EAST-Präsentationsplattform lädt für 02./03.11.2020 zum zweiten Mal zur Energiespeicher-Tagung und -Messe nach Erfurt ein

EAST-Präsentationsplattform lädt für 02./03.11.2020 zum zweiten Mal zur
Energiespeicher-Tagung und -Messe nach Erfurt ein

Als eine der wenigen großen mitteldeutschen Energietagungen soll der wichtigste Fachkongress zu Energiespeichern der Region,
die EAST´20, im zweiten Halbjahr stattfinden

Die EAST Energy And Storage Technologies conference &exhibition wird im zweiten Halbjahr 2020 als eine der wenigen großen mitteldeutschen Energietagungen stattfinden.

Zum zweiten Mal lädt in diesem Jahr die Messe Erfurt zum wichtigsten Fachkongress der Region über Energiespeicher ein.

Ziel ist es, den gemeinsamen Diskurs leistungsstarker regionaler und überregionaler Partner kontinuierlich fortzusetzen und nicht zu unterbrechen, um damit weiterhin vorhandene Kompetenzen aufzuzeigen und neue Wege in die Zukunft zu erkunden.

Die EAST´20 fungiert bekanntlich als medienübergreifende Dialog-Plattform, als Resonanzboden, Leistungsschau, Netzwerk, Motivator und Wegweiser für die Politik sowie für die Gesellschaft.

Derzeit wird an verschiedenen Konzepten zur Umsetzung der Veranstaltung gearbeitet, um die Ziele der EAST für alle Ansprechpartner erfolgreich umzusetzen.

Die Vorbereitungen laufen somit auf Hochtouren und schließen auch die Erarbeitung digitaler Angebote ein, um letztlich auch eine hybride Tagung und Ausstellung gewährleisten zu können.

Weitere Informationen finden Sie bitte in den nachfolgenden Unterlagen:

Das Leitbild der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Den Ausstellerflyer der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Den Sponsorenflyer der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Die Anmeldeunterlagen der EAST´20 finden Sie bitte HIER.

Das zukunftsweisende Erfurter Energiemodell der SWE Energie GmbH macht deutlich, dass „durch den Einsatz flexibler, sektorenübergreifender Technologien Über-oder Unterangebote durch Strom aus erneuerbaren Energiequellen ausgeglichen und eine saubere Energieversorgung der Stadt Erfurt gesichert werden kann.“* Das Erfurter Energiemodell war eines der Highlights der EAST 2019.
Bild: Christian Seeling, unter:
https://christianseeling.smugmug.com,
*Quelle: https://www.stadtwerke-erfurt.de

“Mich treiben meine Neugierde und mein Interesse an erfolgreichen Unternehmen an”

Im Gespräch mit Lars Lange, Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

“Mich treiben meine Neugierde und mein Interesse an erfolgreichen Unternehmen an”

Nicht “groß” oder “klein”, sondern die unternehmerischen Antworten auf die Herausforderungen Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie entscheiden über die Zukunft des jeweiligen Stadtwerks.

In loser Folge interviewt Vi-Strategie GmbH Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen, die maßgeblich die Energiewende mitgestalten. Neben dem Website-Interview geschieht das jeweils in einem gesonderten Film-Interview, der auf dem YouTube-Energy-Channel Vi-Strategie GmbH präsentiert wird.

Die CEO-Filmreihe beschäftigt sich mit Fragen zu ausgewählten Themen der Energiewende und bietet zudem die Möglichkeit, das jeweilige Unternehmen sowie den Unternehmensverantwortlichen näher kennenzulernen.
Die filmische Wiedergabe von Statements vermittelte eine neue, intensiv-erweiternde Dimension innerhalb der Debatte zur Energiewende und entwickelt mittlerweile ein filmisches Kompendium zur Energiewende. Anhand der Filme – übrigens auch über die Mitteldeutschen Energiegespräche – und somit anhand zahlreicher Protagonisten lässt sich die Energiewende auf sehr persönlich Weise filmisch erzählen.

Die CEO-Filmreihe startete mit Hans-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg GmbH, und seinen Erfahrungen im Stadtwerk, seinen Überlegungen zur Zukunft der Kommunalwirtschaft und seiner Position zur Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert. Es folgte das Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der VNG AG Ulf Heitmüller zur Strategie 2030+ seines Unternehmens als Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende sowie zu den Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland.
Ihre Fortsetzung findet die CEO-Filmreihe im Gespräch mit Lars Lange, Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH zur Zukunft der Stadtwerke.

Lars Lange Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH. Foto: Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

Herr Lange, nach einer 5-jährigen Tätigkeit beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young wechselten Sie ab Oktober 2008 zunächst als Assistent der kaufmännischen Leitung in die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH und wurden ab Juli 2016 Geschäftsführer dieses Unternehmens.
Welche Erfahrungen aus dem Wirtschaftsprüferbereich prägen noch heute Ihr Handeln im Management-Bereich?

Da gibt es mehrere Parallelen. Zum einen wäre da das Prozessdenken zu nennen, d.h. wie kann man Prozesse effektiv und effizient gestalten? Und: Wie kann man diesen Prozess in Ablauf und Ergebnis kontrollieren (z. B. durch Vier-Augen-Prinzip)?

Dazu gehört auch, jegliche Arbeitsschritte schriftlich festzuhalten. Denn was nicht dokumentiert ist, wurde nicht erledigt und lässt sich im Nachgang auch nicht auswerten.

Weiterhin habe ich gelernt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus der Erfahrung heraus sind 80 % meist ausreichend, da die restlichen 20 % in keinem Verhältnis zu Aufwand und Nutzen stehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich außerdem, die Entwicklung der sozialen Kompetenz. Durch ständig wechselnde Prüfungsteams habe ich den Umgang mit verschiedenen Menschentypen kennengelernt. Das hat sich bei den Stadtwerken fortgesetzt. Da konnte ich in den letzten Jahren viele Erfahrungen sammeln.

Letztlich treiben mich meine Neugierde und mein Interesse an erfolgreichen Unternehmen an. Warum hat man sich dafür entschieden? Wieso macht gerade dies Sinn? Das kritische Hinterfragen von Unternehmensentscheidungen ist wichtig, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Ein Blick auf die Website der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH vermittelt einen Überblick über die zahlreichen Projekte, die Sie in Ihrer bisherigen Stadtwerkezeit gemeinsam mit Ihrem Team entwickeln konnten.
Gibt es dabei ein Projekt, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Alle Projekte waren und sind wichtig. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt mir eher übergeordnet das „Projekt Zukunft“ am Herzen. Wie sehen die künftigen Stadtwerke aus? Wo liegen die Schwerpunkte? Antworten auf diese Fragen sind u. a. die Digitalisierung, Dekarbonisierung, aber auch die Herausforderungen der Demografie. Daran arbeiten wir.

Ihr Produktportfolio umfasst Stromangebote, die zu 100% aus Erneuerbaren Energien stammen. Kann man das aus Ihrer Erfahrung heraus als gewisses Alleinstellungsmerkmal für ein Unternehmen dieser Größenordnung ansehen?

Mittlerweile ist das grüne Stromportfolio keine Besonderheit mehr. Auch andere Mitwettbewerber haben diesen Trend erkannt und bieten entsprechende Produkte an. Das bedeutet für uns jedoch nicht, ökologische Grundsätze aufzugeben.

Nachhaltigkeit ist und bleibt eine Herzensangelegenheit, auch wenn es einen kleinen Preisaufschlag bedeutet. In der Praxis erwerben wir grüne Zertifikate aus Europa und stellen damit die physikalische Lieferung für jeden Kunden grün.

Im Netzgebiet selbst liegt unsere derzeitige Erneuerbare-Energien-Einspeisequote bei 38 %.

Ihr Produkt TWINSOLAR – solare Lüftung gegen Feuchtigkeit, beispielsweise in Kellern, muss doch auf reges Interesse, insbesondere bei so manchem Eigentümer eines in die Jahre gekommenen Mehrfamilienaltbaues, stoßen. Wie funktioniert es und wie gut kommt dieses Produkt bei ihren Kunden an?

Bei diesem Produkt kooperieren wir mit Grammer Solar aus Amberg. Das Angebot funktioniert so: Ein solarbetriebener Lüfter saugt Frischluft an, erwärmt diese und führt sie nach drinnen.  Parallel dazu wird verbrauchte und feuchte Luft nach außen befördert. Dieses autarke Solar-Luft-System dient immer als Ergänzung zum primär verwendeten Energieträger und ist vor allem für sanierte Bestandsgebäude interessant.

Eine gewisse „Anfangsneugier“ bei unseren Kunden ist durchaus vorhanden. Derzeit erläutern wir in monatlichen Beratungsterminen dieses praktische Abluftsystem und geben auch Hinweise auf staatliche Förderungen.

Man sagt Versorgungsunternehmen gelegentlich größeres Beharrungsvermögen nach. Welche Veränderungen konnten Sie gemeinsam mit den Stadtwerkemitarbeitern umsetzen?

Da entsprechen wir wahrscheinlich nicht ganz dem gängigen Rollenbild ;-). Auch wenn es uns viel Kraft kostet, so haben wir die Notwendigkeit der Digitalisierung früh erkannt und Prozesse aus allen Bereichen auf den Prüfstand gestellt. Bereits umgesetzt wurden z. B. das Kundenportal, der elektronische Rechnungseingang, der Online-Schachtschein oder die regelmäßige Weiterbildung unserer Mitarbeiter durch einen digitalen Campus. Zurzeit arbeiten wir an einem Workforce-Management zur Digitalisierung von Ablese- und Zählerwechselprozessen, der in diesem Jahr abgeschlossen sein wird. Ein weiterer Baustein ist die offene Kommunikation und die Einbindung der Mitarbeiter in Unternehmensprozesse. Wir fördern durch regelmäßige Vier-Augen-Gespräche den Austausch zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Außerdem regen wir durch ein implementiertes Ideenmanagement dazu an, aktiv mitzugestalten. In Zeiten der permanenten Veränderungen sind Austausch und Dialog mit den Mitarbeitern unverzichtbar, um auch alle auf unserem Weg mitzunehmen.
Diese Art der offenen Unternehmenskommunikation praktizieren wir auch extern. Mit den Social Media-Kanälen wie Facebook und YouTube sind wir für die Öffentlichkeit nahbarer und transparenter geworden. Wir transportieren unsere Inhalte, ob Bautätigkeit, Veranstaltungen oder Produktinformationen und beleben damit bewusst unseren Claim „Immer für mich nah.“

Nun hat die Coronavirus-Krise über längere Zeit zum Lockdown im gesamten Land geführt. Das war ein Stress-Test für so manches Unternehmen. Ihr Unternehmen zählt zur kritischen Infrastruktur. Wie schätzen Sie die bisherigen Ergebnisse des Stress-Tests für die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH ein?

Zunächst bin ich sehr froh, dass wir bis dato keinen direkten Covid-19 Fall zu verzeichnen hatten. Das ist auch der Umsicht unserer Mitarbeiter, dienstlich wie privat, zu verdanken.

Das moderne Gebäude der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH. Foto: Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

Grundsätzlich sind Stress-Tests in der Infrastruktur nichts Ungewöhnliches, dafür sind wir auch TSM (Technisches Sicherheitsmanagement) zertifiziert und bilden uns regelmäßig fort. So sind wir stets in der Lage, z.B. bei Umgang mit Gasgeruch oder Stromausfall, angemessen und konzentriert zu agieren.
Covid-19 war natürlich auch für uns etwas ganz Besonderes. Die anfängliche Ungewissheit ist schnell der Besonnenheit und dem Pragmatismus gewichen. Ein umgehend eingerichteter Krisenstab aus Führungskräften, der Unternehmenskommunikation und der Geschäftsführung wurde zu regelmäßigen Abstimmungsrunden einberufen. Dort haben wir gemeinsam abgewogen, welche notwendige Regeln im Unternehmen umgesetzt werden und in welchem Zeitraum. Die hohe Taktung der Informationen und die guten Kommunikationswege haben dann unsere ca. 50 Mitarbeiter immer wieder auf´s Neue „abgeholt“ und auf den aktuellen Stand gebracht. Eine große Herausforderung bestand für die Mitarbeiter mit Kindern, aber auch für Kollegen, die zur Risikogruppe gehören. Hier mussten flexible Lösungen, z. B. durch mobiles Arbeiten, geschaffen werden.
Nicht zuletzt haben wir auch für unsere Kunden Kompromisse finden können, die hinsichtlich der Pandemie keine oder weniger Einkünfte hatten. Die digitale und telefonische Erreichbarkeit hat uns geholfen, auch ohne persönlichen Kontakt für die Kunden „nah“ zu sein. Grundsätzlich gab es einen sehr guten Dialog zwischen allen und gegenseitiges Verständnis.

Ihre Außendarstellung vermittelt neben ökologischer Kompetenz diese zugleich im digitalen und im Social Media-Bereich. Beispielsweise steht auf der Website Ihres Unternehmens „Nähe bedeutet für uns, nah am Geschehen unserer Kunden zu sein. Und das auf allen Ebenen. Sei es Sponsoring, E-Mobilität, Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien oder Digitalisierung – wir sind nah dran!“
Haben es kleinere Unternehmen aufgrund der Kundennähe nach Ihren Erfahrungen einfacher, eine solche Selbstverpflichtung umzusetzen?

Ja und nein. Vorteilhaft sind sicherlich unsere Nähe, unser Bekanntheitsgrad, die Präsenz der Mitarbeiter vor Ort und die Aktivität bei regionalen Veranstaltungen. Das nehmen unsere Kunden wahr und das hilft uns im Wettbewerb. Hingegen ist es für kleine Unternehmen im teilweise disruptiven Umfeld der Energiewirtschaft eine riesige Anstrengung, zu bestehen. Daher setzen wir umso mehr auf die kreativen Köpfe im eigenen Haus, die ideenreiche Lösungen und Angebote rund um das Thema Strom und Gas entwickeln. Wir kooperieren dafür mit Dienstleistern oder integrieren uns auf Plattformen, um das dort vorhandene Know-how für uns zu sinnvoll zu nutzen. Die Kunden fragen immer häufiger nach Komplettpaketen und Energiedienstleistungen im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien oder E-Mobilität. Diese komplexen und erklärungsbedürftigen Angebote müssen wir im Portfolio haben, Strom und Gas allein reichen schon lange nicht mehr aus. Das bedeutet für uns, nicht stehen zu bleiben und sich vertrieblich immer wieder neu zu erfinden.

Beim Stichwort kleinere Unternehmen fällt das Augenmerk bei Ihrem Unternehmen sogleich auf den bundesweiten Thüga-Stadtwerke- und Energieversorgerverbund, in dem die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH vertreten ist und Sie zugleich ein Aufsichtsratsmandat innehaben.
Ist die Mitgliedschaft Ihres Unternehmens in der KOM9 GmbH & Co. KG Garant für stabile unternehmerische Entwicklung?

Der Verbund der Thüga-Beteiligungen ist eine Plattform vieler „Gleichgesinnter“, in der man sich jederzeit austauschen kann. Auch sind die Ansätze der Thüga hilfreich, wie z. B. die Bewertung von aktuellen Gesetzesänderungen und deren Handlungsempfehlungen. Zudem kann man von den bei der Thüga entwickelten Innovationen partizipieren.

Das alles ist aber kein Garant für eine stabile unternehmerische Entwicklung. Letztlich ist die aktive Mitgestaltung eines jeden einzelnen Unternehmens gefragt.

Im Bereich Social Media sind die Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH sehr aktiv, haben eine eigene Facebook-Seite und einen YouTube-Account mit zahlreichen Videos und sogar 30 Abonnenten. Erreichen Sie auf diesem Weg viele Kunden und Partner?

Unsere Fanzahlen der Facebook-Seite haben sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Derzeit haben wir 732 Abonnenten und 686 Fans. Wir haben eine sehr aktive und treue Community und arbeiten nicht mit „gekauften“ Fans. Das ist nachhaltiger und vermeidet Kurzzeiteffekte.

Wir versuchen, unsere Kunden auf den Kanälen zu erreichen, wo diese auch aktiv sind. Da gehört Facebook und YouTube einfach dazu. Auf diese Art und Weise bieten wir an, sich mit uns auszutauschen und ggf. ein Feedback zu bekommen. Ich finde schon, dass wir viele Kunden und Partner erreichen, das wird mir auch regelmäßig bei persönlichen Treffen widergespiegelt.

Abschließend noch eine ein wenig ausgefallenere Frage, Sie verfügen vermutlich als einziges oder eines von sehr wenigen Stadtwerke über einen eigenen Song. „Krach für´s Vogtland“ heißt er. Wie kam es dazu?

Ja und da sind wir mega stolz drauf. Es war die Idee von Kerstin Müller (Unternehmenskommunikation) in Vorbereitung auf 25 Jahre Stadtwerke. Es sollte etwas Besonderes werden! Und dies ist es auch. Gut ein Jahr davor hat die gesamte Belegschaft unseren ehemaligen Geschäftsführer, Werner Siegert, mit einem gemeinsamen Lied und Musikvideo überrascht. Dies kam so gut an, da war Wiederholung angesagt.

Herr Lange, herzlichen Dank für das sehr interessante und angenehme Gespräch. RO

Kurzvita

Lars Lange ist am 02.01.1979 in Karl-Marx-Stadt geboren.

1997
Abitur und anschließend Ableistung des Wehrdienstes

1998-2000
Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei der Firma KiK Textilien und Non-Food GmbH

2000-2004
BWL-Studium zum Diplom Kaufmann an der Westsächsischen Hochschule Zwickau mit den Studienschwerpunkten Rechnungswesen sowie Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Diplomthema: Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act und andere europäische/deutsche Vorschriften auf die Versicherungswirtschaft und die Revision

2004-2008
Wirtschaftsprüfer bei Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, im letzten Jahr als Prüfungsleiter in der Wirtschaftsprüfung tätig

Oktober 2008 – Juli 2009
Assistent der Kaufmännischen Leitung der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

August 2009 – Juni 2016
Kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

2010
Prokura der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

01.07.2016 – heute
Geschäftsführer der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland GmbH

Erfurter EAST Energy And Storage Technologies startet im September 2020 mit zusätzlichen neuen Themen in zweite Runde: Technologien der Batterie-Herstellung und -Produktion sowie Recycling /
Interview mit Initiatoren

EAST Energy And Storage Technologies am 08./09. September 2020 im CongressCenter und der Messe Erfurt – Interview mit zwei der Initiatoren

Neu zur Tagung und Ausstellung: Technologien der Batterie-Herstellung und -Produktion sowie Recycling – Wir setzen Akzente in Mitteldeutschland

Interview mit Michael Kynast und Rainer Otto, zwei der Initiatoren der EAST

Rainer Otto, Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH, des Verlages Vi-Strategie und Veranstalter des Mitteldeutschen Energiegesprächs. Foto: Jürgen Sendel, unter www.pictureblind.de

Im Jahr 2019 haben Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, Rainer Otto, Geschäftsführer der Vi-Strategie GmbH, und Prof. Dr. habil. Ulrich S. Schubert, Lehrstuhl Organische Chemie an der Universität Jena, die Initiative ergriffen und die erste mitteldeutsche Energiespeichertagung und -messe EAST Energy And Storage Technologies conference” & exhibition ins Leben gerufen.
In diesem Jahr, am 8. und 9. September, startet die zweite Auflage. AKTUELLES hat mit Michael Kynast und Rainer Otto, zwei der Initiatoren, zum Interview gebeten.

Einige Monate nach der Erstauflage der EAST haben Ihre Mitstreiter und Sie sicher schon eine Bilanz gezogen. Wie fällt die aus?

Kynast: Mit 180 Teilnehmern und 15 Ausstellern fällt die Bilanz positiv aus. Gegenwärtig bereiten wir bereits intensiv die zweite Veranstaltung vor.
Unser Ziel ist es, den gemeinsamen Diskurs über Speichermedien in der integrierten Energiewende mit Beteiligung leistungsstarker regionaler und überregionaler Partner fortzusetzen, gerade in Mitteldeutschland vorhandene Kompetenzen aufzuzeigen und neue Möglichkeiten für den effizienten Einsatz der verschiedenen Energiespeicher zu erkunden.

Otto: Wir alle wissen: Mitteldeutschland ist vom Strukturwandel im Energiesystem und in der Demografie stark betroffen, so dass eine potenzielle und sehr glaubwürdige Anwender- und Demonstrations-Region für die neuen Speichertechniken in den Energienetzen, den Produktionsabläufen und der Sektorenkopplung gegeben ist.
Mitteldeutschland muss sich dafür als Region begreifen. Die Synergien aus starker Forschung und lokaler, vernetzter Wertschöpfung können nur gehoben werden, wenn Bundesländer übergreifend agiert werden kann.

Ich glaube, dass sich alle einig sind, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn man das Thema Speichertechnologien als Treiberthema der Zukunft sieht. Welche Rückkopplungen von den Kongressteilnehmern haben Sie außerhalb der engeren Fachwelt erhalten?

Kynast: Die Signale sind sehr positiv. Es gibt im mitteldeutschen Raum eine Fülle von Knowhow und damit Unternehmen entlang der A4 und der A9, die unsere Region zu einer europäischen Energie-/Batterie-Speicherregion werden lassen können. Hierzu braucht es den Austausch.
Die EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition ist Leistungsschau, Dialog-Plattform, Wegweiser und Treiber für die Energiespeicher-Region Mitteldeutschland.

Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen a.D., war Keynote Speaker am Eröffnungstag der EAST 2019. Auch zur EAST 2020 werden wieder hochkarätige Redner aus Politik, Wirtschaft und Forschung rundum das Thema Energiespeicher referieren. Foto: Christian Seeling, unter www.christianseeling.smugmug.com

Otto: Um da anzuschließen: Zugleich befördert die EAST den Trend, sich in der Region intelligent zu spezialisieren. Wichtig ist uns neben umfassender Information über mobile und stationäre Stromspeicher, dass auf der EAST‘20 die Chancen der digitalen Produktionstechnik dargelegt werden. Die künftige Batterieherstellung, nur wenige Minuten von der Erfurter Messe entfernt am Standort Erfurter Kreuz, in Bitterfeld-Wolfen oder Grünheide, mit ihren vielen hundert Millionen Zellen pro Jahr braucht eine völlig neue Art von datengetriebener Fertigungstechnik und Qualitätssicherung. Gerade hier ist Mitteldeutschland mit einem äußerst leistungsfähigen Sondermaschinenbau, mit der Sensorik und Photonik sowie mit Kompetenzen in der IT, bei Algorithmen sowie der Verarbeitung großer Datenmengen führend.

Reden wir hier eigentlich nur von Elektro oder auch von anderen alternativen Energiequellen?

Otto: Die EAST´20 vermittelt als Tagung mit Sessions und Workshops sowie mit einer Fachausstellung einen umfassenden Überblick zu folgenden Schwerpunkten

  • Technologien der Batterie-Herstellung/-Produktion
  • Recycling
  • Wasserstoff und neue Technologien
  • IKT, Digitale Vernetzung, KI, Sektormanagement
  • Start-ups, junge Wissenschaftler, rechtliche Rahmenbedingungen, internationale Zusammenarbeit.

Damit gibt die EAST‘20 einen Überblick über die Breite der technologischen Ansätze in der Speichertechnik und es wird auf besondere Art und Weise über Thüringen hinaus der Bogen zwischen Forschung und Anwendung geschlagen.

Kynast: Deshalb wird die EAST in diesem Jahr auch Partner und Berater für politische Entscheidungsträger sein, die durch das Setzen geeigneter Rahmenbedingungen die Gestaltung der mitteldeutschen Energiespeicher-Region erfolgreich fördern können.

Der Batterie-Container von JenaBatteries war ein Highlight der EAST 2019 und stand als Ausstellungsstück vor dem Eingang des CongressCenters der Erfurter Messe. Foto: Christian Seeling, unter: www.christianseeling.smugmug.com

Auf der EAST.19 war viel davon die Rede, dass die Voraussetzungen in Thüringen vielversprechend sind. Dabei reden wir nicht nur von denen, die auf diesem Gebiet bereits forschen. Spannend wird es dann, wenn auch bisher branchenfremde Unternehmen in das Thema einsteigen. Wo sehen Sie die Potenziale der Speichertechnologien beispielsweise für Thüringer Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus?

Kynast: Die Nachbarschaft und angestrebte Einbindung beispielsweise des chinesischen Batteriespeicher-Produzenten CATL hebt für Aussteller und Fachbesucher die Attraktivität der EAST als Referenz-Plattform.

Ausstellungsstände wie dieser von JenaBatteries luden Fachbesucher zum Gespräch ein. Foto: Christian Seeling, unter www.christianseeling.smugmug.com

Die Initiatoren der EAST 2019 Prof. Ulrich Schubert Friedrich-Schiller-Universität Jena, Rainer Otto und Michael Kynast Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, gemeinsam mit Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen a.D. Foto: Christian Seeling, unter www.christianseeling.smugmug.com

Sie bietet nämlich die Möglichkeit, Technologie-Entwicklungsthemen, Innovationen, Lösungen des Maschinen- und Anlagenbaus, Leistungen von Zulieferern und Ausrüstern im unmittelbaren Entwicklungs- und Produktions-Umfeld von CATL und weiteren Batteriespeicher-Herstellern in Europa vorzustellen. Wir finden, dass dadurch eine besondere Attraktivität und ein hoher Nutzen für Teilnehmer und Fachbesucher generiert wird. Zur EAST werden anwenderorientierte Anlagenbau- und Ausrüster-Lösungen für Batteriespeicher-Produktion präsentiert, die bei der Hochskalierung der Produktion für den prognostizierten stark wachsenden Bedarf an Batteriespeichern in Europa passfähig sind und sich in der Zusammenarbeit von Batteriespeicher-Herstellern und OEM im Automobilbau kundenspezifisch anpassen lassen. Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batteriespeicher bieten zahlreiche weitere Chancen für Anlagenbauer und Ausrüster in der Produktion vorgelagerten Prozessen sowie bei Recycling und Wiederverwertung von Batteriekomponenten und -Materialien.

Otto: Um diese Themen geeignet auf der Kommunikationsplattform EAST zu präsentieren, entwickeln wir geeignete, zum Teil verknüpfte Kommunikations- und Ausstellungsformate, die dem Fachbesucher höchstmöglichen Wissenszuwachs sichern. Ich denke da beispielsweise an eine eigene “Speakers Corner”, um unmittelbar aus dem Stehgreif Interviews, Statements, Gesprächsrunden und andere Kommunikationsformate zu nutzen.

Es ist also offenbar so, dass es ohne die Vernetzung unterschiedlicher Branchen nicht gehen wird. Wie ist Ihr Ansatz? Mit wem wollen Sie in Zukunft enger zusammenarbeiten?

Kynast: Mit fachlicher Expertise aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Verbänden und Gesellschaft werden wir anhand aktueller Anwendungsbeispiele der Stand in Forschung, Entwicklung und Nutzung von Energiespeicher-Konzepten vorstellen und erörtern.

Kongresse und Messen sind die eine, die praktische Zusammenarbeit die andere Seite der Medaille. Was erhoffen Sie und Ihre Mitstreiter sich als grundsätzlichen Impuls für die Region?

Otto: Wir sind überzeugt: Die EAST Energy And Storage Technologies conference & exhibition ist DIE Leitmesse für innovative Energiespeicherideen, -konzepte und -produkte aller Bereiche der Integrierten Energiewende in Mitteldeutschland und darüber hinaus.
Die Leistungsschau der Wissenschaftler und Unternehmen, die künftig jährlich stattfinden soll, wird hierfür wichtige Impulse setzen und als Treiber wichtiger innovativer Akzente für die Industrie und auch für das Handwerk der Region wirken.

Das CongressCenter der Messe Erfurt GmbH. Hier fand die Premiere der EAST 2019 statt. Auch 2020 wird die EAST im CongressCenter der Messe Erfurt GmbH alle Referenten, Aussteller und Fachbesucher willkommen heißen. Foto: Barbara Neumann, unter www.foto-thueringen.de

Um unseres Menschenbildes Willen … Wie der Wandel in eine freie digitale Gesellschaft gelingen kann – Herausforderungen für Politik, Unternehmen und Kirche

Um unseres Menschenbildes Willen …
Wie der Wandel in eine freie digitale Gesellschaft gelingen kann – Herausforderungen für Politik, Unternehmen und Kirche

“Nach dem Attentat in Halle”, so die Einladung zum gemeinsamen Empfang der Evangelische Landeskirche in Mitteldeutschland und der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Mitteldeutschland unter oben genanntem Rahmenthema, “steht unsere Gesellschaft am Scheideweg: Soll die digitale Welt stärker der staatlichen Kontrolle unterworfen werden? Oder finden wir einen Weg, eine freie digitale Gesellschaft zu gestalten? Welche Grenzen gilt es zu schützen und welche roten Linien sind zu ziehen? Der digitale Wandel ist eine Herausforderung, die die Entscheider in Politik, Wirtschaft und Kirche vor immer neue – alte – Fragen stellt.”

Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. FOTOS: RO

V. l. n. r.: Klemens Gutmann, Vorsitzender des Verwaltungsrates der regiocom SE und Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts, und Landesbischof Friedrich Kramer, Evangelische Kirche in Mitteldeutschland.

Die Evangelische Landeskirche in Mitteldeutschland und der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland fördern einen wechselseitigen Gedankenaustausch, um das Netzwerk zwischen der Landeskirche und ihren unternehmerisch tätigen Mitgliedern zu stärken.

Angekündigt war eine Diskussion zur beschleunigten Digitalisierung, insbesondere die Auswirkungen der KI. “Digitale Agenda und gelebte Praxis -Herausforderungen des digitalen Wandels an Politik, Unternehmen und Kirche” stand als Titel der ursprünglichen Einladung, aber die Ereignisse von Halle ließen stärker die Frage nach dem Menschenbild für eine freie digitale Gesellschaft in den Vordergrund rücken. Wegen der digitalen Thematik wurde für diese Veranstaltung in den Lichthof der regiocom SE in Magdeburg eingeladen. Knapp 30 Damen und Herren aus dem mitteldeutschen Raum kamen; die geringe Resonanz empfand der Autor dieser Zeilen ein wenig enttäuschend.

Mehr zur evangelischen Diskussion des digitale Wandels und der Herausforderungen bezüglich der KI kann man HIER nachlesen.

Die Diskussionsrunde mit

▪ Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt,

▪ Klemens Gutmann, Vorsitzender des Verwaltungsrates der regiocom SE und Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts,

▪ Landesbischof Friedrich Kramer, Evangelische Kirche in Mitteldeutschland,

und als Moderator

▪ Friedhelm Wachs, stv. Vorsitzender des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer und Sprecher der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Mitteldeutschland

machte auf herzlich-frische Art auf einzelne Facetten des Themas aufmerksam.

Ist der Mensch für sein Tun verantwortlich (MP Haseloff – aus katholischer Sicht ist der Mensch in seiner freien Entscheidung verantwortlich) oder nicht (Landesbischof Kramer – aus evangelischer Sicht ist der Mensch von Grund auf schlecht, aber dennoch für sein Tun nicht verantwortlich und durch die Annahme göttlicher Heilsverkündung läuterbar), brauchen wir in Sachen Digitalisierung einen menschlichen Weltethos (Friedhelm Wachs) und fungiert das Internet lediglich als Verstärker bestimmter Tendenzen (Klemens Gutmann) fixieren einige Höhepunkte der Diskussion. Den Organisatoren und Gastgebern ist für die Möglichkeit des Gedankenaustausches zu danken. Möge es auch künftig noch zahlreiche solche Veranstaltungen mit möglichst vielen Teilnehmern geben.

Diskussionsrunde unter Leitung/Moderation von Friedhelm Wachs, stv. Vorsitzender des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer und Sprecher der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Mitteldeutschland (re.)

Klemens Gutmann

„Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert – Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland“

Studie zum 17. Mitteldeutschen Energiegespräch ab sofort im Verlag Vi-Strategie erhältlich

„Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert – Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland“

Kompetenzatlas fasst erstmalig alle Akteure des mitteldeutschen Raums in einer Kurzstudie mit deskriptiver Beschreibung künftiger Infrastrukturentwicklungen zusammen

Gase werden in der Energieversorgung der Zukunft eine Rolle spielen. Bereits heute ist Erdgas der umweltfreundlichste fossile Energieträger. Erdgas stößt vergleichsweise wenig Treibhausgas und Feinstaub aus. Zudem kann der Energieträger Gas sukzessive emissionsärmer werden, wenn der Anteil von unter anderem Biogas, Wasserstoff oder synthetischem Erdgas erhöht wird. Technologien, wie Power-to-Gas, ergänzen die volatilen Energieträger aus Wind- und Solarstrom bereits heute und haben darüber hinaus noch viel Potenzial.

Insgesamt ist die Gaswirtschaft ein entscheidender Garant für die Sicherstellung der Energieversorgung der Bundesrepublik.

Klimaschutz-, energie- und wirtschaftspolitische Entwicklungspotenziale sind ebenso von Relevanz, wie die technologischen Neuerungsprozesse, die den zukünftigen Energiepfad für Mitteldeutschland vorgeben.

Die Studie zum 17. Mitteldeutschen Energiegespräch stellt somit folgende Leitfragen in den Vordergrund: Unter welchen Gesichtspunkten kann der Gassektor einen Beitrag zu den klima-, versorgungs- und technologiepolitischen Bedingungen der Energiewende und dem zukünftigen Energiesystem leisten? Wie ist der Gassektor in Mitteldeutschland aufgestellt? Um diese Fragen adäquat beleuchten zu können, werden die zukünftigen Entwicklungen der Gaswirtschaft und auch die Ergebnisse der Kommission für „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ betrachtet. Anschließend werden unter technologischen, versorgungs- und umweltpolitischen Gesichtspunkten gegenwärtige Neuerungsprozesse beschrieben. Dies ist relevant, um die Kompetenzen Mitteldeutschlands im Bereich der Forschung zu innovativen grünen Gasen und Wasserstoff einordnen zu können. In Folge dessen werden die Kompetenzen auf mitteldeutscher Ebene bundeslandbezogen aufgezeigt und beschrieben. Hieraus erwachsen Implikationen für die Gaswirtschaft, welche ebenfalls betrachtet werden.

An der Erstellung des Kompetenzatlasses haben der Energy Saxony e.V., Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk e.V., Metropolregion Mitteldeutschland e.V., HYPOS Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V., Kompetenzzentrum für Öffentliche Wirtschaft und Daseinsvorsorge e.V., die VNG AG, Transmedial Design- & Kreativagentur und Vi-Strategie GmbH mitgewirkt.

Der Verlag Vi-Strategie bedankt sich an dieser Stelle herzlich bei den Autoren und Sponsoren der Studie zum 17. Mitteldeutschen Energiegespräch!

Ab sofort können Sie den Kompetenzatlas käuflich über den Verlag Vi-Strategie erwerben. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an info@vi-strategie.com oder nutzen Sie das Kontaktformular des Verlages.

© 2019 Verlag Vi-Strategie
51 Seiten, 2 Abbildungen, 4 Tabellen
25,00 € ISBN 978-3-946697-03-9

Hier können Sie vorab einen Auszug der Studie lesen: 

Studie zum 17. Mitteldeutschen Energiegespräch

Studie zum 17. Mitteldeutschen Energiegespräch:

Die Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert – Chancen und Entwicklungen grüner Gase mit dem Fokus auf Mitteldeutschland

Im Nachgang des 17. Mitteldeutschen Energiegespräches erscheint mit Heft 12 innerhalb der Studienreihe des Verlags Vi-Strategie eine wichtige Studie zur Gaswirtschaft im 21. Jahrhundert.

Damit wird die konzeptionelle Breite in den Ansätzen bei der Erstellung der Studien deutlich. So flankiert die Studienreihe mit sehr guter akademischer Analyse und Aufbereitung die Podiumsthemen der Mitteldeutschen Energiegespräche und zeichnet damit über die Zeit ein Bild der Energiewende. Es entsteht ein Kompendium, eine wissenschaftliche Kommentierung ihrer einzelnen Facetten. Das belegen die bisherigen elf Hefte sehr gut.

Allerdings ist der Fokus der Studienreihe mittlerweile weitergefasst. Experten sollen und wollen sich zu wichtigen Grundsatzfragen zu Wort melden. Die Studienreihe bietet hierfür die entsprechende Plattform, und ein erster indikativer Test in der öffentlichen Wahrnehmung macht breite Zustimmung im Rezipieren der bisherigen Studien deutlich.

In Heft 12 werden nunmehr die mitteldeutschen Kompetenzen in Bezug auf Chancen und Entwicklungen grüner Gase aufgezeigt. Hierbei wird beleuchtet, unter welchen Gesichtspunkten der Gassektor einen Beitrag zu den klima-, versorgungs- und technologiepolitischen Bedingungen der Energiewende und dem zukünftigen Energiesystem leisten kann. Weiterhin wird ausführlich dargestellt, wie der Gassektor derzeit in Mitteldeutschland aufgestellt ist.

Hier können Sie vorab einen Auszug der Studie lesen:  

© 2019 Verlag Vi-Strategie
51 Seiten, 2 Abbildungen, 4 Tabellen
25,00 € ISBN 978-3-946697-03-9

Weitere Studien

“In erster Näherung werden Batterien große Teile der individuellen Mobilität abdecken und in kleineren, dezentralen Energie-Anlagen, wie Solarzellen, die Pufferung und den Ausgleich von Lastspitzen im Bereich von Stunden bis wenige Tage übernehmen.”

“In erster Näherung werden Batterien große Teile der individuellen Mobilität abdecken und in kleineren, dezentralen Energie-Anlagen, wie Solarzellen, die Pufferung und den Ausgleich von Lastspitzen im Bereich von Stunden bis wenige Tage übernehmen.”

AKTUELLES-Interview mit Prof. Michael Stelter, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien
und Systeme (IKTS) Hermsdorf

Prof. Stelter bei seinem Einführungsvortrag zur EAST am 16.09.19 im CongressCenter der Messe Erfurt GmbH.

Am 16./17. September 2019 fand erstmals die EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe GmbH statt. In einer Keynote unter der Überschrift “Energiespeicher in Deutschland mit Fokus Mitteldeutschland – Status und Perspektiven” führte Prof. Michael Stelter, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) Hermsdorf in die Thematik ein und stellte einen Bezug der zahlreichen mitteldeutschen Aktivitäten im Energiespeicherbereich zu einem weltweiten Gesamtzusammenhang her. AKTUELLES hatte Gelegenheit im Nachgang zur EAST mit Prof. Stelter nachfolgendes Interview hierüber zu führen.

Herr Prof. Stelter, Ihre Keynote zur EAST stand unter der Überschrift “Energiespeicher in Deutschland mit Fokus Mitteldeutschland – Status und Perspektiven”.

AKTUELLES hatte kürzlich Gelegenheit, an einer Pressefahrt zum Thema Energiespeicher in Thüringen teilzunehmen und dabei auch Ihr Institut kennenzulernen. Besteht denn eine Chance, in Sachen Energiespeicher in Thüringen beziehungsweise Mitteldeutschland an vorderster Stelle dabei zu sein?

Ja, diese Chance besteht definitiv. Im Bereich der Lithium-Batterien für die Elektromobilität entsteht in Mitteldeutschland gerade ein Cluster aus Zellherstellern, Abnehmern für die Zellen und Maschinenbauern, der in der Geschlossenheit der Wertschöpfungskette weltweit seinesgleichen sucht. Gemessen an der Produktionsmenge, stellt dieser Cluster die Megafabriken von Tesla weit in den Schatten. Das ist vielleicht noch nicht jedem klar. Ich möchte aber auch den Blick auf die kostengünstigen stationären Stromspeicher richten, gerade wenn sie nicht auf Lithium basieren. Andere Regionen haben diese Technologien und Anwendungen nicht so stark im Blick, Mitteldeutschland hat in diesem Bereich aber sehr gute Angebote. Diese Chance sollten wir nutzen.

Wie sollten die Weichen gestellt werden, dass wir von einer Energiespeicher-Region Mitteldeutschland sprechen können?

Zunächst einmal müssen wir uns wirklich als Region begreifen. Die Synergien aus starker Forschung und lokaler, vernetzter Wertschöpfung können nur gehoben werden, wenn wir länderübergreifend agieren können und dürfen. An dieser Stelle kann auch die Politik viel Gutes bewirken, indem sie die Rahmenbedingungen dafür setzt. Inhaltlich sollten wir uns intelligent spezialisieren. Neben den bereits erwähnten stationären Stromspeichern, die einen Schwerpunkt bilden sollten, sehe ich als Chance insbesondere die digitale Produktionstechnik. Batterieherstellung mit ihren vielen hundert Millionen Zellen pro Jahr braucht eine völlig neue Art von datengetriebener Fertigungstechnik und Qualitätssicherung. Gerade hier ist Mitteldeutschland führend, mit einem äußerst leistungsfähigen Sondermaschinenbau, mit der Sensorik und Photonik aus Thüringen und mit der Kompetenz bei IT, Algorithmen und großen Datenmengen. Und, nicht zu vergessen: Mitteldeutschland ist vom Strukturwandel im Energiesystem und in der Demografie auch selbst stark betroffen. Wir sind also auch eine potenzielle und sehr glaubwürdige Anwender- und Demonstrations-Region für die neuen Speichertechniken in der Mobilität und in den Energienetzen.

Gibt es denn in der Zusammenarbeit in der Region genügend Partner, die die ambitionierten Ziele erfolgreich mitgestalten können?

Ja, die gibt es. Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wer in Mitteldeutschland im Speicherbereich schon alles aktiv ist, auf welch hohem Niveau diese Aktivitäten stattfinden und wie vollständig die Wertschöpfungsketten in vielen Fällen schon abgedeckt sind. Besser werden müssen wir aber sicherlich noch in der internen Vernetzung und im gemeinsamen Auftreten nach außen als Region. Deshalb freuen wir uns über Veranstaltungen wie die EAST, die genau dieses Zusammenfinden stimulieren.

Werden wir künftig mit einem geeigneten Speicher-Mix – ich blicke so auf 2040 und auf eine Studie, die für Thüringen und für diesen Zeitraum untersucht hat, ob die Deckung des Energiebedarfs in der Gesamtbilanz durch Erneuerbare Energien möglich ist – die vollständige Umstellung auf regenerative Energien realisieren können?

Technisch ist dies realisierbar, das Licht wird nicht ausgehen. Sowohl eine starke Absenkung des CO2-Ausstoßes, als auch ein vollständig CO2-neutrales Energiesystem sind mit heute absehbaren Technologien darstellbar. Wir brauchen keine nebulöse Science-Fiction-Innovation. Allerdings ist es enorm wichtig, sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen als auch für die Akzeptanz in der Bevölkerung, dass die Kosten, die mit diesem Umbau verbunden sind, im Rahmen bleiben oder durch anderweitige Vorteile ausgeglichen werden. Deshalb halte ich solch kostengünstige, einheimische Technologien wie die Natrium-Batterie für so entscheidend. Allerdings muss ich auch sagen: die Stromspeicher werden nicht im Alleingang das komplette Energiesystem retten.

Wir werden auch an neuen chemischen Energieträgern arbeiten müssen, zum Beispiel über Wasserstoff und die Power-to-X-Technik. Und wir werden in einigen Fällen auch unser Energie-Nutzungsverhalten hinterfragen müssen. Zum Beispiel werden wir sicher darüber nachdenken, erneuerbare Energien genau dann zu nutzen, wenn sie verfügbar sind, und nicht umgekehrt. Jahrtausende lang konnte ein Müller mit einer Windmühle nur mahlen, wenn der Wind wehte. Die Entwicklung der Menschheit hat durch diesen Umstand keinen messbaren Schaden genommen. Daher bin ich ganz zuversichtlich, dass das auch in Zukunft wieder ein lösbares Problem wird.

Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang denkbare Konfigurationen in der Welt der Energiespeicher?

In erster Näherung werden Batterien große Teile der individuellen Mobilität abdecken und in kleineren, dezentralen Energie-Anlagen, wie Solarzellen, die Pufferung und den Ausgleich von Lastspitzen im Bereich von Stunden bis wenige Tage übernehmen. Für die längerfristige Speicherung großer Energiemengen brauchen wir chemische Systeme wie Wasserstoff und Redox-Flow-Zellen.

Auch die schwere Mobilität und Logistik wie LKW und der ÖPNV können sehr gut auf Wasserstoff umgestellt werden, da haben Batterien aus meiner Sicht keine Chance.

Keinen großen Beitrag sehe ich durch Pumpspeicher. Dort, wo es sie gibt, sind sie klasse und sollten unbedingt eingesetzt werden. Aber ihre Gesamt-Energiemenge ist, gemessen an den zukünftigen Speicherbedarfen, sehr klein und in vielen Regionen Deutschlands und der Welt gibt es schlicht und ergreifend keine Berge.

Das Ergebnis der EAST Energy And Storage Technologies wird kurzfristig in einem Thesenpapier zusammengefasst.

Zugleich erschien unmittelbar nach Abschluss der Tagung und im Vorfeld der Beratung des Klimakabinetts eine erste Zusammenfassung als Pressemitteilung, HIER zufinden.

Prof. Stelter “in Aktion” im Hermsdorfer Standort des Fraunhofer IKTS. Fotos: Rainer Otto

Eine 100%-tige Versorgung Thüringens mit Erneuerbaren Energien ist – bilanziell – bereits im Jahr 2040 möglich

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (31): Vortrag über Thüringen 2040 – Der Einsatz von Speichertechnologien zur Deckung des Energiebedarfs in der Gesamtbilanz durch Erneuerbare Energien

Eine 100%-tige Versorgung Thüringens mit Erneuerbaren Energien ist – bilanziell – bereits im Jahr 2040 möglich

Prof. Dr. Viktor Wesselak: Die dafür notwendigen Voraussetzungen sind gar nicht so utopisch, wie dieses Ziel vielleicht klingen mag.

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Prof. Dr. Viktor Wesselak, der im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über Thüringen 2040 – Der Einsatz von Speichertechnologien zur Deckung des Energiebedarfs in der Gesamtbilanz durch Erneuerbare Energien berichtet.

Herr Prof. Wesselak, Ihr Vortrag zur EAST lautet “Thüringen 2040 – Der Einsatz von Speichertechnologien zur Deckung des Energiebedarfs in der Gesamtbilanz durch Erneuerbare Energien”.

Ist eine 100%-tige Versorgung Thüringens  mittels regenerativer Erzeugung in 2040 denkbar?

Eine 100%-tige Versorgung Thüringens ist – bilanziell – bereits im Jahr 2040 möglich. Die dafür notwendigen Voraussetzungen sind gar nicht so utopisch, wie dieses Ziel vielleicht klingen mag.

Allerdings soll dies nicht der Aufruf zu Autarkieträumen sein, sondern Thüringen muss seine geografische Lage dazu nutzen, um den Energieaustausch zwischen Nord und Süd sowie Ost und West zu managen – z.B. durch die Bereitstellung von Regelenergie.

Was sind die wesentlichen Erkenntnisse der vorliegenden wissenschaftlichen Studien hierzu?

Die erstaunlichste Erkenntnis dabei war, dass die Gesamtkosten einer bilanziellen Versorgung mit Erneuerbaren Energien und deren Bewirtschaftung mit unterschiedlichen Speichertechnologien nicht teurer sein müssen, als ein „weiter so“.

Hinzu kommt, dass ein deutlicher Ausbau der Erneuerbaren Energien viel Wertschöpfung zurück nach Thüringen holt.

Was muss dabei bedacht werden, um in den nächsten zwei Jahrzehnten ein solches Ziel zu erreichen?

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in dem erforderlichen Maß wird nur gelingen, wenn wir ihr substantiell Raum einräumen. Dies betrifft insbesondere die Windenergie.

Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Aufgabe und möglicherweise eine Konfiguration der Energiespeicher.

Wir diskutieren im Zusammenhang mit PtX-Technologien chemische Speicher und neue Sekundärenergieträger und übersehen dabei manchmal das Naheliegende: Sensible Wärmespeicher als saisonale Speicher von Nutzenergie können einen großen Beitrag zur Energiewende liefern – Dänemark macht es vor!

“Sensible Wärmespeicher als saisonale Speicher von Nutzenergie können einen großen Beitrag zur Energiewende liefern” wie der am 19.09.2018 offiziell in Betrieb genommene in seiner Art größte europäische Energie- & Zukunftsspeicher der EVH GmbH. Foto: Vi-Strategie

Kurzvita

Prof. Dr.-Ing. Viktor Wesselak studierte an der Universität Erlangen-Nürnberg Elektrotechnik. Nach seinem Studium promovierte er am dortigen Institut für Regelungstechnik mit dem Schwerpunkt „leistungsoptimaler Betrieb von regenerativen Energiesystemen“. Nach seiner Promotion beschäftigte sich Viktor Wesselak gut 5 Jahre bei der Siemens AG in Erlangen mit regelungstechnischen Fragestellungen im Bereich Frequenzumrichter und Antriebstechnik, bevor er im September 2003 den Ruf auf die C3-Professur Regenerative Energiesysteme an der FH Nordhausen annahm. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen insbesondere in systemtechnischen Fragestellungen regenerativer Energiesysteme sowie auf allen Aspekten des elektrischen Energiesystems. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit baute Prof. Wesselak zunächst den neuen Studiengang „Regenerative Energietechnik“ an der Fachhochschule Nordhausen und seit 2010 das Institut für Regenerative Energietechnik (in.RET) auf. Prof. Wesselak berät die Landesregierung in Fragen der Nachhaltigkeit und Energiewende, u.a. war er an der Erarbeitung der Studien „Energiemonitoring für Thüringen“ sowie „Energiesystem Thüringen 2040“ maßgeblich beteiligt.

Die Kläranlage ist aufgrund ihrer leistungsfähigen elektrischen Infrastruktur für den Betrieb der Elektrolyse geeignet.

Referenten der EAST Energy And Storage Technologies am 16./17.09.2019 in Erfurt (30): Vortrag über Kläranlagen als Schnittstelle der Energiewende

Die Kläranlage ist aufgrund ihrer leistungsfähigen elektrischen Infrastruktur für den Betrieb der Elektrolyse geeignet.

Sebastian Büttner: Weiterhin kann der entstehende Wasserstoff zum einen im Rahmen der Mobilität genutzt werden, aber auch über die Rückverstromung zu geeigneten Zeitpunkten wieder Elektrizität bereitstellen.

Kläranlagen, wie die abgebildete, ermöglichen, aufgrund der in Relation zur Bevölkerungszahl über das gesamte Bundesgebiet verteilten Kläranlageninfrastruktur, ein dezentrales System zur lokalen Stabilisierung und Entlastung der Stromnetze. Foto: PIXABAY

Am 16./17. September 2019 startet die erste EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference im CongressCenter der Erfurter Messe.

In loser Folge interviewt im Vorfeld AKTUELLES Redner, die in den verschiedenen Workshops mit ihren Themen zum Gelingen der EAST beitragen.

Heute gelten die Fragen Sebastian Büttner, der im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über Kläranlagen als Schnittstelle der Energiewende berichtet.

Herr Büttner, Sie arbeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar. In diesem Zusammenhang gehören Sie dem Bauhaus-Institut zukunftsweisende Infrastruktursysteme (b.is). Mit welchen Kernbereichen beschäftigt sich das b.is ?

Das Bauhaus – Institut für zukunftsweisende Infrastruktursysteme verknüpft die maßgeblichen Infrastrukturbereiche Abfall- bzw. Ressourcenwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft, Verkehrssysteme und Mobilität sowie Energiewirtschaft und erforscht diese und ihre Verknüpfbarkeit vor dem Hintergrund einer zukunftsfähigen Betreibbarkeit. Neben technischen Lösungen sind dabei auch immer die volkswirtschaftlichen Belange mit im Fokus.

In welchen Arbeitsfeldern sind Sie tätig?
Im Rahmen meiner Tätigkeit beschäftige ich mich mit Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Siedlungswasserwirtschaft, Energiewirtschaft und Verkehr, wobei die energiewirtschaftliche Sicht auf die Siedlungswasserwirtschaft derzeit im Vordergrund steht.

Nennen und erläutern Sie kurz ihre aktuellen Forschungsprojekte.
Die Professur Urbane Energiesysteme bearbeitet derzeit die Forschungsprojekte LocalHy, Sektorlyseur und H2-Well.
Im Rahmen des vom BMBF geförderten LocalHy-Projektes wird die umfängliche Nutzung der Elektrolyseprodukte Wasserstoff und Sauerstoff auf kommunalen Kläranlagen untersucht.
Das durch die Thüringer Aufbaubank geförderte Projekt Sektorlyseur setzt sich mit der Entwicklung eines kompakten Druckelektrolyseurs zum Einsatz auf der Gebäude- und Quartiersebene auseinander.
Durch die im Rahmen des WIR!-Programmes durch die BMBF geförderte H2-Well-Initiative sollen die nächsten Schritte zu einer dezentralen, grünen Wasserstoffwirtschaft initiiert werden. Dafür sind sowohl Demonstrations- als auch F&E-Vorhaben geplant, die die Potentiale in der Region zwischen Main und Elbe aufzeigen.

Zur EAST Energy And Storage Technologies exhibition & conference am 16. und 17. September 2019 im CongressCenter der Erfurter Messe werden Sie als Referent im Workshop Sektorübergreifendes Energiemanagement über Kläranlagen als Schnittstelle der Energiewende berichten.

Erläutern Sie dies kurz.

Wie bereits oben kurz beschrieben, erarbeiten wir im Projekt LocalHy die Möglichkeiten des Einsatzes der Elektrolyse auf kommunalen Kläranlagen. Diese bieten den Vorteil, sowohl für den entstehenden Wasserstoff als auch für den Sauerstoff Nutzungsoptionen bereitzuhalten.

Der Wasserstoff kann zum einen im Rahmen der Mobilität genutzt werden aber auch über die Rückverstromung zu geeigneten Zeitpunkten wieder Elektrizität bereitstellen.

Für den Sauerstoff wird derzeit der Einsatz in der biologischen Reinigungsstufe untersucht, wodurch die üblicherweise eingesetzten Gebläse substituiert werden können.

Zudem ist die Nutzung in der sogenannten vierten Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroschadstoffen wie bspw. Arzneimittelrückständen möglich. Die Kläranlage ist zudem aufgrund ihrer leistungsfähigen elektrischen Infrastruktur für den Betrieb der Elektrolyse geeignet.

Außerdem verfügen die Betreiber von Kläranlagen über das, im Umgang mit Gefahrstoffen sowie technischen Anlagen, geschulte Personal.

Können Kläranlagen somit die Stabilisierung und Entlastung von Stromnetzen leisten?

Aufgrund der in Relation zur Bevölkerungszahl über das gesamte Bundesgebiet verteilten Kläranlageninfrastruktur ermöglicht das dargestellte dezentrale System die lokale Stabilisierung und Entlastung der Stromnetze.

Bewerten Sie abschließend die Bedeutung der Sektorkopplung im Gesamtkontext der Energiewende.

Ohne Sektorkopplung wird die Energiewende nicht erfolgreich umgesetzt werden können.

Kurzvita

Werdegang:

1998 – 2002

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Studium der Energietechnik, Abschluss als Dipl.-Ing. (FH) Energie- und Versorgungstechnik 

2002 – 2006

Technische Universität Dresden, Studium der Umwelttechnik, Abschluss als Diplomumwelttechniker (Dipl. UWT)

2006 – 2007

Dresdner Grundwasserforschungszentrum e.V. (DGFZ), wissenschaftlicher Mitarbeiter 

2007 – 2010

IBU-tec advanced materials AG, Projektingenieur

 

2010 – 2015

Bauhaus-Universität Weimar, Professur Siedlungswasserwirtschaft, wissenschaftlicher Mitarbeiter

2015 – heute        

Bauhaus-Universität Weimar, Professur Urban Energy Systems, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Arbeitsfelder:

Integrierte Energiesysteme

Wasserstoffwirtschaft

Verfahrens- und Umwelttechnik