KG, Hannover verschiedene Fach- und Führungspositionen
2004 – 2005
Shell Energy Deutschland GmbH, Hamburg Bereichsleiter Operations
2005 – 2007
Shell Energy Europe, London Project Manager

2007 – 2010
Shell Energy Deutschland GmbH Geschäftsführer; gleichzeitig verantwortlich für den Gasverkauf in Nordwest-Europa bei Shell Energy Europe
2010 – 2012
EnBW Gas Midstream GmbH, Karlsruhe Geschäftsführer
2012 – 2016
EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe Leiter Trading & Supply
seit 2016
VNG AG, Leipzig Vorstandsvorsitzender
seit 2017
Honorarkonsul des Königreiches Norwegen für den Freistaat Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Drehbeginn “VI-STRATEGIE TRIFFT: Ulf Heitmüller”. Foto: A.S.

Ulf Heitmüller gemeinsam mit Rainer Otto, Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH. Foto: Hendrik Sadowski, unter: www.alumatel.de.

Dokumentation der Dreharbeiten durch die Projektleiterin der Vi-Strategie GmbH Ann-Christin Stück. Foto: R.O.

17. Mitteldeutsches Energiegespräch
am 04. April 2019 in Leipzig

17. Mitteldeutsches Energiegespräch am 04. April 2019 in Leipzig

“Ein Fossiler im Wandel? – Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert!”

Das 17. Mitteldeutsche Energiegespräch analysiert die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert, insbesondere die Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland in einem ersten “MDEG–Spezial” der Gesprächsreihe.

Im Fokus der Veranstaltung steht keine “Nabelschau” der Branche, sondern die Widerspiegelung der aktuellen Debatte um die Zukunft der Gaswirtschaft im Kontext der Energiewende und zugleich die Identifizierung von Impulsgebern im mitteldeutschen Raum.

Angestrebt wird eine Diskussion vor dem Hintergrund der internationalen Situation. Parallel wird begleitend zum Thema des 17. MDEG ein mitteldeutscher Kompetenzatlas in Form einer deskriptiven Kurzstudie erarbeitet.

Podiumsgäste:

Thorsten Herdan, Abteilungsleiter II für Energiepolitik – Wärme und Effizienz des BMWi

Dr. Patrick Graichen, Direktor Agora Energiewende

Ulf Heitmüller, CEO VNG AG

Jörg Müller, CEO ENERTRAG AG

Ina Stevens, Geschäftsführerin EBISUblue – Büro für internationale Ingenieurdienstleistungen

Moderation:

Rainer Otto, Geschäftsführer Vi-Strategie GmbH  

Zeit: 04. April 2019, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr)

Ort: HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipziger Baumwollspinnerei, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig

Thema: “Ein Fossiler im Wandel? – Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert!

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Diesen können Sie HIER ansehen.

Weitere Informationen zur Gesprächsreihe finden Sie bitte auch auf www.mitteldeutsches-energiegespräch.de.

Für die freundliche Unterstützung des 17. Mitteldeutschen Energiegesprächs danken die Organisatoren:

“Das Thema Kooperation – insbesondere zwischen Wohnungswirtschaft und Energieversorgung – hat bereits heute eine große Bedeutung, die noch steigen wird.”

16. Mitteldeutsches Energiegespräch am 20. November 2018 in Leipzig

“Das Thema Kooperation – insbesondere zwischen Wohnungswirtschaft und Energieversorgung – hat bereits heute eine große Bedeutung, die noch steigen wird.”

Interview mit Ralf Kurtz, Partner Energy Consulting der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, über seinen Vortrag sowie neue Geschäftsmodelle in der Integrierten Energiewende

Ralf Kurtz während seines Einführungsvortrags zum 16. MDEG. Foto: Lutz Zimmermann, unter: www.lz-fotografie.de.

In Ihrem Einführungsvortrag über “Geschäftsmodelle der Integrierten Energiewende – smart und innovativ” anlässlich des 16. Mitteldeutschen Energiegesprächs machen Sie deutlich, wie regulierte Innovation des intelligenten Messwesens zu steigendem Wettbewerb und zur Ablösung des bestehenden Geschäftsmodells der Energielieferanten führen kann. Ist denn die Branche hierauf bereits vorbereitet?

Die Branche ist unterschiedlich vorbereitet. Viele EVU haben das bereits erkannt und bereiten sich aktiv darauf vor. Es gibt aber auch noch Unternehmen, die abwarten, weil sie entweder eine andere Einschätzung der Situation haben oder sich nicht stark genug fühlen.

Nun zeigt sich laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts ein starker Anstieg der wettbewerblichen Messstellenbetreiber, beispielsweise allein 2015 (32 Unternehmen) zu 2016 (67 Unternehmen) um 110 %. Was raten Sie insbesondere kleineren Energieversorgern?

Das Agieren in der Rolle eines wettbewerblichen Messstellentreibers ist notwendig, um aktiv Bündelangebote von Energielieferung und Messstellenbetrieb platzieren und verhandeln zu können. Deshalb müssen sich auch kleinere EVU diese Möglichkeit erschließen, wenn sie in Kundensegmenten tätig sind – z.B. in der Wohnungswirtschaft – für die solche Angebote interessant sind.


Letztlich geht es um die geeignete Nutzung der Kundendaten. Wie können kleinere Versorgungsunternehmen im Bestreben um die Nutzung der Daten Ihrer Kunden, denkt man an kapitalintensive Geschäftsprozesse, geringere Margen, flexibles Reagieren, ihr Geschäftsmodell am besten sichern und weiterentwickeln?

Kleinere EVU können das sicher nicht, indem sie die komplette Wertschöpfung selbst abdecken. Hier ist die Zusammenarbeit mit Partnern gefragt – entweder als Kooperation oder durch Nutzung eines White label Angebots – die sicherstellt, dass ein wesentlicher Teil der bisherigen eignenen Wertschöpfung, insbesondere aus Energielieferung, gesichert bleibt.

Wir sprachen eingangs davon, dass regulatorische Rahmenbedingungen disruptive Faktoren nach sich ziehen können oder sogar begünstigen. Welchen Einfluss hat Ihrer Meinung nach der Kundenwandel (Stichworte digital native, weniger Bindung an Marke und Produkt) auf neue Geschäftsmodelle?

Kunden, die Ihre Kundenerfahrung primär aus dem Kauf im Internet machen, übertragen diese Erfahrung natürlich auch auf Ihre Erwartung an den Energieversorger. Neue Geschäftsmodelle müssen das berücksichtigen, d.h. digitaler Kundenzugang und weitgehend digitale Abwicklung müssen möglich sein. Soweit neue Geschäftsmodelle auch eine persönliche Interaktion erforderlich machen (wie z.B. die Installation von Mess- und Steuerungstechnik im Gebäude), wird selbstverständlich vorausgesetzt, dass digital ausgetauschte Informationen verfügbar sind und Absprachen im persönlichen Kontakt im Nachgang auch wieder im digitalen Kanal weiterverfolgt werden können. EVU müssen also „Omni Channel fähig“ werden.

Wenn man neue Geschäftsmodelle in der Integrierten Energiewende eruiert, sollte man dann stets von Sektor übergreifenden Lösungen ausgehen oder Sie vielleicht auch ein Neusortieren der Branche in neuen Kooperationsketten oder veränderten Wettbewerbsstrukturen?

Wir sehen heute bereits, dass sich die Grenzen von Branchen auflösen bzw. verschieben und sich damit Wettbewerbsstrukturen verändern. Sowohl Wohnungswirtschaftsunternehmen als auch Submeteringunternehmen betätigen sich als Energieversorger und Messstellenbetreiber. Start ups im Messtellenbetrieb, haben die Energielieferung und Energiedienstleistungen im Gepäck und EVU verlängern Ihre Wertschöpfungskette bis in den Betrieb der Energietechnik im Gebäude. Dabei gibt es keine „one fits all-Lösung“, sondern unterschiedliche Geschäftsmodelle. Das Thema Kooperation – insbesondere zwischen Wohnungswirtschaft und Energieversorgung – hat bereits heute eine große Bedeutung, die noch steigen wird. Die größte Hürde liegt dabei in der Frage der Margenteilung.

Abschließend bitte noch einen Blick in die Glaskugel. Wir haben in diesem Jahr 20 Jahre liberalisierte Energiemärkte, das Mitteldeutsche Energiegespräch hat sein sechsjähriges begangen. Wie schätzen Sie unter dem Aspekt der eingangs erörterten neuen Geschäftsmodelle, aber auch der derzeitigen Zaghaftigkeit der Politik die Umsetzung der Integrierten Energiewende in den nächsten fünf Jahren ein?

Die neuen innovativen Geschäftsmodelle im Umfeld des intelligenten Messstellenbetriebs werden in den nächsten 5 Jahren verstärkt in den Markt gebracht und dort erpobt. Digitale enabler, wie Blockchain und künstliche Intelligenz, werden das verstärken. Die neuen Geschäftsmodelle werden somit ihre Wirkung für die integrierte Energiewende entfalten.

Vita

Ralf Kurtz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und begann seine berufliche Laufbahn 1989 bei der WIBERA AG. Seit 2007 ist er PwC Partner im Bereich Advisory Energy. Er verantwortet die Operational Excellence Beratung für Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke in Deutschland. Zudem koordiniert er die Beratungsleistungen im Bereich Smart Energy.

Die Energiewende stellt alle etablierten Energieversorger vor große Herausforderungen und erfordert die Transformation von Geschäftsmodellen, Unternehmensstrukturen und – Prozessen. Dies gilt im Vertriebsbereich ebenso wie im Bereich der Energieerzeugung und dem Netzbetrieb.

Wie sieht das EVU der Zukunft – unter den Einflussfaktoren Dezentralisierung, Digitalisierung, Sektorenkopplung und Dekarbonisierung – aus? Welche neuen Produkte und Lösungsangebote werden erfolgreich sein? Wie müssen sich die Fähigkeiten in Vertrieb, Erzeugung und Netzen entwickeln, um Wachstum zu erzielen? Fragen, die die aktuelle Beratungspraxis bestimmen.

Seine Kunden sind Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke jeder Größenklasse. Der fachliche Schwerpunkt von Ralf Kurtz liegt in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, der Implementierung bzw. Optimierung von exzellenten Prozessen und der Beratung zur Digitalisierung der Energiewende.

16. Mitteldeutsches Energiegespräch
am 20. November 2018 in Leipzig

16. Mitteldeutsches Energiegespräch am 20. November 2018 in Leipzig

Energiewende – smart und innovativ

Tour d´Horizon über denkbare, mögliche und neue Geschäftsmodelle

Das 16. Mitteldeutsche Energiegespräch gibt eine Tour d´Horizon über denkbare, mögliche und neue Geschäftsmodelle der Integrierten Energiewende, die durch den disruptiven Charakter der stattfindenden Prozesse zahlreiche Chancen, aber auch Risiken bieten.

Durch die Digitalisierung wird die Integrierte Energiewende eine neue Dynamik entfalten. Die Frage ist, wer sich mit welchen Geschäftsmodellen am Energiemarkt der Zukunft behaupten wird. Dabei spielen Schnelligkeit, Mut und Kreativität eine entscheidende Rolle.

Auch die Kunden werden davon künftig immer mehr profitieren.

Diskutieren Sie mit Experten das Thema in angenehmer Atmosphäre.

Nähere Einzelheiten zum Gespräch sowie den organisatorischen Ablauf entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Diesen können Sie HIER ansehen.

Weitere Informationen zur Gesprächsreihe finden Sie bitte auch auf www.mitteldeutsches-energiegespräch.de.